wie Sie sicherlich festgestellt haben, können wir uns leider leider nicht mehr in der von uns gewünschten Intensität um diesen Blog kümmern. Unser Tagesgeschäft spannt uns zu sehr ein.
Vielleicht haben Sie Zeit/Interesse/Lust uns hier zu unterstützen? Wir suchen nach wie vor Bildungsinteressierte, die sich aktiv für bessere Bildungschancen einbringen möchten. Siehe auch : http://bildunghh.wordpress.com/die-initiative
In Hamburg sind nach einem Asbestfund am Mittwoch mehr als 100 Sporthallen vorsorglich gesperrt worden. Wie Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) mitteilte, war in der Peter-Petersen-Schule im Stadtteil Wellingsbüttel bei Luftmessungen in zwei Turnhallen festgestellt worden, dass der zulässige Höchstwert von 1.000 Asbestfasern pro Kubikmeter Raumluft fast um das Doppelte überschritten wurde. Arbeiter fanden das gesundheitsschädliche Material bei Sanierungsarbeiten in der Heizungsanlage der Halle. Um einer Gefährdung der Schüler durch Asbestfasern in der Luft vorzubeugen, wurden NDR 90,3 zufolge weitere 105 Turnhallen geschlossen, die mit einer ähnlichen Heizungsanlage wie die Peter-Petersen-Schule ausgestattet sind. Mehr
Gute Kinderlieder sind kein Kinderkram, sie sind in dieser Zeit einer rasant dahinschwindenden Kindheit Wurfanker in eine Zukunft, die aus Kindern selbstbewusste und mitfühlende Jugendliche werden lässt und eines nicht allzu fernen Tages sensible und verantwortungsvolle Eltern.”
Das schreibt Rolf Zuckowski in der wunderschön gestalteten Einladung von “KinderKinder e.V.” zum großen 3. Kinderlied-Kongress, der vom 25.-27. September in Hamburg stattfindet.
Damit auch die Kinder in unserer Stadt von diesem Treffen berühmter und noch nicht so bekannter Liedermacher, Chorleiter, Theatermusiker und von vielen anderen profitieren, haben sich Stephan v. Löwis (“KinderKinder”) und “kindermusik.de” etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Mehr
Trotz Wahlkampf: In der Bildungspolitik liegen Merkel und von Beust weit auseinander
Die Hamburger CDU-Führung bereitet sich auf den Höhepunkt dieses Wahlkampfes vor – die Kundgebung mit Angela Merkel auf dem Gänsemarkt am 18. September. Hinter den Kulissen wird intensiv an einem störungsfreien Verlauf gearbeitet – nicht nur organisatorisch, vor allem politisch, denn das ist dringend notwendig. Das Verhältnis zwischen der mächtigen Vorsitzenden in Berlin und ihren Hamburger Parteifreunden hat gelitten, öffentlich gelitten. Es geht um die Schulpolitik. Mehr
1. Die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel ist sauer über die Schulpolitik ihres Parteifreundes Ole von Beust. Mehr dazu in Ihrem Portal für gute Schulen: www.hamburg-schulreform.de
2. An diesem Montag (7. September) startet um 17 Uhr in der Handwerkskammer (Holstenwall 12, nahe Musikhalle / Laeizhalle) eine Bürgeranhörung der hamburgischen Bürgerschaft zur Schulreform. Daran können AUCH SIE teilnehmen (und das sollten Sie auch unbedingt tun!). Melden Sie sich Mutter, Vater, Großvater oder Oma zu Wort. Tipps dazu ebenfalls in Ihrem Portal für gute Schulen: www.hamburg-schulreform.de
3. In der Bildungsforschung wird teilweise mit gezinkten Karten gearbeitet. So lautet im Kern der Vorwurf eines Artikels, den die Frankfurter Allgemeine Zeitung veröffentlicht hat. Auch hierzu mehr Details in Ihrem Portal für gute Schulen: www.hamburg-schulreform.de Alles wieder ein paar Gründe mehr auf die Straße zu gehen: Am Samstag 19. 09. 2009 (notieren!) startet der zweite gemeinsame Familienspaziergang durch die City als Großdemonstration gegen das Schulchaos: 11 Uhr, Gänsemarkt, anschl. Gang zum Rathaus. Bringen Sie dazu weitere Eltern, Kinder und Lehrer sowie Freunde, Bekannte, Onkels & Tanten & Großmütter & Nachbarn mit!
Herzliche Grüße Ihr hamburg-schulreform-team Networking.22 | Hamburger Eltern für gute Schulen | www.hamburg-schulreform.de Volksbegehren 28.10. – 17.11.2009 | der Politik auf die Finger klopfen
Hamburgs Schulen haben sich in den vergangenen Jahren in ihrer Qualität kaum weiterentwickelt. Im gestern veröffentlichten „Bildungsmonitor 2009″ stellt das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) der Hansestadt schlechte Noten aus. So rutschte Hamburg im Vergleich der 16 Bundesländer vom siebten auf den 13. Platz. Mehr
Um die naturwissenschaftliche Ausbildung in den Schulen steht es schlecht, Foto: dpa/DPA
Handelskammer-Präses greift Primarschulpläne scharf an – Vorhaben soll gestoppt werden – Schulbehörde: “Nicht nachvollziehbar”
Die Hamburger Handelskammer geht auf Konfrontationskurs zur geplanten Einführung der sechsjährigen Primarschule. In der neuen Ausgabe des Handelskammer-Magazins “Hamburger Wirtschaft” fordert Präses Frank Horch den schwarz-grünen Senat indirekt auf, die Primarschulpläne zurückzustellen und zunächst nur Stadtteilschulen einzuführen. Mehr
Von Uwe Bahnsen 21. August 2009, 18:31 Uhr Der Hamburger Schulpolitik droht ein neuer Konflikt. Privatschulen sollen gezwungen werden, die von der schwarz-grünen Koalition betriebene Einführung der sechsjährigen Grundschule ebenfalls nachzuvollziehen. Genehmigungen für private Gymnasien ab Klasse 5 sollen nicht mehr erteilt werden. Mehr
Bremen, Berlin, Hamburg: Sind die neuen Schulen doch nur Zweitschulen?
bildungsklick.de (von Valentin Merkelbach) In Hamburg, Berlin und Bremen ist das zweigliedrige Schulsystem beschlossene Sache. Es unterscheidet sich von den zweigliedrigen Modellen der neuen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen dadurch, dass die einzige Schulform neben dem Gymnasium auch auf dem direkten Weg zum Abitur führen kann und nicht mit dem Haupt- und Realschulabschluss endet. Die Frage ist allerdings, ob und unter welchen Bedingungen die neue Schule die Chance hat, in einen fairen Wettbewerb mit dem Gymnasium einzutreten oder ob sie trotz Abitur-Angebot eben doch eine Zweitschule bleiben wird und so das hierarchische System, ohne die akuten Hauptschulprobleme, erhalten bleibt. Von zentraler Bedeutung wird dabei sein, welche Rolle die SPD als alte Gesamtschulpartei in der Entwicklung einer neuen Zweigliedrigkeit spielt. Mehr
Auch in den Ferien sorgt die geplante Einführung der Primarschule zum Schuljahr 2010/2011 weiter für Diskussionen.
Anlass: Ein Zwischenbericht über einen “Schulversuch sechsjährige Grundschule” kommt zu dem Schluss, dass sich, verkürzt ausgedrückt, aus dem längeren gemeinsamen Lernen weder Vor-, noch Nachteile ableiten lassen. Mehr
Die geplante Einführung der Primarschule zum Schuljahr 2010/2011 wird weiterhin kontrovers diskutiert.
auf dem Blog, der sich für eine bessere Bildung(spolitik) für die Hamburger Bürger einsetzt. Politisch unabhängig aber nicht unpolitisch. Posten Sie hier Ihre Statements, Meinungen, Anregungen, Termine, wertvolle Web-Links etc.
Unsere Kinder benötigen ein durchdachtes, sicheres und zukunftsfähiges Schulsystem. Leider gestaltet sich das in Hamburg derzeit “etwas” schwierig, da eine “gewisse” Unsicherheit besteht, wie genau es weitergeht bzw. ob der derzeitige Plan u.a. strukturell und wirtschaftlich wirklich durchführbar ist. Zweifel kommen von allen Seiten hoch.
In diesem Forum bitte ich alle Beteiligten – Eltern, Lehrer, Politiker, Schüler(!), Presse und weitere - gern leidenschaftlich, aber vor allem sachlich und fair zu diskutieren. Mir geht es vor allem Transparenz zu schaffen, wie derzeit die Stimmungslage und Meinungen der Betroffenen sind. Hier können und sollen alle zu Wort kommen. Eine Bildungs-Reform ist m.E. notwendig. Sie muss aber abschliessend mit allen Beteiligten durchdacht und nicht mit der “heissen Nadel eilig gstrickt” sein. Fehler lassen sich nicht ausschliessen. Aber es darf nicht schon mit einem Fehlstart beginnen (Butterfly-Effekt)…
Ein weiteres Anliegen meinerseits. ist es mehr Bildungschancen und -gerechtigkeit für Berufstätige, Wiedereinsteiger, gehandicapte Personen, Migranten und weitere wichtige Personengruppen zu erreichen. Hier ist übrigens nicht nur die Politik, sondern auch die Unternehmen sind gefragt. Verantwortung kann und muss jeder bei diesem Thema übernehmen.
Last but not least glänzt Hamburg im Bereich der Universtäts- und Hochschulpoilitik nicht wirklich.
Dieser Blog befindet sich im Aufbau und sehe diesen als einen universellen Mitmach-Blog. Ich freue mich über konstruktive Anregungen diesen stetig zu optimieren, soweit es in meinen technischen Fertigkeiten liegt.
Auch hier freue ich mich auf konstruktive Beiträge!
Vielen Dank für die Kommentare, die in den vergangenen Stunden bei mir eingegangen sind. Sorry, leider sind diese durch ein Missgeschick unwidrruflich und versehentlich gelöscht worden. Bitte nochmal kommentieren. Schelte nehm ich auf mich. Dann weiss ich auch gleich mal, wie sich Frau Goetsch seit Monaten fühlen muss
Die EU-Kommission will gemeinsam mit den wichtigsten Anbietern sozialer Online-Netzwerke Kinder und Jugendliche im Internet stärker schützen. Zu den Unterzeichnern einer entsprechenden Vereinbarung gehören unter anderem Vertreter von Facebook, MySpace, Google/YouTube und Microsoft. Sie wollen unter anderem Alarmknöpfe installieren, mit denen Belästigungen und “Cyber-Mobbing” künftig schnell und unkompliziert gemeldet werden können. Mehr hier
Ouelle: tagesschau.de
Was können/sollten Eltern, Lehrer, Schüler und Community-Betreiber Ihrer Meinung nach tun?
Bildungssenatorin Christa Goetsch: “Wir gleichen das Hamburger Schulwesen dem europäischen Standard an.”
Der Übergang auf weiterführende Schulen für Schülerinnen und Schüler ist in Eurpoa unterschiedlich geregelt: Während Länder wie Finnland, Dänemark und Schweden ihre Schülerinnen und Schüler erst mit 16 Jahren auf unterschiedliche Schulformen verteilen, wird in Deutschland und Österreich bereits mit 10 Jahren getrennt. Mehr hier Wie ist Ihre Meinung?
Nur jeder achte Billstedter Schüler wird laut Prognose der Bildungsbehörde aufs Gymnasium gehen - aber 85,7 Prozent der Othmarschener Sozialdemokraten befürchten Schließungen vor allem in benachteiligten Stadtteilen. Mehr Ihr Kommentar dazu?
So prognostiziert die Bildungsbehörde die Anteile an Gymnasiasten im Hamburger Stadtgebiet. Foto: Hasse
Primarschule
Hitzige Debatte über geplante Schulreform
Eigentlich sollte es ein ruhiger Abend werden, auf dem Bildungssenatorin Christa Goetsch (Grüne) ihre Vorstellungen über die geplante Schulreform darlegt. Doch dann kam alles ganz anders. Viele kritisch eingestellten Eltern nutzen die GAL-Veranstaltung im Hamburger Rathaus, um ihrem großen Unmut Luft zu verschaffen. Mehr Ihre Meinung?
Hamburger Abendblatt: Nur jeder Dritte darf aufs Gymnasium
Alle übrigen Kinder müssen Stadtteilschulen besuchen. SPD warnt bereits vor Eltern-Protesten.
