Von Dr. Reinhard Behrens
Bürgermeister Ole von Beust bekennt sich zur Primarschule, sagt aber immerhin, dass der Teufel im Detail stecke. In der Tat: Für das, was zugesagt worden ist, fehlen in der Praxis Zeit und Geld, und vieles kann nicht funktionieren, da Widersprüchliches gleichzeitig versprochen wird. Hier einige Details mit Teufeln darin.
1. Seit zehn Jahren haben die weiterführenden Schulen ihre Schulprogramme mit Profilen entwickelt, (zwei-)sprachliche, sportliche, musische. Die Reform verspricht, dass hierfür auch in den Primarschulen durch Fachlehrer vorgearbeitet werden kann. Das kann nicht gehen. Ein Beispiel: Ein altsprachliches Gymnasium mit knapp 120 Anmeldungen erhält 40 % seiner Anmeldungen von elf Grundschulen, also etwa fünf Kinder pro Schule, die restlichen 60 %, also etwa 70 Kinder, aus 20 anderen Grundschulen, jeweils etwa drei bis vier Kinder. So kleine Kurse an jeder Primarschule werden weder finanzierbar noch organisierbar sein.
2. Kein Problem, so die behördliche Entgegnung , wir richten regional an einigen Primarschulen Lateinkurse ein. Dies bedeutet aber ein Abgehen von der Regel der kurzen Wege für die kurzen Beine, Eltern müssten sich für besondere Profile und weitere Wege schon vor der ersten Klasse entscheiden. Dies Dilemma ist an sich nicht lösbar.
3. Aber für engagierte Eltern wird die Lösung in einem Schulwechsel nach der dritten Klasse in die Unterstufe einer anderen Primarschule mit Lateinangebot liegen. Das gemeinsame Lernen wird unterbrochen, es wird Wanderungsbewegungen geben, denn an dieser Stelle haben Eltern noch ein Wahlrecht. Mehr