Von Friederike Ulrich
Hamburg -
52 Prozent aller Kinder in Hamburg sollen nach dem Willen ihrer Eltern ein Gymnasium besuchen – das zeigen die aktuellen Zahlen der Schulanmeldungen. Doch jetzt gibt es Aufregung: Bei den Planungen der neuen Schulreform geht die Behörde von nur noch 35 Prozent Gymnasiasten aus. Alle übrigen Schüler sollen eine Stadtteilschule besuchen und dort gegebenenfalls das Abitur ablegen.
Konkret bedeutet dies: Mit der Einführung der Primarschule werden nur noch diejenigen Schüler auf ein Gymnasium versetzt, die mit höchster Wahrscheinlichkeit das Abitur nach zwölf Jahren schaffen. Das bestätigte Hans-Peter de Lorent von der Schulbehörde dem Abendblatt. Entscheidend ist dann die Empfehlung der Lehrer. Mehr Was halten Sie davon?
Der Anteil der Schulabgänger, die das Abitur erreichen, ist in Hamburg im vergangenen Jahr auf 38,5 Prozent geklettert. Vermutlich war die Abi-Quote noch nie so hoch. Die Entwicklung weist seit mehreren Jahren nach oben. So lag der Abiturientenanteil 2004 noch bei 31,5 Prozent. Experten hatten nach Einführung des Zentralabiturs 2005 eher mit einem Absinken der Quote gerechnet. Mehr
Ab sofort kann zum Thema Bildung getwittert werden. Hier geht´s los: https://twitter.com/bildunghh Melden Síe sich unkompliziert an und seien Sie mit bei dem schnellsten Nachrichtendienst rund um das Thema Bildung in Hamburg mit dabei.
Möchten Sie regelmässig über Aktivitäten der Hamburger Bildungs-Community Informiert werden?
Dann senden Sie bitte eine Mail mit dem Betreff “Verteiler BildungHH” an:
Wie das Abendblatt aktuell meldet, nutzt Frau Goetsch die guten Kontakte der Behörde für Schule und Berufsbildung mit der Behörde für Kultur, Sport und Medien, um ihre Reformen auch auf den Sportbereich in Hamburgzu übertragen.
Ab sofort wird die Bundesliga abgeschafft und eine Primarliga eingeführt. Getreu dem Motto Eine Liga für Alle und möglichst langes gemeinsames Spielen wird die Hansastaffel, dieKreisliga, die Oberliga aber auch die zweite und die erste Bundesligazusammengelegt. Alle spielen nur noch in einer einzigen Primarklasse.
Die Spiele finden jahrgangsübergreifend statt. So werden die Mannschaften verschiedener Jahrgangsstufen künftig gemeinsam aufs Feldauflaufen. HSV-Trainer Martin Jol wird bereits nach den Sommerferien eine Mannschaft aufstellen, welche aus bisherigen Spielern der Wilhelmsburger Altherrenmannschaft, der D-Jugend des FC Türkiye und einigen ehemaligenHSV-Bundesligaspielern um den Torjäger Piotr Trochowski betehen wird.
Wie Frau Goetsch dem Abendblatt im Interview glaubhaft versichert hat, wird es zu keinen Leistungseinbrüchen der neuen HSV-Mannschaft kommen. Da gute Spieler bekanntlich die schlechteren Spieler mitziehen, werden die schlechteren von der neuen Reform deutlich profitieren. Aber auch die sehrguten Spieler wie Piotr Trochowski oder Marcel Jansen werden von demneuen Konzept profitieren und besonders gefördert, wissen sie doch in der neuenBesetzung, dass sie ganz besonders gefordert sind.
Um sowohl den Spielern als auch ihren Fans die wöchentlich eseelische Grausamkeit der Fussballergebnisse zu ersparen, besteht ein zentraler Pfeiler der neuen Reform in der Abschaffung der Torergebnisse. Ein quälendes 0 zu 1 oder gar 1 zu 3 soll es künftig nicht mehr geben. An die Stelle der Torergebnisse werden sogenannte Spielentwicklungsberichte eingeführt. Die Springer-Presse ist da ihrer Zeit schon weit voraus, denn derartige Berichte als Rubrik auch Spieler in der Einzelkritik genannt - publiziert sie in ihren Zeitungen schon seit langem – hier einBeispiel: http://www.welt.de/sport/fussball/article3122487/HSV-gegen-Bayern-Die-Spieler-in-der-Einzelkritik.html
Das Elternwahlrecht und der Wille der Spieler wird mit der Reform abgeschafft. Wo kommen wir denn hin, wenn jeder Spieler oder gar bei Minderjährigen jedes Elternteil selbst entscheiden will, in welchem Verein der Fussballspieler spielt ? Über die Zuweisung zur Mannschaften der einzelnen hamburger Fussballspieler entscheinden künftig ausschliesslich die Schiedsrichter. Nur sie verfügen über ausreichend fachliche Kompetenz, um derartig weitreichende Entscheidungen auf einer objektiven Basis beurteilen zu können.
In einem ersten Interview des Senders HH1 hat sich Bürgermeister Ole von Beust im Gespräch mit den Redakteur Schalthoff sehrpositiv über die neuen Vorhaben von Frau Goetsch geäussert:
Obwohl ich am Anfang und hier speziell im Wahlkampf vor der letzten Bürgerschaftswahl – persönlich sehr skeptisch war, so habe ich mich von Frau Goetsch in der Sache im Rahmen unserer Diskussion um die Elbvertiefung nun doch überzeugen lassen. Die Einheitsliga ist in anderen europäischen Ländern längst zum Standard geworden, da haben wir einen enormen Nachholbedarf. Ich – wie auch Herr Dr.Freytag, Herr Freistedt und Herr Weinberg – hoffen, dass kein kritischer Hamburger die tatsächlichen Systeme ausserhalb Deutschlands in Relation zu unseren Aussagen verifizieren wird. Mit den neuen Reformen wird es gerechter zwischen den Spielern zugehen.
Auch der Vorstand der Elternkammer der Fussballspieler begrüsst die neuen Reformvorhaben der Senatorin:
Die Ungerechtigkeit gerade bei Spielern mit Migrationshintergrund war in der Bundesliga in den letzten Jahren ein grosses Problem. Wir können nicht tatenlos zusehen, wie beispielsweise Lukas Podolski dauerhaft auf der Ersatzbank Platz nehmen müssen. Wir brauchen alle Talente.
Diese Meinung ist nicht unumstritten in Hamburg. Viele Fussballeltern meinen, dass zu einer Verbesserung der Situation man weder die Bank von Bayern München neu lackieren – noch das gesamte Hamburger Systemübereilt auf den Kopf stellen muss, und dass es insbesondere in einem Chaos enden wird. Sie wollen ihre Kinder weder mit dem Pinsel nach Bayern zum Streichen der Ersatzbank schicken müssen, noch zu Versuchskaninchen eines Experiments mit offenem Ausgang machen lassen.
Mittlerweile meldet die dpa, dass sich eine Vielzahl an Vereinsvorstände von den Erklärungen der Elternkammer der Fussballspieler distanziert haben und es sich verboten haben, von diesem im Hamburgischen Sportgesetz verankerten Elterninteressensgremium aller 180 000 Hamburger Elternweiter vertreten zu werden. Das ist nicht nur eine ungeheuerliche Ohrfeige andie gesamte Kammer, sondern in der Geschichte der Elternvertretung in ganz Deutschland wohl auch ein einmaliger Vorfall.
Offenbar lässt das den Vorstand der Elternkammer kalt, dieser hat sich ja bekanntlich nie um die Interessen ihrer gesamten Klientelgeschert und ist stets konsequent wie ein Geisterfahrer den eigenen Ideologiengefolgt. Anstatt sich auf seinen Anstand zu besinnen und vor dem Hintergrund der vielen Misstrauensvoten geschlossen zurückzutreten, liess sich der Vorstand erst Ende Januar in seinem Amt bestätigen. Damit wurde eine grosse Chance vertan, durch eine komplette Neuwahl einen Neuanfang zu starten, denn gerade in Zeiten der wichtigsten Veränderungen in der aktuellen Landschaft würden die Eltern eine Interessensvertretung benötigen, welche einerseits wirklich alle Elternmeinungen aufgreift und gewissenhaft vertritt. Andererseits wird eine starke und souveräne Interessensvertretung benötigt, welche sich nicht durch peinliche Gefälligkeitserklaerungen von Gesinnungsgenossen selbst öffentlich deklassiert und nunmehr ihre Hauptenergie auf halbherzige Verteidigungserklärungen zu ihren früheren Erklärungen verschwendet, sondern tatkräftig die Position aller Eltern gegenüber der Behörde und der Öffentlichkeit vertritt. Insbesondere darf keine Interessensvertretung ihre eigenen Mitglieder, deren Interessen sie vertreten soll, als Unruhestifteröffentlich verunglimpfen und sich so als Spalter der Elternschaft öffentlichpräsentieren, nur weil die Meinung eines Grossteils der Eltern nicht der persönlichen Meinung der Vorstandsmitgliedern entsprechen.
Damit die Reformen zügig noch vor der kommenden Bürgerschaftswahl umgesetzt werden können das gemeine Volk und der Wille der Mehrheit stört ja doch nur bei der Umsetzung wird von Versuchsprojekten mit ausgewählten freiwilligen Testvereinen und von einer anschliessenden Evaulierungsphase seitens Frau Goetsch abgesehen.
Für Eltern, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler: Die wichtigsten Punkte des „Rahmenkonzepts für die Primarschule, Stadtteilschule und das sechsstufige Gymnasium“ zusammengefasst. Broschüre hier herunterladen oder bestellen bei der Hotline Schuloffensive (040 / 428 99 77 33, hotline@bsb-hamburg.de).»
dieser Blog lebt von Meinungen, Statements und Publikationen. Mailt mir gern jederzeit Artikel bzw. Links zu Artikel, die hier veröffentlicht werden sollen ( bildunghh@gmail.com ) oder/und kommentiert und diskutiert hier, was die Server hergeben…
In dieser Community, die sich für eine bessere Bildung(spolitik) für die Hamburger Bürger, i.B. der Schüler einsetzt.
Politisch unabhängig aber nicht unpolitisch.
Vorrangiges Ziel dieses Web 2.0- Mitmach-Portals ist es :
Transparenz der vielen unterschiedlichen Meinungen und der Einzelaktionen zu erhalten.
Sie haben nach einer einfachen und schnellen Registrierung die Möglichkeit, u.a.:
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- ein eigenes Forum zu gründen oder sich in Diskussionen einzubringen
- eine eigene (geschlossene) Gruppe zu gründen (Ideal z.B. für RSK´s, Klassen,) – down- und upload von Videos und Bildern
Diese öffentliche Plattform wird je nach Akzeptanz weiter ausgebaut.
Nutzen Sie die Möglichkeit, so dass wir eine gemeinsame Plattform haben, um uns zu dem Thema „Hamburger Bildungsreform“ auszutauschen.
WELT ONLINE: Faktisch ist nun statt der Umweltpolitik die Bildungspolitik zum zentralen grünen Thema in Hamburg geworden. In größter Eile
Da hilft jetzt nur: Beten
will Schulsenatorin Goetsch eine sechsjährige Primarschule noch in dieser Wahlperiode einführen. Ist das klug?
Trittin: Was heißt hier Eile? Die Primarschule ist ein Einstieg in die lange gemeinsame Beschulung. Das ist die Konsequenz vieler Pisa-Studien, bei denen Deutschland versagt hat. Dort, wo gemeinsam beschult wird, sind die Leistungen alle besser. Wir haben in Deutschland einen gravierenden Bildungsnotstand. Wir bringen nur 30 Prozent unserer Schüler zur Hochschulbefähigung, der Schnitt der Industrieländer liegt bei 40. Wir bringen nur 20 Prozent zum Hochschulabschluss, im Schnitt der Industrieländer sind es 30. Die Folge ist, dass es trotz Massenarbeitslosigkeit einen gravierenden Fachkräftemangel gibt. Deswegen ist es in der Tat klug, eine solche Reform schnell anzugehen. Länger zu warten würde alles noch schwieriger machen.
WELT ONLINE: Dann erklären Sie uns doch einmal, was es Schülern, etwa auf der Veddel, wo Migrantenkinder mit schlechten Ausgangsbedingungen die große Mehrheit stellen, bringen soll, wenn sie nun sechs Jahre zusammensitzen statt vier.
Trittin: Es geht nicht nur um eine Verlängerung der gemeinsamen Beschulung, es geht auch um ein flächendeckendes Angebot für Kindergärten. Es muss insgesamt viel in das Bildungssystem investiert werden. Es gibt zwei parallele Ursachen für die deutsche Bildungsmisere. Zu wenig Geld und zu frühe Selektion. Die Hamburger Reform greift an beiden Punkten an. Nirgendwo werden Begabte aus Unterschichten so diskriminiert wie in Deutschland. Das muss sich endlich ändern. Wenn der Rest der Welt mit einem anderen System bessere Ergebnisse erzielt, dann kann man sich doch nicht verhalten wie ein Geisterfahrer und sagen: Die anderen fahren alle falsch.
Kommentar: In mancherlei Hinsicht interessant: Herr Trittin sieht die sechsjährige Primarschule (ebenso wie Frau Goetsch, “9 macht klug”) nur als einen EINSTIEG IN DIE LANGE GEMEINSAME BESCHULUNG. Hier wird die von der GAL gewünschte Einheitsschule vorbereitet (mehr Kinder auf Stadtteilschulen, weniger Kinder auf Gymnasien. Einführen von Noten erst in Klasse sechs, die dann allerdings auch sofort zur Selektion genutzt werden mit dem vermutlich wenig verwunderlichen Ergebnis, dass weniger Kinder die Hürde zum Gymnasium überspringen. Perfide.) und niemand merkt es. Die CDU lässt Frau Goetsch des lieben Friedens willen schalten und walten, der Kontakt zur Basis scheint mir längst verloren gegangen zu sein. Die meisten schweigen sowieso.
Dann begründet Herr Trittin die Notwendigkeit der langen gemeinsamen Beschulung mit allerlei unhaltbaren Aussagen. 1. Deutschland hat versagt. Hier verweise ich auf die bereits erfolgte Zusammenfassung von Herrn Nienaber, die deutlich macht, dass man sich nicht zufrieden auf dem Sofa zurücklehnen kann, dass aber von VERSAGEN nun auch keine Rede sein kann. 2. In der Folge werden Hochschulzugangsberechtigung (Abitur), Hochschulabsolventenquote und Fachkräftemangel wild in einen Topf geworfen, weil es sich irgendwie überzeugend anhört. Sinn macht die Aussage aber nicht, denn Fachkräfte sind in der Regel Absolventen kaufmännischer, gewerblicher oder sonstiger Berufsausbildungen – Akademiker werden dagegen eher selten als Fachkräfte bezeichnet.
Und, übrigens, Herr Trittin: In Hamburg machen 38,5 Prozent der Schüler(innen) Abitur. Eine Zahl, die Frau Goetsch nicht so gerne veröffentlichen wollte, weil es dann ja so aussehen könnte, als wäre die Lage gar nicht apokalyptisch und wir bräuchten keine berittene Retterin.
So geht es dann auch bei der nächsten Frage weiter, lesen Sie selbst oben.
Nochmal, Herr Trittin, der Rest der Welt erzielt nicht mit einem anderen System bessere Ergebnisse. Erstens: Der Rest der Welt ist nicht besser und, zweitens, das System ist nicht verantwortlich für Erfolg oder Misserfolg.
DAS SYSTEM IST EGAL! Wir brauchen kein neues System – sehr schön auch hier beschrieben-
warum führen Finnland und Singapur: http://www.finland.de/dfgnrw/dfg043a-pisa37.htm
Kleiner Auszug als Schmankerl? Gern:
“Ein- oder Mehrgliedrig? Völlig egal
Auch die Ein- oder Mehrgliedrigkeit des Schulsystems ist bedeutungslos: Während Finnland ein eingliedriges Schulsystem besitzt, in dem die Kinder lange gemeinsam lernen, herrscht in Singapur ein viergliedriges System. Beide Länder liegen laut OECD-Vergleich an der Spitze. Ebenso führt nicht automatisch mehr Unterricht zu besseren Ergebnissen: Finnische Schüler starten morgens relativ spät und gehen früh wieder nach Hause. “Sie gehen früher nach Hause als in anderen reichen Ländern”, vermerken die Berater. Damit sind weder Einheits- noch Ganztagsschulen automatisch Garanten für mehr Lernerfolg.”
Die Uni Hamburg ist hier mit den Änderungen in der Lehrerausbildung auf dem richtigen Weg. Ich verweise auf den Artikel im Abendblatt zur Einführung von Lehrereignungstests: http://www.abendblatt.de/daten/2009/02/09/1041349.html
Und last but not least: Noch im letzten Jahr waren im GAL-Konzept “Kreative Stadt” sechs Grundschuljahre genau so schlecht wie vier.
“Die Methoden zur Diagnose des Lernerfolgs versagen weitgehend, da nach vier oder sechs Schuljahren grundsätzlich nie mit Sicherheit prognostiziert werden kann, welche Lernentwicklung die einzelnen SchülerInnen tatsächlich noch vor sich hat (PISA-Bericht, 2003; IGLU-Bericht, 2003).”
Nun ja, die sechs Jahre sollen uns allerdings jetzt (1 Jahr später) als non plus ultra verkauft werden. Darauf müssen denkende Menschen doch reagieren. Denke ich.
Ach so, Quelle, hier: http://www.hamburg-kreativestadt.de/68.html
“Vordenker des schwarz-grünen Experiments ist dabei vor allem ein Mann: der Hamburger CDU-Bürgermeister Ole von Beust. Bereits in den 1990er-Jahren hatte er, kaum zum CDU-Fraktionschef in Hamburg gekürt, Arbeitsgruppen eingesetzt, die sich mit dem Thema “Politik nach dem Ende der Ideologien” befassten. Schon damals sprach von Beust von möglichen Bündnissen mit den Grünen. Damit machte er sein Ziel klar – die CDU musste weiter in die Mitte rücken und sich neue Wählerschichten erschließen, wenn sie in einer Stadt wie Hamburg nach Jahrzehnten in der Opposition eine Chance gegen die übermächtig erscheinende SPD haben wollte.” http://www.welt.de/welt_print/article3261672/Hamburger-Experimente.html
“Am Bürgermeister selbst prallt alle Kritik ab, Freytag trifft es. Freytag war es deshalb auch, der auf die – noch immer keineswegs verstummte – Kritik in seiner Partei an der geplanten sechsjährigen Primarschule klarmachte, worum es eigentlich geht – um die Machtfrage. Die Schulreform müsse in Kauf genommen werden, um mit den Grünen regieren zu können. Sonst könne die CDU gar nicht regieren und es gebe ein linkes Bündnis im Hamburger Rathaus.” http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E6FEE0B852FE748E9A9B788E184031121~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Und dann?
Es ist schon fast eine Ironie des Schicksals: Die Volksinitiative “Wir wollen lernen!” durfte sich gestern Abend im Schulausschuss vorstellen. Damit profitierte ausgerechnet die Gruppe, die seit Monaten gegen die Reformpläne der grünen Schulsenatorin Christa Goetsch kämpft, als Erste von der von den Grünen durchgesetzten Gesetzesänderung zur Volksgesetzgebung. Wegen des erwarteten Besucherandrangs fand die Sitzung im gediegenen Reimarius-Saal in der Patriotischen Gesellschaft statt. 70 Interessierte füllten die Stuhlreihen. Als der Vertrauensmann der Reformgegner Walter Scheuerl mit seiner 45 Minuten dauernden Beamer-Präsentation begann, herrschte gespannte Stille. Auch Senatorin Goetsch, die mit ihrem gesamten Führungsstab erschienen war, setzte die rote Lesebrille auf.
Äußerst selbstbewusst erneuerte Scheuerl mit zwei Mitstreitern die Ablehnung der Reformpläne. Im Kern fordert die Volksinitiative den Erhalt der Hamburger Gymnasien ab Klasse 5 und das Elternwahlrecht einer weiterführenden Schule. “Wir stehen dafür, dass die Ergebnisse der Enquete-Kommission zur Entwicklung der Bildung in Hamburg umgesetzt werden”, betonte Scheuerl. Die Expertenkommission hatte in der vergangenen Legislaturperiode unter dem CDU-Senat ein Zwei-Säulen-Modell aus Gymnasien und Stadtteilschulen vorgesehen.
Die jetzt geplante Einführung der Primarschule ist aus Sicht der Reformgegner der falsche Weg, um die Bildungschancen in Hamburg für alle Schüler zu verbessern. Inzwischen haben sie ihren Widerstand auch auf die Auflösung der Gesamtschulen ausgeweitet. “Wir sagen Nein!”, so der Initiator der Volksinitiative mit nach eigenen Angaben 350 Aktiven. Er machte gestern nochmals deutlich, dass die Gegner die geplante Schulreform zu Fall bringen wollen. Dafür bekam er kräftigen Beifall aus dem Publikum.
Bereits Ende November hatte die Volksinitiative 21 000 Unterschriften für den Erhalt der Gymnasien übergeben – mehr als doppelt so viele wie vorgesehen. Scheuerl kündigte gestern für die Zeit vom 28. Oktober bis zum 17. November ein Volksbegehren an. Der nächste Schritt des Volksgesetzgebungsverfahrens wäre dann am 4. Juli 2010 ein Volksentscheid, der die Reformpläne kippen könnte. Dieser Termin ist besonders brisant, weil er unmittelbar vor dem geplanten Inkrafttreten der Schulgesetznovelle liegt.
Eigenwillig – Willkürlich – Wirtschaftlich nicht durchdacht – Und vor allem nicht demokratisch…was und wieviel müssen wir noch ertragen?
Ich rufe alle Eltern, Lehrer, Schüler (!), weitere Betroffene sowie Interessierte und Politiker auf, sich am
Datum: noch offen. Vorschlag: noch vor den Ferien?
Uhrzeit:noch offen. Vorschlag: 16.00 Uhr
Ort: noch offen. Vorschlag: auf dem Rathausmarkt vor dem Rathaus
einzufinden, um hiergegen zu demonstrieren.
Demonstration für eine mit allen Beteiligten (Vertretungen Eltern, Lehrer, Schüler etc.) abgestimmte, wirtschaftlich und zeitlich machbare,notwendigeSchulreform.
Was sind die nächsten Schritte?:
Wie soll die Durchführung sich gestalten?:
Mein Vorschlag:
16.00 Uhr: Sammeln, Diskutieren…
16.30 Uhr: 5 Schweigeminuten
16.35 Uhr: Trillerpfeifen, Trommeln etc.: Laut sein und Warnwesten anziehen!
17.00 Uhr: Diskutieren: mit Bürgern, Betroffene, Politikern usw.
Warum 5 Schweigeminuten?:
-Symbolisch: es ist 5 vor 12
-signalisiert den Stillstand in den wir kommen werden, wenn die Reformen nicht getragen bzw. gelebt werden
-Ruhe vor dem Sturm
Bitte um Feedback und weitere/andere Vorschläge unter Kommentare.
Anmelden der Demonstration: kümmere ich mich.
Planungskomitee: hier werden Mitstreiter gesucht
Organisatoren vor Ort: hier werden Mitstreiter gesucht
Presse/Öffentlichkeitsarbeit: wer kann diese übernehmen?
Bekannt machen/Verteiler: hier sind ALLE aufgerufen und gefordert !!!
Sonstiges: Vorschläge sind willkommen!
Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion oder die Mail-Adresse für die interessierten Mitstreiter: bildunghh@gmail.com
Achtung:
Die Demonstration ist noch nicht angemeldet! Hier werden zunächst Ideen und Meinungen ausgetauscht.
… Am Bürgermeister selbst prallt alle Kritik ab, Freytag trifft es. Freytag war es deshalb auch, der auf die – noch immer keineswegs verstummte – Kritik in seiner Partei an der geplanten sechsjährigen Primarschule klarmachte, worum es eigentlich geht – um die Machtfrage. Die Schulreform müsse in Kauf genommen werden, um mit den Grünen regieren zu können. Sonst könne die CDU gar nicht regieren und es gebe ein linkes Bündnis im Hamburger Rathaus. Aber auch solche Klarstellungen scheinen in der Partei nicht gut anzukommen.
BERLINER MORGENPOST http://www.morgenpost.de/printarchiv/politik/article1041065/Mit_dem_Schlips_zum_Broetchenholen_Ein_Jahr_Schwarz_Gruen_in_Hamburg.html
… Am meisten diskutiert wird über einen zentralen Kompromiss der Koalition: die Bildungsreform. CDU und GAL wollen noch in dieser Wahlperiode eine sechsjährige Primarschule einführen – und stoßen auf breiten Widerstand. Trotz aller Unwägbarkeiten ist das Klima nach wie vor gut. Bisher deutet alles darauf hin, dass das Bündnis bis zur Bürgerschaftswahl 2012 hält.
In der rechten Navi-Bar habe ich einen neuen RSS-Feed eingebaut, der die neuen Mitglieder in der Bildungs-Community anzeigt. Dafür ist der Welt-Politik RSS-Feed rausgeflogen, da der Fokus auf Hamburg im Vordergrund steht.
91 Grundschulleiter unterzeichnen einen Appell zur Unterstützung der Goetsch-Reform. Auch die Lehrerkammer ist dafür. In der Öffentlichkeit herrsche der Eindruck, als seien alle dagegen, sagte die Vorsitzende des Grundschulverbands
Der Zeitpunkt war gut gewählt. Gestern Mittag, kurz bevor die Volksinitiative “Wir wollen lernen” im Schulausschuss erklärte, warum sie die Primarschule mit einem Volksbegehren verhindern will, veröffentlichte der Hamburger Grundschulverband einen Appell zur Unterstützung der Reform von GAL-Schulsenatorin Christa Goetsch.
“Wir hatten das Gefühl, es ist an der Zeit so etwas zu tun”, sagt die Vorsitzende Angelika Fiedler von der Clara Grunwald Schule. “In der Öffentlichkeit herrscht der Eindruck vor, als seien alle dagegen”. Bergedorfer Schulen hätten deshalb einen Text aufgesetzt, der binnen drei Tagen von 91 Schulleitungen unterzeichnet wurde. Darin heißt es, dass seit Beginn der öffentlichen Debatte die Kritiker “ein großes Forum” erhalten würden. Dadurch entstehe der Eindruck, dass alle Beteiligten an den Schulen diese Haltung teilen. Und weiter: “Wir wollen dem gegenüber ein Zeichen setzen und unser grundsätzliches Einverständnis mit dieser Reform kundtun”. Der von Senatorin Goetsch eingeschlagene Weg, Primarschulen einzurichten, sei “lange überfällig”. Auch wenn viele Grundschulen nicht zum Schuljahr 2010/11, sondern erst ein Jahr später 5. Klassen einrichten, würden sie trotzdem “mit aller Kraft für den Reformprozess arbeiten”. Mehr
Die Einführung der Primarschule sorgt nicht nur bei Schülern, Eltern und Lehrern für Kritik, sondern auch bei den
Christa Goetsch steht mit ihrer Primarschule in der Kritik
Wirtschaftsverbänden.
Die CDU hat bei der letzten Bürgerschaftswahl den Erhalt der Gymnasien garantiert, für die schwarz-grüne Koalition dann aber das Versprechen in den Augen vieler Wähler und CDU-Parteimitglieder gebrochen. Denn nun soll es auf Geheiß der grünen Schulsenatorin Christa Goetsch 6-jährige Primarschulen geben und nur noch 6-jährige Gymnasien, und das Elternwahlrechts in puncto Schulzweig soll wegfallen. Mehr
Es ist schon fast eine Ironie des Schicksals: Die Volksinitiative “Wir wollen lernen!” durfte sich gestern Abend im Schulausschuss vorstellen. Damit profitierte ausgerechnet die Gruppe, die seit Monaten gegen die Reformpläne der grünen Schulsenatorin Christa Goetsch kämpft, als Erste von der von den Grünen durchgesetzten Gesetzesänderung zur Volksgesetzgebung. Wegen des erwarteten Besucherandrangs fand die Sitzung im gediegenen Reimarius-Saal in der Patriotischen Gesellschaft statt. 70 Interessierte füllten die Stuhlreihen. Als der Vertrauensmann der Reformgegner Walter Scheuerl mit seiner 45 Minuten dauernden Beamer-Präsentation begann, herrschte gespannte Stille. Auch Senatorin Goetsch, die mit ihrem gesamten Führungsstab erschienen war, setzte die rote Lesebrille auf.
Äußerst selbstbewusst erneuerte Scheuerl mit zwei Mitstreitern die Ablehnung der Reformpläne. Im Kern fordert die Volksinitiative den Erhalt der Hamburger Gymnasien ab Klasse 5 und das Elternwahlrecht einer weiterführenden Schule. “Wir stehen dafür, dass die Ergebnisse der Enquete-Kommission zur Entwicklung der Bildung in Hamburg umgesetzt werden”, betonte Scheuerl. Die Expertenkommission hatte in der vergangenen Legislaturperiode unter dem CDU-Senat ein Zwei-Säulen-Modell aus Gymnasien und Stadtteilschulen vorgesehen. Mehr
Hans-Peter de Lorent (59) leitet seit Mai die Projektgruppe Schulreform, soll jetzt Chef-Aufseher für die Primarschulen werden
Bild.de
Von OLAF SCHIEL
Offenbar hat es Senatorin Christa Goetsch (GAL) nicht nur bei der umstrittenen Schulreform eilig…
Im Eilverfahren hievt Goetsch Parteifreunde auf gut dotierte Posten in ihrer Behörde. Nach BILD-Informationen stimmte die Schul-Deputation am Mittwoch gleich vier „Blitz-Beförderungen“ zu.
Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) steht wegen ihrer Beförderungs-Praxis in der Kritik
Mindestens drei der Aufsteiger sind GAL-Mitglieder. Alle vier stammen aus der Projektgruppe Schulreform. Während Hans-Werner Schäfer, Rolf Deutschmann und Thorsten Altenburg-Hack „nur“ um ein bis zwei Gehaltsstufen auf A 15 bzw. A 16 hochgestuft werden, macht ihr Chef Hans-Peter de Lorent einen riesigen Karrieresprung. Mehr
Zu den öffentlich umstrittenen Projekten des schwarz-grünen Senats zählt die sechsjährige Primarschule. Sie soll ab 2010 die bisherige vierstufige Grundschule ersetzen und ein längeres gemeinsames Lernen der Kinder ermöglichen. Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) spricht sich für die Einführung der neuen Primarschule aus, vier von zehn wollen dagegen an dem bisherigen Modell der Grundschule festhalten. In Haushalten mit Kindern fällt der Rückhalt für das neue Schulmodell mit 60 Prozent sogar noch etwas deutlicher aus als bei den Hamburgern insgesamt.
Vor allem in den Reihen der Grünen findet die Primarschule Unterstützung. Acht von zehn Grünen/GAL-Anhängern unterstützen den von Bildungssenatorin Christa Goetsch geplanten Umbau des Schulsystems. Auch SPD- und Linke-Anhänger stehen mehrheitlich hinter dem Projekt (59 und 57 Prozent). Unter den Anhängern von CDU und FDP überwiegt dagegen die Skepsis. Sie befürworten eher den Erhalt der bisherigen Grundschule als deren Reform (53:40 und 52:41 Prozent). Mehr
SPD-Schulexperte Ties Rabe (48) unterrichtet Deutsch, Gemeinschaftskunde, Religion und Geschichte am Luisen-Gymnasium in Bergedorf. Foto: Astrid Ott
Interview: SPD-Schulexperte Ties Rabe im Abendblatt-Gespräch
Der schulpolitische Sprecher fürchtet, dass wegen der Goetsch-Reform bis zu 23 Gymnasien schließen werden.
SPD-Schulexperte Ties Rabe (48) unterrichtet Deutsch, Gemeinschaftskunde, Religion und Geschichte am Luisen-Gymnasium in Bergedorf. Foto: Astrid Ott
Abendblatt:
Was will die Hamburger SPD in der Bildungspolitik?
Ties Rabe:
Wir möchten drei Krisen bewältigen. Erstens: Es gibt zu viele Bildungsverlierer in den Hamburger Schulen. Zwischen 25 und 30 Prozent der 15-Jährigen können kaum besser lesen und schreiben als die meisten Viertklässler. Zweitens: Die Leistungsspitze muss besser werden. Und drittens: Das staatliche Schulsystem ist in einer Vertrauenskrise. Wir müssen Wege finden, auch diese Krise in den Griff zu bekommen. Wir wollen handwerklich sorgfältige Schulreformen mit drei Schwerpunkten: die Stadtteilschule entwickeln, den Unterricht verbessern und ein Programm für mehr Chancengleichheit benachteiligter Schüler starten. Mehr
abendblatt.de
Es ist gewissermaßen ein Aufstieg in den Beamten-Olymp: Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) hat den Projektleiter für die Primarschulreform, Hans-Peter de Lorent, zum leitenden Oberschulrat befördert. De Lorent wird nun nach der Gehaltsstufe B 2 besoldet. Er verdient 5800 Euro monatlich – ein Plus von rund 1000 Euro.
Ties Rabe, der schulpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, reagierte empört. “Die ersten Gewinner der Schulreform sind nicht Hamburgs Schüler, sondern die Berater der Schulsenatorin”, sagte Rabe. Außer de Lorent hatte die Deputation der Schulbehörde auch der Beförderung von zwei weiteren Mitarbeitern der Projektgruppe zugestimmt.
Rabe kritisierte außerdem, dass mit de Lorent ein Parteifreund von Senatorin Goetsch in eine der höchsten Besoldungsgruppen der Hamburger Verwaltung befördert worden sei. De Lorent war in den 90er-Jahren Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und später GAL-Bürgerschaftsabgeordneter.
Der SPD-Politiker wies darauf hin, dass B-Besoldungen eher für Amtsleiter vorgesehen seien. “Das ist keine unübliche Besoldung für eine solche Tätigkeit”, entgegnete Jan Bruns, Sprecher der Schulbehörde. “Herr de Lorent ist der Kopf der Projektgruppe, die für Planung und Umsetzung der Schulreform verantwortlich ist.”
Rabe monierte außerdem, dass die Besoldungserhöhung von de Lorent aus Mitteln für die Schulreform bezahlt werde. “Das Geld sollte der Steigerung der Unterrichtsqualität zugute kommen”, sagte Rabe.
Rolf Salo lacht viel beim Reden. Derzeit hat er allen Grund dazu. Vor zwei Wochen erst wurde der Leiter einer Hamburger Arbeitsmarkt-Dienstleistungsfirma zum hiesigen Landesvorsitzenden der FDP gewählt, nun erzielt seine Partei laut Umfrage einen Stimmenanteil von neun Prozent. Bundesweit sind die Liberalen derzeit auf dem Vormarsch. In der Hansestadt haben sie in den beiden zurückliegenden Wahlen zur Bürgerschaft nicht mal die Fünf-Prozent-Hürde geschafft. Mehr
Einen Tag nach Bekanntwerden der schlechten Umfrageergebnisse für die Hamburger CDU – sie verlor gegenüber der Wahl vor einem Jahr sechs Prozentpunkte – laufen bei der Partei Ursachenforschung und Schadensanalyse auf Hochtouren. Dabei fällt auf: In der CDU herrscht Uneinigkeit darüber, inwieweit das schlechte Ergebnis auch auf die aktuelle Schulpolitik zurückzuführen ist.
Einige Politiker messen ihr einen hohen Anteil am schwachen Abschneiden der Partei von Bürgermeister Ole von Beust bei, andere sehen das nicht so. “Beim Thema Schule haben wir Federn lassen müssen”, sagt die CDU-Wirtschaftspolitikerin Barbara Ahrons, “da müssen wir mehr tun.” Laut Ahrons müsse unter anderem die Kommunikation verbessert werden – “wir reden zu sehr aneinander vorbei”. Allerdings machte Ahrons auch noch andere Punkte wie zum Beispiel die Krise der HSH Nordbank und den politischen Bundestrend für die Misere mitverantwortlich. Mehr
Unerfreuliche Zahlen für Bürgermeister Ole von Beust (CDU), der aber der mit Abstand beliebteste Politiker bleibt. Foto: dpa
Sechs Prozentpunkte weniger als bei der Wahl vor einem Jahr. Fraktionschef macht die Finanzkrise verantwortlich. FDP liegt bei 9 Prozent.
Unerfreuliche Zahlen für Bürgermeister Ole von Beust (CDU), der aber der mit Abstand beliebteste Politiker bleibt.
Die Stimmung der Hamburger Wähler gegenüber der schwarz-grünen Koalition scheint zu kippen. Wenn am Sonntag Bürgerschaftswahl wäre, hätten CDU und GAL keine Mehrheit mehr. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap unter 1000 Wahlberechtigten, die das “Hamburg Journal” und NDR 90,3 in Auftrag gegeben hatten. Mehr
Jetzt gibt es Zoff in der Schülerkammer: Die Schüler Union wirft dem Vorstand der Kammer vor, mit seinem Ja zur Primarschule und zur Schule für alle nicht den Willen der Mehrheit der Schüler widerzugeben. “Die Schülerkammer hat damit einen klaren Vertrauensbruch begangen”, sagte der Schüler-Union-Vorsitzende Ramon Weilinger. “Die Schülerkammer wird von ihren Mitgliedern missbraucht, um persönliche Interessen zu vertreten”, kritisierte Ramon Weilinger.
Der CDU-Wirtschaftsrat geht auf Distanz zur Schulpolitik des schwarz-grünen Senats. Grundsätzlich unterstützt der Landesvorstand den Senat bei seinen schulpolitischen Zielsetzungen, wie es in einer Erklärung heißt. Eine “klare Absage” erteilt er jedoch den Plänen zur Einführung der Primarschule. Diese ließen die notwendige konzeptionelle Reife vermissen. Die Schulsenatorin solle sich besser auf andere Bereiche konzentrieren, etwa auf Maßnahmen der Frühförderung vor dem ersten Schuljahr, den Ausbau der Ganztagsschulen und die Umsetzung des Zwei-Säulen-Modells aus Stadtteilschule und Gymnasium. Mehr
Die oppositionelle SPD will bildungspolitisch vor allem in die Sprachförderung und den Ausbau von Ganztagsschulen investieren. Die Anträge für den Doppelhaushalt 2009/2010, den die Bürgerschaft von Dienstag an berät, sehen unter anderem 120 zusätzliche Lehrerstellen für die Sprachförderung vor. Außerdem wollen die Sozialdemokraten 100 Ganztagsschulen in den kommenden sechs Jahren einrichten. “Zwar sieht der schwarz-grüne Koalitionsvertrag die Einrichtung von 50 Ganztagsschulen vor. Wahrscheinlich erreicht der Senat aber nicht einmal die Hälfte”, kritisierte der SPD-Schulpolitiker Ties Rabe, der auf die aktuellen Haushaltsansätze der Schulbehörde verwies. Mehr
In regelmäßigen Schulbriefen an Eltern, Schülerinnen und Schüler, Schulleitungen, Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schulsekretariate, Hausmeister und Betriebsarbeiter aller staatlichen Schulen in Hamburg informiert Senatorin Christa Goetsch über den Stand der Hamburger Schulreform.Mehr
Der Schweizer Kinderarzt Remo Largo gehört zu den bekanntesten Autoren von Erziehungsratgebern. In seinem jüngsten Buch richtet er einen neuen Blick auf gute Schule. „Schülerjahre. Wie Kinder besser lernen” ist ein Plädoyer für eine Schule, die vor allem auf die Bindung zwischen Schüler und Lehrer setzt. Mehr
welt.de
Hamburg (dpa/lno) – Nach dem milliardenschweren Hilfspaket für die HSH Nordbank gibt es nach Ansicht des Deutschen Lehrerverbandes Hamburg (DLH) keine finanzielle Grundlage mehr für die schwarz-grünen Primarschulpläne. «Die Primarschulreform ist nicht mehr seriös finanzierbar», erklärte DLH-Chef Matthias Oehlrich am Mittwoch. Er appelliere deshalb an Bürgermeister Ole von Beust (CDU): «Werfen Sie das Ruder herum, es ist noch nicht zu spät! Noch ist kein dauerhafter Schaden angerichtet.» Der Lehrerverband forderte stattdessen die Umsetzung des Zwei-Säulen-Modells und den Einsatz der verbliebenen Finanzmittel für sofortige inhaltliche Verbesserungen.
abendblatt.de “Bei Ihnen gibt’s alles zum Nulltarif, und am Ende klappt nichts.” Mit diesen Worten kritisiert der schulpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Ties Rabe, die schulpolitischen Passagen des Haushaltsplans. “Wo steht denn hier, was das alles kosten soll? Wo? Sagen Sie es mir”, so Rabe an die Adresse von Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL). Letztlich betreibe die Senatorin “genau den Kurs, der die Stadt ins Chaos treibt.” Deutlich wandte sich Rabe auch gegen den Boom bei Privatschulen. “Wir wollen das nicht, wir wollen hervorragende staatliche Schulen für alle Kinder.” Christa Goetsch konterte, indem sie der SPD vorwarf: “Sie reihen sich bei denen ein, die am liebsten alles so lassen würden, wie es ist.” Viele Menschen hätten ihre Bedenken, zum Beispiel gegen die Primarschule, bereits weggeräumt. Es sei logisch, dass der Reformprozess viel Skepsis mit sich bringe. “Aber die Fragen werden Schritt für Schritt beantwortet”, sagt Goetsch. Mehr
Hamburger Eltern für gute Schulen / Netzwerk aller Schulreformkritiker:
Liebe Hamburgerinnen und Hamburger,
liebe Eltern und Großeltern, liebe Schulleitungen, liebe Lehrkräfte,
die Zeit ist reif …
Wir Bürger und Eltern wollen endlich unseren Unmut über die erneuten Schulreformpläne in Hamburg lautstark äußern!
Die Primarschul-Reform bringt nicht nur Nachteile für eine Schulform, sondern sie betrifft alle Schulen und alle Klassenstufen! Wir wollen von unserem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch machen und unser Protest sollte wirklich laut und hörbar sein. Wir gehen für die Zukunft unserer Kinder und unsere Überzeugung auf die Straße und demonstrieren!
Treffpunkt: Samstag, den 18. April 2009, 11.00 Uhr, auf dem Gänsemarkt!
Demokratie lebt von und entscheidet sich durch Willensäußerungen, nicht durch Debattierrunden!!
Wir finden, für bessere und gerechtere Bildung lohnt es sich immer auf die Straße zu gehen.
WIR FORDERN QUALITÄTSVERBESSERUNGEN STATT STRUKTURCHAOS
- UND DEN ERHALT DER BILDUNGSVIELFALT IM HAMBURGER SCHULSYSTEM !
Herzliche Grüße,
von allen
Hamburger Eltern für gute Schulen / Netzwerk aller Schulreformkritiker!
Die FDP lehnt die Primarschulreform der schwarz-grünen Koalition ab. Die Liberalen in Hamburg haben Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) jetzt in einem Positionspapier aufgefordert, die geplante Reform sofort zu stoppen.
“Soziale Gerechtigkeit wird nicht erreicht, in dem Schulklassen geschlossen von Schule zu Schule wandern müssen, sondern durch den Ausbau der frühkindlichen Bildung und die Verbesserung der Rahmenbedingungen in den Schulen”, heißt es außerdem in dem Papier, das der Landesparteitag der Hamburger Liberalen einstimmig angenommen hat. Mehr
Morgen soll der Doppelhaushalt, der Ausgaben von insgesamt 21,4 Milliarden Euro vorsieht von der Bürgerschaft beschlossen werden. In der Haushaltsdebatte bekam der erste Bürgermeister für seine Bildungspolitik besonders von der Linksfraktion Beifall.
Dazu Sylvia Canel, bildungspolitische Sprecherin der FDP Hamburg:
„Der Beifall für den Bürgermeister kommt aus der richtigen, aus der linken Ecke, denn der Linksruck der CDU in Hamburg ist kein Ausrutscher sondern Programm. Die Bildungspolitk wird planwirtschaftlich aufgezogen, die Selbstverantwortete Schule zurückgefahren und die Gymnasien als Stätten der Sozialignoranten stigmatisiert.
Mit einem Handgeld von knapp 200 Millionen mit dem gerade die Elbphilharmonie zusätzlich finanziert werden soll, wird in Hamburg das gesamte Bildungssystem in einem Jahr umgestellt. Hat sich Ole von Beust überlegt, dass wir im Vergleich zu Skandinavien mit halber Personalstärke doppelt so viele Kinder, von denen die Hälfte einen Migrationshintergrund hat unterrichten? Wohl kaum. Jeder Autohersteller handelt verantwortungsbewusster und lässt sich für die Einführung eines neuen Modells mehr Zeit und nimmt mehr Geld in die Hand als der Bürgermeister für die Einführung der Primarschule für unsere Kinder.
Deshalb fordert die FDP Hamburg: Runter vom Gas – Keine Zwangseinführung der Primarschule! Mehr
Nach dem milliardenschweren Hilfspaket für die HSH Nordbank gibt es nach Ansicht des Deutschen Lehrerverbandes Hamburg (DLH) keine finanzielle Grundlage mehr für die schwarz-grünen Pläne zur Einführung der Primarschule in der Hansestadt. “Die Primarschulreform ist nicht mehr seriös finanzierbar”, erklärte DLH-Chef Matthias Oehlrich am Mittwoch. Für die Reform werde über mindestens ein Jahrzehnt sehr viel mehr Geld als bisher benötigt. Dieses Geld sei nun aufgrund der finanziellen Notlage der HSH Nordbank sicher nicht mehr vorhanden.
Oehlrich appellierte deshalb an Bürgermeister Ole von Beust (CDU): “Werfen Sie das Ruder herum, es ist noch nicht zu spät! Noch ist kein dauerhafter Schaden angerichtet.” Der Lehrerverband forderte stattdessen die Umsetzung des Zwei-Säulen-Modells und den Einsatz der verbliebenen Finanzmittel für sofortige inhaltliche Verbesserungen. Dazu gehörten Anstrengungen in der Frühförderung sowie in den geplanten Stadtteilschulen, um die Quote der Risikoschüler zu senken. Mehr
Die Ganztagsschule ist Vorreiter für ein hamburgweit geplantes Modell. Aber noch ist die Finanzierung unklar.
In der "Lehrerlounge" tauschen sie sich aus: Nina Kleineidam (v. l.), Karsten Stuhlmacher, Hans-Christian Martens und Silvia Götz. Im Sommer 2008 haben sie die gemütliche Sitzecke eingeweiht. Gleich daneben gibt es eine Sitzecke, in der Schüler und Lehrer sich besprechen können. Foto: Röhrbein
Von Sally Meukow
In der “Lehrerlounge” tauschen sie sich aus: Nina Kleineidam (v. l.), Karsten Stuhlmacher, Hans-Christian Martens und Silvia Götz. Im Sommer 2008 haben sie die gemütliche Sitzecke eingeweiht. Gleich daneben gibt es eine Sitzecke, in der Schüler und Lehrer sich besprechen können. Foto: Röhrbein
Mit knallrotem Ledersofa “Klippan” und “Orgel Vreten”-Standleuchte scheint es, als sei die “Lehrerlounge” des Goethe-Gymnasiums dem Katalog des schwedischen Möbelriesen entsprungen. Nur die von ehemaligen Schülern und Lehrern gemalten Bilder an der Wand erinnern an das klassische Lehrerzimmer. In der “Lehrerlounge” treffen sich die 60 Lehrer der Ganztagsschule in Lurup in der großen Pause oder am Nachmittag zur Teambesprechung.
“Das ist ein Geschenk, sich in so gemütlicher Atmosphäre austauschen zu können”, sagt Hans-Christian Martens (32), der Englisch und Geschichte unterrichtet. Schulleiter Egon Tegge ist überzeugt, dass “zufriedene Lehrer viel bessere Arbeit machen und Burnout schnell kein Thema mehr ist.” Mehr
Streit in der Schülerkammer nach Stellungnahme zur Primarschule. Reformkritiker fordern mehr Basisdemokratie und initiieren Schulsprechertreffen. Doch auch da gingen Meinungen auseinander
VON KAIJA KUTTER
Die Schulreform politisiert die Jugend. Am Donnerstagabend trafen sich rund 50 Schulsprecher im Oberstufenhaus des Eimsbüttler Schuldreiecks an der Bogenstraße. Eingeladen hatte eine Gruppe von Unzufriedenen aus der SchülerInnenkammer (SKH), die bei einer Abstimmung zur Schulreform unterlegen war. Mehr
welt.de
Das Gespräch Führten Florian Hanauer Und Oliver Schirg 8. März 2009, 02:32 Uhr
CDU-Landeschef Michael Freytag reagiert nachdenklich auf parteiinterne Kritik, auf schlechte Umfrageergebnisse und den Ärger mit der Bildungspolitik
Michael Freytag ist als Finanzsenator, aber auch als CDU-Landeschef in die Kritik geraten. Im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“ erklärt er, wie die Union aus dem momentanen Stimmungstief herauskommen will. Nach der letzten Infratest-Umfrage bleibt die CDU in Hamburg mit 36 Prozent zwar stärkste Partei, verlor aber gegenüber der Bürgerschaftswahl vor einem Jahr 6,6 Prozentpunkte. Mehr
Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) hat viele Eltern mit der von ihr geplanten Einführung einer sechsjährigen Primarschule verärgert
(7) Von Oliver Schirg 9. März 2009, 17:58 Uhr
Unter Hamburgs Eltern formiert sich offenbar ernsthafter Widerstand gegen die von CDU und Grünen geplante Einführung der Primarschule, und das Abseits von Parteien und Initiativen: Ein „Netzwerk aller Schulreformkritiker” hat für den 18. April zu einer Protestdemo vom Gänsemarkt zum Rathaus aufgerufen. Mehr
welt.de
Von Oliver Schirg Und Florian Hanauer 9. März 2009, 02:32 Uhr
Michael Freytag: “Ich halte mich nicht für unfehlbar” – Verständnis für Kritiker der Schulreform
Hamburgs Finanzsenator und CDU-Landeschef Michael Freytag hat nachdenklich auf interne Kritik an seinem Führungsstil reagiert. “Ich nehme das an und halte mich auch nicht für unfehlbar”, sagte der Politiker in einem Gespräch mit der WELT. Allerdings habe er “in den Gremien, die die Partei repräsentieren, wie Fraktion, Landesvorstand und Landesausschuss, auch in schwierigen Zeiten Solidarität erfahren”. Für ihn selbst stehe außer Frage, was er zum Antritt als CDU-Landesvorsitzender erklärt habe: “Ich bin nicht jemand, der in harten Zeiten vor schwierigen Aufgaben davonläuft”, sagte Freytag. Mehr
Katharina Winkel inmitten von 23 ihrer insgesamt 27 Schüler, die sich eine Woche lang von morgens um 7.45 Uhr bis zum Schulschluss am frühen Nachmittag von den Abendblatt-Reportern auf Schritt und Tritt beim Unterricht im Klassenzimmer begleiten ließen. Foto: Rauhe
abendblatt.de
Bei Frau Winkel im Schul-Labor
Abendblatt-Reporter besuchten eine Woche lang die Klasse 7b der St. Paulus Schule. Was müssen Lehrer heute leisten? Was müssen Siebtklässler können? Wie funktioniert die Integration von Haupt- und Realschülern? Ein ungewöhnlicher Einblick in den Schulalltag.
Von Jan Haarmeyer
Katharina Winkel inmitten von 23 ihrer insgesamt 27 Schüler, die sich eine Woche lang von morgens um 7.45 Uhr bis zum Schulschluss am frühen Nachmittag von den Abendblatt-Reportern auf Schritt und Tritt beim Unterricht im Klassenzimmer begleiten ließen. Foto: Rauhe
Montag, 23. Februar
“Gu-ten Mor-gen, lie-be Frau Win-kel.” Rosenmontag, Ausnahmezustand. Und deshalb ist es auch nicht 7.45 Uhr, wie sonst jeden Montag bei Schulbeginn, sondern bereits neun Uhr. Und schon hell draußen. Es gibt Brötchen, Aufschnitt und Saft. An den Wänden in dem Klassenraum am Öjendorfer Weg kleben ein paar bunte Luftballons. Wir sind in der 7 b der katholischen Grund-, Haupt- und Realschule St. Paulus in Billstedt. 27 Schüler stehen hinter ihren Tischen und haben im Chor ihre Lehrerin begrüßt. Zwölf Mädchen, 15 Jungs. 13-Jährige aus Billstedt, Mümmelmannsberg, Jenfeld, Horn und Oststeinbek. Junge Menschen aus aller Herren Länder, die meisten in dieser Klasse sind aus Deutschland und Polen, sie kommen aus Russland, Kroatien, Ungarn und Syrien. Rund 650 Kinder und Jugendliche aus insgesamt 25 Nationen besuchen diese Schule direkt neben dem Billstedt-Center, die damit internationaler ist als fast jede staatliche Schule in Hamburg. Mehr
Focus.de
Polizei berichtet von ersten Hinweisen auf Motiv
Nach dem Amoklauf von Winnenden berichtet der Waiblinger Polizeichef Michelfelder über erste Fortschritte in den Ermittlungen. Michelfelder zufolge habe man „erste Anatzpunkte für ein Motiv“ gefunden. Er äußerte sich auch über den Gesundheitszustand der Verletzten.
Nach dem Amoklauf von Winnenden mit 16 Toten hat die Polizei erste Vermutungen, warum der 17 Jahre alte Schüler Tim K. die Tat beging. Es gebe „erste Ansatzpunkte für ein Motiv“, sagte der Waiblinger Polizeichef Ralf Michelfelder am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin. Details nannte er nicht und verwies auf eine für Mittag geplante Pressekonferenz. Mehr
Ohnmacht, Entsetzen. Das Mitgefühl der BildungsInititative gehört den betroffenen Eltern, Verwandten und Freunden sowie allen weiteren Betroffenen der getöteten Schüler.
Was war das Motiv? Schell kommen auch Stimmen (ausserhalb des Umgangs mit Waffen) aus dem Schulumfeld bzgl. des Schulsystems hoch. Zu viele Hausaufgaben, keine Freunde, Einsamkeit. Das kann jederzeit auch in Hamburg passieren. Oder? Ist es nur eine Frage der Zeit?
Aber die eigentliche Frage ist: Was müssen wir ALLE JETZT verändern, damit soetwas nicht wieder (auch in Hamburg) passieren kann?
Schlagworte: Reformpolitik Schule
Großartig, rufen die einen, ein Desaster, die anderen: Der Radikalumbau der Hamburger Schulen
Ein Riss geht durch Hamburg. Fein wie ein Haar begann er sich vor knapp einem Jahr vom Rathaus aus durch die Stadt zu ziehen. Es gibt Viertel, da ist er inzwischen so breit wie ein Graben. Er trennt die Befürworter und Gegner der umfassendsten Schulreform, die ein deutsches Bundesland seit 1945 gewagt hat. Er trennt nicht allein die konservativen Eltern aus den Elbvororten von den türkischen Familien in Wilhelmsburg oder Billstedt. Er spaltet Hausgemeinschaften, Schulen, Kollegien, Lehrerzimmer und Familien. Was die einen glühend verfechten, wollen die anderen um keinen Preis.
Der schwarz-grüne Senat will die Schulen der Hansestadt mit einem Radikalumbau aus dem Pisa-Tal führen. Die vierjährige Grundschule wird zur sechsjährigen Primarschule erweitert. Die Haupt-, Real- und Gesamtschulen werden zur sogenannten Stadtteilschule vereint; dort können die Schüler alle Abschlüsse erreichen, auch das Abitur. Die Gymnasien, die gerade erst den Verlust des dreizehnten Schuljahres verdauen mussten, verlieren nun ihre Unterstufen, die Gymnasialzeit schrumpft damit von neun auf sechs Jahre. Abgeschafft wird das Recht der Eltern auf die Wahl der weiterführenden Schule für ihr Kind.
Dieser äußere Umbau soll den Rahmen bilden für eine an Vermessenheit grenzende inhaltliche Schulreform: Sie soll aus jedem Hamburger Lehrer einen Reformpädagogen machen, kleinere Klassen schaffen, jahrgangsübergreifenden Unterricht einfordern, das Sitzenbleiben abschaffen, das individualisierte Lernen einführen, Noten bis Klasse sechs durch Kompetenzberichte ersetzen und zwei Einschulungstermine pro Schuljahr anbieten.
Kaum ein Reformvorschlag der letzten Jahre, der nicht in der »Hamburger Bildungsoffensive« aufgegriffen wird.
Die CDU zahlt den Preis für die Elbvertiefung
Gebannt darf man im ganzen Land auf dieses Feuerwerk bildungspolitischer Maßnahmen schauen. Wenn die Pläne der grünen Bildungssenatorin Christa Goetsch aufgehen, könnte diese Reform Hamburg zum deutschen Musterschüler machen. Misslingen sie aber, dann wäre es das größte bildungspolitische Desaster seit dem Scheitern der Gesamtschule.
Christa Goetsch will von Katastrophenszenarien nichts wissen, sie legt den Finger in jene Wunden, die seit dem Pisa-Schock vor acht Jahren dem Bildungsstandort Deutschland heftige Schmerzen bereiten. 30 Prozent aller 15-Jährigen gehören in Hamburg zur Gruppe der sogenannten Risikoschüler. Am Ende ihrer Schullaufbahn können sie nicht besser lesen als ein Viertklässler. Goetsch will Bildungswege nicht länger von der sozialen Herkunft der Kinder abhängig machen, die Zahl der Schulabbrecher verringern und mehr Schüler zum Abitur führen.
Es ist die einmalige Chance der ehemaligen Haupt- und Realschullehrerin, ihrer Vision einer gerechteren Schule endlich näherzukommen. Als Spitzenkandidatin der Grün-Alternativen Liste (GAL) zog sie im Wahljahr 2008 in den Kampf um die neunjährige Gemeinschaftsschule und die Abschaffung der Gymnasien. Heute ist sie Bildungssenatorin in einer schwarz-grünen Koalition und verteidigt das, was von ihrem Ideal geblieben ist, als ginge es um ihr Leben. Mehr
In sechs Regionen reichen die Schülerzahlen nicht, um eine Oberstufe zu gründen. SPD-Politikerin Rugbarth fordert, an jeder Stadtteilschule müsse Abitur möglich sein. Behörde setzt auf Verbünde
VON KAIJA KUTTER
An jeder der künftigen Stadtteilschulen sei die Chance, das Abitur zu machen gleich, hatte GAL-Schulsenatorin Christa Goetsch kürzlich im taz-Interview erklärt. Die SPD-Abgeordnete Andrea Rugbarth sah sich daraufhin die im Internet verfügbaren Planungsdaten für die 22 Regionalen Schulkonferenzen (RSK) an und bekam Zweifel. Denn in sechs Regionen ist die heutige Zahl der Oberstufenschüler so gering, dass es nicht mal für eine Oberstufe im Viertel reicht. Mehr
Prima Schulen – Wege zu einer guten Bildung
11.00 bis 16.30 Uhr
im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung,
Felix-Dahn-Straße 3, 20357 Hamburg
Es stehen
1. Kompetenzorientierter Unterricht – was bedeutet
das für mein Kind?
2. Fächerübergreifender Unterricht in den Profilen
der gymnasialen Oberstufe
3. Interkulturelle Kompetenzen
4. Eltern.mit.Wirkung
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.
Gegen eine Kostenbeteiligung von € 5,00 wird ein
Mittagessen angeboten, das Sie vorbestellen können.
Flyer und Anmeldeformulare gehen demnächst an
die Elternräte in Ihren Schulen; auf der Homepage
der EKH steht ein Online-Anmeldeformular bereit
(http://www.elternkammer-hamburg.de/).
Hauptvortrag: Prof. Dr. Klaus-Jürgen Tillmann, Universität Bielefeld
Begrüßung: Christa Goetsch, Zweite Bürgermeisterin und Schulsenatorin
Kurzkommentar von Prof. Dr. Karl Dieter Schuck, FB Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg,
im Anschluss Fragen und Diskussion.
Dienstag, 31. März 2009, 18.00 – 20.00 Uhr,
Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, Felix-Dahn-Str. 3, Aula
Zu dieser Veranstaltung laden ein:
Prof. Dr. Wolfram Weiße (Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität
Hamburg), Prof. Dr. Reiner Lehberger (Zentrum für Lehrerbildung Hamburg)
und Landesschulrat Peter Daschner (LI Hamburg).
Der SPD-Bildungsexperte Ties Rabe hat die Stellenplanung der Schulbehörde kritisiert. “Seit Schuljahrsbeginn werden freie Stellen für Schulleiter und Abteilungsleiter an Schulen nur noch schleppend neu besetzt”, sagte Rabe am Montag. Damit seien viele Schulen in der schwierigsten Phase der Schulentwicklung ohne Leitung.
Die Behörde habe dagegen in der Verwaltung zur Umsetzung der Reform fast 25 zusätzliche Stellen eingerichtet, sagte Rabe und berief sich dabei auf die Antwort des Senats auf zwei Kleine Anfragen. “Der Wasserkopf in der Behörde wächst, die Schulen werden ausgetrocknet”, sagte der SPD-Abgeordnete. Mehr
Neuwiedenthal / Neugraben / Fischbek (fk). “An Hamburgs Schulen sollen alle Kinder und Jugendlichen optimal gefördert werden, damit mehr Schülerinnen und Schüler das Abitur schaffen.” So steht es im Rahmenkonzept der Hamburger Schulreform. Das soll nicht nur an den Gymnasien gelten, sondern auch an der neugeschaffenen Schulform, der Stadtteilschule. Und hier liegt für die Süderelberegion das Problem: Denn in den zukünftigen Stadtteilschulen des Gebiets Neugraben-Fischbek, Neuwiedenthal und Hausbruch gibt es laut Herbststatistik 2008 nicht ausreichend Schüler für eine eigene Oberstufe.
Andrea Rugbarth, SPD-Abgeordnete in der Hamburger Bürgerschaft aus Langenhorn, hatte die Diskussion ins Rollen gebracht. In einem Interview der Tageszeitung “taz” hatte Hamburgs Schulsenatorin Christa Goetsch auf die Frage nach den regionalen Chancen für ein Abitur gesagt: “Die Chancen sind überall gleich.” Daraufhin hatte die SPD-Abgeordnete die aktuellen Statistiken der Schulbehörde einmal genauer durchgesehen. Mehr
welt.de
(4) Von Oliver Schirg 19. März 2009, 23:56 Uhr
Bildungssenatorin Christa Goetsch hat in einem wichtigen Punkt ihre Pläne für ihre Schulreform geändert. Der Entwurf des neuen Schulgesetzes sieht vor, dass Primarschulen auch zweizügig sein könnten. Bislang hatte die GAL-Politikerin erklärt, eine Primarschule müsse mindestens drei Klassen pro Jahrgang aufweisen.
CDU und Grüne hatten in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, zum kommenden Jahr die Grundschulzeit von vier auf sechs Jahre zu verlängern. Nach Elternprotesten wurde die Einführung der Primarschule allerdings de facto um ein Jahr verschoben.
Ein Teil der Kritiker fürchtet, dass die Primarschule, in der leistungsstarke wie leistungsschwache Schüler zwei Jahre länger in einem Klassenverbund lernen, der Einführung einer von linken politischen Kräften geforderten Gemeinschaftsschule und damit der Abschaffung der Gymnasien Vorschub leistet. Andere Kritiker wandten sich gegen das zu große Tempo bei der Reform. Mehr
Hamburgs Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) hat in einem wichtigen Punkt ihre Pläne zur Schulreform geändert. Foto: Reto Klar
In Hamburg hat das Thema Schule die schwarz-grüne Koalition in eine heiße Diskussion verwickelt. In Berlin werden pensionierte Lehrer als Aushilfen in die Schulen geholt, weil der Stadt die Jungelehrer wegen schlechter Bezahlung davonlaufen und Baden-Württemberg wirbt mit guten Stellen und einer lukrativen Verbeamtung um neues Lehrerpersonal. Dreimal Schule, dreimal Schule ganz anders. Der Föderalismus lässt grüßen.
Der Streit um die richtige Schulform – wer lernt was und vor allem wie lange gemeinsam – der wird derzeit in Hamburg erbittert geführt. Eltern, Bildungsexperten, Politiker, Lehrer und Schüler – gebannt darf man auf die bildungspolitischen Maßnahmen schauen, die die schwarz-grüne Koalition in der Hansestadt durchbringen will. Besonders die Einführung der Primarschule, das heißt gemeinsames Lernen für alle Kinder bis zur 6. Klasse – ist heftig umstritten. Die Gymnasien wollen ihre ersten beiden Klassen nicht verlieren, Grundschulleiter befürworten dagegen die Pläne der Schulbehörde. Über die Hamburger Bildungsoffensive – über das Für und Wider von Gegnern und Befürwortern – berichtet Verena Herb.
Wiegandt: “Ich stelle fest, dass es zwei Stimmungsbilder gibt. Das eine ist Frustration. Das ist bei vielen Lehrern der Fall. Die sagen: Jetzt kommt hier schon wieder eine Reform und wir sind wieder nicht gefragt worden. Wir müssen hier etwas durchziehen, was wir für unsinnig halten und was Politiker im Rathaus ausgeheckt haben. Die zweite Reaktion ist Wut. Sehr, sehr große Wut. Vor allen Dingen bei Eltern, die wieder sehen, dass ihre Kinder zu Versuchskaninchen werden. Also die Wut ist schon sehr, sehr groß!”
Wolf Achim Wiegand ist sauer. Und er ist nicht alleine. Laut einer Umfrage sind 70 Prozent der Wahlberechtigten in Hamburg ganz oder teilweise gegen die Schulreform der schwarz-grünen Koalition.
Eine Grundschule im Herzen Hamburgs. Hier gehen Schüler von der Klasse eins bis zur Klasse vier zur Schule. Noch. Denn ab dem Sommer 2010 soll alles anders werden – die Schullandschaft der Hansestadt wird komplett umgekrempelt. Alle Kinder werden bis zur sechsten Klasse miteinander lernen – die Vorschule wird eingebunden. Das ganze nennt sich dann: Primarschule.
Junge: “Ich finde das nicht so gut, weil dann ist man immer länger in der Schule und sieht man nie ne andere Schule richtig.”
Mädchen: “Ich find’s eigentlich toll, weil – man kennt die Lehrer schon …”
Primarschule – das ist das eine. Und es geht noch weiter: Das dreigliedrige Schulsystem wird komplett abgeschafft. Statt dessen soll es ein neues, ein Zweisäulen-Modell geben. Das bedeutet: Nach der Primarschule, also nach der Klasse sechs, wechseln die Kinder auf ein Gymnasium oder eine Stadtteilschule. In ihr werden alle bisherigen Schulformen vereinigt:
Christa Goetsch, die Schulsenatorin der Grünen, versucht es mit einer Erklärung:
Goetsch: “Die Schule umfasst die Jahrgänge 7 – 13, also jede Stadtteilschule führt zum Abitur. Das ist ganz wichtig. In der Primarschule unterrichten ja Lehrer der Grundschule, der weiterführenden Gesamtschule und Gymnasien. In der Stadtteilschule kommen noch die beruflichen Kollegen dazu …”
Dieser äußere Umbau soll den Rahmen bieten für eine riesige inhaltliche Schulreform – also Achtung, es geht noch weiter: Kleinere Klassen, Lehrer als Reformpädagogen, jahrgangsübergreifender Unterricht, Sitzenbleiben abschaffen, individualisiertes Lernen einführen, Noten bis Klasse sechs durch sogenannte Kompetenzberichte ersetzen, zwei Einschulungstermine pro Schuljahr und: das Elternwahlrecht wird abgeschafft. Künftig entscheiden die Schulkonferenzen, auf welche weiterführende Schule das Kind nach Klasse sechs gehen wird. Nicht mehr die Eltern.
“Unser Ziel ist es, in Hamburgs Schulen mehr Leistung und mehr soziale Gerechtigkeit zu erreichen. Deshalb verbessern wir die Unterrichtsqualität und setzen auf ein längeres gemeinsames Lernen.”
Wirbt die Schulbehörde auf ihrer Internetseite für die Reformpläne. Und weiter:
“Alle Schülerinnen und Schüler mit ihren individuellen Talenten sollen jeden Tag dazu lernen und sich verbessern können. Und was mir persönlich sehr wichtig ist: Wir möchten Schulen, in denen die Kinder mit Freude lernen.”
Große Worte, große Ziele. Eine Nummer zu groß, befürchten viele. So auch Tjalf Nienaber:
“Das Programm, das sie durchpowert, ist einfach nicht abgesprochen, es ist wirtschaftlich nicht durchdacht. Das ist – ich würde einfach mal sagen – mit der heißen Nadel gestrickt.”
Tjalf Nienaber ist Vater eines siebenjährigen Sohnes. Der geht in die erste Klasse einer Grundschule. Auf welches fertige Schulsystem er treffen wird – so genau weiß das noch niemand.
Tjalf Nienaber: “Ich habe vor allem die Befürchtung, dass er in ein noch nicht durchdachtes Schulsystem fällt. Und das ausbaden muss, was jetzt mehr oder weniger nicht richtig ausgegoren wurde, was nicht zu Ende diskutiert wurde. Wo vor allem auch die Lehrer – wenn Sie jetzt heute mal in die Schulen gehen, die Lehrer fragen “Wissen Sie eigentlich, wo Sie morgen unterrichten?” – Dann bekommen sie große Fragezeichen. Und damit kommt mein Sohn nach Hause, bekommt das natürlich indirekt mit und diese Stimmungsschwankung sind natürlich für die Entwicklung vor allem meiner und aller Kinder überhaupt nicht förderlich.” Mehr
Der erste offizielle Entwurf des neuen Schulgesetzes sieht eine Erleichterung für kleinere Grundschulen vor. In der geplanten Novelle, die Bezirken, Behörden und der Bürgerschaft am Mittwoch intern zur Ansicht zugesandt wurde und dem Abendblatt nun in Auszügen vorliegt, heißt es: Primarschulen müssen zweigliedrig geführt werden, Gymnasien und Stadtteilschulen hingegen dreigliedrig. Das bedeutet, auch Grundschulen, die bei einer Größe von jeweils bis zu 25 Schülern nicht drei Klassen pro Jahrgang zustande bekommen, dürfen laut Gesetz zur Primarschule werden. Im Vorfeld hatte Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) wiederholt ein Minimum von drei Klassen betont. Behördensprecher Jan Bruns sagte dem Abendblatt, dass kleinere Primarschulen allerdings nur im Ausnahmefall genehmigt werden sollen, etwa in ländlichen Gegenden: “Politisches Ziel ist weiterhin die Dreigliedrigkeit. Mehr
Hamburg macht sich langsam zum Gespött in Deutschland. Denn das Chaos in der hamburgischen Schulpolitik schlägt inzwischen bundesweite Wellen. Nach SPIEGEL, ZEIT und FOCUS hat nun auch der einzige bundesweite Rundfunksender, Deutschlandradio, die Zustände in einem 10-minütigen Bericht aufs Korn genommen. Darin heisst es unter anderem:
… Mehr als zwei Drittel der Wahlberechtigten (in Hamburg) sind unzufrieden mit der Goetschen Schulreform… Zahlreiche Eltern haben bereits in einer Serie von offenen Briefen Bürgermeister Ole von Beust gebeten, die Reform noch einmal zu überdenken… Auch Bildungsforscher zweifeln am Erfolg der Hamburgischen Schulreform. Zwar sehen viele auch Chancen in der Idee des längeren gemeinsamen Lernens, aber auch Risiken. So befürchtet beispielsweise der Bielefelder Wissenschaftler Klaus Hurrelmann, dass sich Hamburg mit dem kompletten Umbau der Bildungslandschaft gewaltig verhebt. Zum gleichen Zeitraum die Grundschulzeit um zwei Jahre zu verlängern und die weiterführenden Schulen zu zwei Schultypen zu verschmelzen, sei Zitat: “sehr unglücklich” und bedeute einen ungeheuren politischen Kraftakt, so Hurrelmann in der Zeitschrift “Die Welt”…
Das Sendemanuskript und den Audiomitschnitt aus dem “Länderreport” vom vergangenen Fr 20. 03. 2009 um 13.07 können Sie im Internet unter folgendem Link nachlesen, nachhören und runterladen.
Das schwarz-grüne Experiment feiert Geburtstag. Als nach der Wahl im vergangenen Februar die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und GAL losgingen, glaubte noch niemand so recht, dass Feuer und Wasser zusammenfinden. Doch im April wurde der Koalitionsvertrag unterschrieben, im Mai der Senat vereidigt. Die MOPO sprach mit Christa Goetsch, Zweite Bürgermeisterin und GAL-Schulsenatorin, über ein Jahr Schwarz-Grün.
MOPO: Sind Sie mit sich zufrieden?
Goetsch: Ich bin nicht unzufrieden. Aber es gibt ja den alten Spruch: Eigenlob stinkt.
MOPO: Und wie zufrieden sind Sie mit dem ersten Jahr Schwarz-Grün?
Goetsch: Wir sind mit Schwung gestartet und schnell aus den Startlöchern gekommen – bei der Bildung und im Klimaschutz. Das sind die zentralen Punkte.
MOPO: Wo ist nach einem Jahr die grüne Handschrift zu erkennen?
Goetsch: Das Fahrradleihsystem zum Beispiel ist beschlossen und kommt im Sommer. Außerdem packen wir große Themen wie Klimaschutz und Wärmedämmung, den A7-Deckel, die Stadtbahn und die Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße an. Auch auf Grund dessen ist Hamburg durch die EU-Kommission zur Umwelthauptstadt Europas 2011 gewählt worden. Das ist eine schöne Bestätigung.
MOPO: Wo sehen Sie die Stärken der Koalition?
Goetsch: Es gibt wichtige Trendwenden: Kita, Schule, Strafvollzug, Resozialisierung.
MOPO: In der Schulreform scheint es vielen zu schnell zu gehen.
Goetsch: Wir bereiten die Reform sorgfältig vor, mit qualifiziertem Personal und einem großen Beteiligungsprozess. Und allen, die meinen, es geht zu schnell, muss man sagen: Nächstes Jahr startet ein Jahrgang.
MOPO: Im Herbst startet ein Volksbegehren gegen die Primarschule. Was passiert, wenn es erfolgreich ist und es sogar zu einem verbindlichen Volksentscheid kommt?
Senatorin Christa Goetsch hat erneut in einem wichtigen Punkt ihre Pläne für ihre Schulreform geändert. Laut Entwurf des neuen Schulgesetzes können Primarschulen auch zweizügig sein. Bislang hatte die Senatorin stets erklärt, eine Primarschule müsse mindestens drei Klassen pro Jahrgang aufweisen.
Dazu erklärt die bildungspolitische Sprecherin der FDP Hamburg, Sylvia Canel:
„Was auf den ersten Blick wie eine Berücksichtigung des Elternwillens aussieht, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als weiterer Schritt in Richtung unterfinanzierter Einheitsschule.
Die Primarschulen sollten dreizügig sein, damit bereits in Klasse 5 und 6 ein breites Bildungsanbot an allen Grundschulen gesichert ist – z.B. die Fremdsprachen Französisch, Spanisch oder Latein. Genau dieses vollständige Bildungsangebot ist an einer zweizügigen Primarschule aber nicht realisierbar. Die Kapazitäten reichen nicht aus, wenigen Schülern ein großes Angebot vorzuhalten. Wahlfreiheit erlangen die Grundschulen nur, wenn sie untereinander kooperieren, wie es jetzt schon die Gymnasien in den Oberstufen machen. Dafür werden allerding viele Mütter für Fahrdienste benötig. Deshalb bleibt unter dem Strich nur übrig, die Wahlfreiheit der Angebote einzuschränken und auf niedrigem Niveau zu vereinheitlichen.
Senatorin Goetsch hat entweder die Tragweite ihrer Entscheidung nicht durchschaut oder sie hat erneut aus ideologischen Gründen die Wahlmöglichkeiten der Eltern einschränkt und einer Bildungsniveauregulierung nach unten zugestimmt.
Auch die CDU/GAL scheint damit ihr eigenes Schulsystem nicht mehr zu verstehen oder aber schon jetzt faktisch die Einheitsschule einführen zu wollen. Der Hinweis der Behörde, es gäbe ja auch schon jetzt zweizügige Grundschulen, offenbart das ganze Dilemma. Jetzt können die Kinder nach vier Jahren wechseln und entsprechend ihren Neigungen gefördert werden; zukünftig bleiben sie lediglich zwei Jahre länger in einem System der viel zu knappen Ressourcen und eingeschränkten Wahlmöglichkeiten.
Die FDP-Hamburg fordert statt einer überhasteten Zwangseinführung der Primarschule eine systematische und behutsame Schulentwicklung auf Basis der Empfehlungen der Enquete-Kommission und die Stärkung der Eigenständigkeit der Schulen mit dem Ziel einer eindeutigen Qualitätsverbesserung.“
Die GAL-Charmeoffensive mit Modeschau und Musik im Thalia
SANDRA SCHÄFER
Schulpolitisch befindet sich Bildungssenatorin Christa Goetsch (GAL) in schwerem Fahrwasser. Da war es fast waghalsig, sich die gesamte Schulleiterschaft auf einen Schlag zum Frühjahrsempfang einzuladen. Aber vielleicht kennt Lehrerin Goetsch ihre Pappenheimer auch einfach nur gut. Mit einer Charme-Offensive trat sie gestern im Thalia Theater vor knapp 500 Rektoren und bescherte ihnen zum Schulstart statt eines vollen Schreibtisches lieber ein einstündiges Kulturprogramm mit Vortrag, Schüler-Modenschau und rockender Jugendband. Als Anerkennung für das Engagement der Schulleiter.
Und tatsächlich, die Veranstaltung kam an. Abgesehen vom obersten Rang war das Thalia voll und während der Rede von Goetsch gab es kein Murren, kein Getuschel und keine Zwischenrufe. Anschließend wurde nachdrücklich geklatscht. Dabei hatte die Senatorin kein Füllhorn an Versprechungen dabei und ging so gut wie gar nicht auf die umstrittene Schulreform ein: “Wir sind in einer Phase von Veränderung, die wir gemeinsam gestalten wollen.” Und sie schwor die Rektoren auf Gemeinsames ein: “Uns eint der Einsatz für Bildung.” Mehr
SPD fordert: Kleine Klassen auch in Gymnasien
Schulsenatorin Christa Goetsch will Höchstgrenzen nur für Stadtteil- und Primarschulen festlegen. CDU begrüßt Aufteilung der Primarschulen in Grund- und Unterstufe.
Von Peter Ulrich Meyer und Stephanie Kriebel
Der Entwurf für ein neues Schulgesetz, den Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) jetzt vorgelegt hat, sorgt für Zündstoff. Der SPD-Schulexperte Ties Rabe hat dem schwarz-grünen Senat politische Einseitigkeit vorgeworfen.
“Es ist nicht richtig, die Gymnasien von der Verkleinerung der Klassen auszusparen”, sagte Rabe. Wie berichtet, will Goetsch die Höchstgrenzen für Klassengrößen erstmals im Schulgesetz festschreiben – allerdings nur für die neuen Primar- und Stadtteilschulen. Danach sollen nicht mehr als 25 Kinder in einer Klasse sitzen, in Primarschulen in sozialen Brennpunkten sollen es sogar nur 20 Kinder sein.
“Wenn wir ernsthaft wollen, dass die Gymnasien ihre Förderstruktur ausbauen, dann muss man auch die Rahmenbedingungen darauf einstellen”, sagte der SPD-Politiker. Individualisierter Unterricht funktioniere nach Einschätzung von Experten nur bei einer Klassengröße von höchstens 25 Kindern. In den unteren Klassen des Gymnasiums sitzen häufig 30 oder mehr Schüler. Mehr
In Hamburg sollen jugendliche Flüchtlinge jetzt verstärkt in betriebliche Ausbildungen gebracht werden. Anlass sind die neuen Bleiberechtsregelungen, die auch den in Hamburg “Geduldeten” Ausbildungen ermöglichen. Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) und der Chef der Agentur für Arbeit, Rolf Steil, stellten dazu gestern den Netzwerkverbund “Fluchtort Hamburg Plus” vor, der den geduldeten Jugendlichen bei der Aufnahme einer Ausbildung hilft. Ziel ist es, 800 jugendliche und erwachsene Flüchtlinge zu erreichen, 134 Jugendliche haben die Projekte bislang durchlaufen. Goetsch und Steil appellierten an Hamburgs Unternehmen den betroffenen Jugendlichen eine Chance zu geben. “Es zählen Teilhabe, Integration und Ausbildung statt Ausgrenzung”, so Rolf Steil. Der SPD-Fachsprecher für Migration, Bülent Ciftlik, lobte das Projekt prinzipiell, kritisierte aber, dass es “zu klein angelegt” sei. “Ich hätte dem Senat dabei mehr Mut gewünscht”, sagt Bülent Ciftlik.
Gymnasien mit größeren Klassen als Primar- und Stadtteilschulen – Anmeldeverbünde nicht verbindlich – Die WELT dokumentiert die wesentlichen Passagen des Entwurfs in Auszügen
Die geplante Schulreform nimmt Gestalt an. Die Schulbehörde hat ihr Vorhaben in einen Gesetzestext gegossen und will am kommenden Dienstag erstmals den Senat befassen. Dabei beschließt der Senat noch nicht über den Entwurf, sondern ermächtigt die Behörde zunächst formal, ein Gesetz zu erarbeiten. Bei einigen Deputierten und Kammern hatte es Unmut darüber gegeben, dass ihnen der Gesetzentwurf noch nicht vorliegt. Den Bezirken war der Entwurf mit der Bitte um Stellungnahme binnen drei Tagen zugegangen. Doch Bezirke, Kammern und Deputation werden erst befasst, nachdem der Senat das Verfahren am 31. März mit seinem Beschluss offiziell eröffnet. “Wir sind gut im Zeitplan und freuen uns auf die Beratungen”, sagt Achim Oertel, Büroleiter von Schulsenatorin Christa Goetsch. “Dabei sind wir offen für kritische Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge.” An einigen Stellen wurden die Pläne bereits verändert: So dürfen Primarschulen nun doch zweizügig sein, Eltern sind bei der Wahl einer Primarschule nicht an die Anmeldeverbunde ihres Stadtteils gebunden. Eine Klassengröße bis 25 Schüler gilt nur für Primar- und Stadtteilschulen, nicht für Gymnasien. Die WELT dokumentiert die wesentlichen Grundsätze des Originaltextes des Schulgesetzes in Auszügen: Mehr
In den Hamburger Schulen soll es Klassen mit weniger Schülern geben. (Archivfoto)Hamburgs Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) sieht durch die geplante verbindliche Einführung kleinerer Klassen bessere Chancen für die Schüler. In kleineren Klassen lasse es sich leichter individuell unterrichten. Vor allem sei das in den sozialen Brennpunkten wichtig, wo von den Schulen eine höhere Integrationsleistung zu erbingen sei. Das sagte sie im Gespräch mit NDR 90,3, nachdem am Montag der Entwurf für das Schulgesetz bekannt geworden war.
Maximal 25 Schüler pro klasse
Der Gesetzentwurf fasst die schulpolitischen Ankündigungen des schwarz-grünen Senats zusammen. So wird die neue Primarschule von der ersten bis zur sechsten Klasse festgeschrieben. Auch die Stadtteilschule, die als einzige weiterführende allgemeinbildende Schulform neben dem Gymnasium bestehen soll, wird in das Schulgesetz aufgenommen. Der Entwurf sieht vor, dass maximal 25 Schüler in einer Klasse lernen sollen, in sozialen Brennpunkten sollen es sogar nur 20 sein. Die Vorgabe gilt für Primar- und Stadtteilschulen, nicht aber für die Gymnasien. Bisher gab es bis zu 30 Kinder pro Klasse. Mehr
- Ist-Zustand: Bildungssenatorin Christa Goetsch (GAL) hat sicherlich einen der schwierigsten Senatorenposten. Sie ist ehrgeizig, will äußerst viel auf einmal reformieren, und in ihr Ressort fallen die zentralen Aspekte, die die GAL im Koalitionspapier durchsetzen konnten. Ihr weht der Wind kräftig entgegen, weil Eltern zum Teil komplett gegen die Schulreform sind und sie anderen zu schnell geht. Mitte April wird es daher die erste große Demo gegen die Politik eines Senators in dieser Legislaturperiode geben. Positiv zu vermelden ist bereits, dass schon im vergangenen Jahr 60 neue Lehrer eingestellt wurden, um die großen 3. und 4. Klassen zu entlasten. Dann gab es auch eine kleine Entlastung für Schulleiter und Lehrer und 50 weitere Schulen werden zu Ganztagsschulen ausgebaut. Goetsch bekommt für ihren Etat 42 Millionen Euro zusätzliche Mittel. Denn viele Verbesserungen stehen erst 2010 an. So die Senkung der Klassenfrequenz auf 25 Schüler pro Klasse in Primar- und Stadtteilschule .
- Kritik: Schulen und Eltern fühlen sich von der Zahl der vielen parallelen Reformen überfordert. Für durch die Reform entstehende Probleme ist oftmals noch keine befriedigende Lösung gefunden.
- Fazit: Vieles wurde engagiert angestoßen. Aber ob es aufgeht, ist noch offen.
Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) ist eine temperamentvoll-kämpferische Frau, deren ansteckenden Optimismus und Fröhlichkeit auch ihre Kritiker anerkennen. Nur wenn etwas schiefläuft, kann sich die Miene der Zweiten Bürgermeisterin schnell verdüstern. Dann wird die GAL-Politikerin misstrauisch gegenüber ihrer Umgebung und sieht sich schon mal von feindlich gesonnenen Mächten umstellt.
Nicht überliefert ist die Reaktion der Senatorin, als sie am Montagmorgen das Abendblatt in Händen hielt. Da standen alle wichtigen Details aus dem Entwurf für das neue Schulgesetz, den Goetsch doch gerade erst mit höchster Vertraulichkeit und der Bitte um eine Stellungnahme an die fachlich betroffenen Behörden der Justiz, Finanzen, Stadtentwicklung und des Sozialen sowie die Senatskanzlei verschickt hatte. Nun wurde öffentlich diskutiert, was noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war, schon weil Änderungen noch möglich sind. Derlei Störungen des Gesamtablaufs schätzt Goetsch überhaupt nicht. Mehr
“Sechsjährige Primarschule in Hamburg – Empirische Befunde und pädagogische Bewertung” – so lautet das Thema des Vortrags von Professor Klaus-Jürgen Tillmann am kommenden Dienstag, 31. März, in Hamburg. Der renommierte Erziehungswissenschaftler der Universität Bielefeld, der früher die dortige Laborschule leitete, spricht von 18 Uhr an in der Aula des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung, Felix-Dahn-Straße 3 in Eimsbüttel. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit zu Fragen und Diskussion. Der Eintritt ist frei. pum
Primarschule: Bedingungen der Behörde für vorzeitigen Start 2010/11
Mindestens zwei Parallelklassen – Schulkonferenz muss mit Zweidrittelmehrheitzustimmen.
Von Peter Ulrich Meyer und Hanna-Lotte Mikuteit
Das Wort Verschiebung beim Thema Schulreform kam Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) nicht über die Lippen: Als sie im Januar ankündigte, dass die jetzigen Drittklässler nicht wie zunächst geplant im Schuljahr 2010/11 als Erste mit der Primarschule beginnen müssen, klang das noch sehr nach Ausnahme von der Regel. Wenn Eltern es unbedingt wollten, das war die Botschaft, dann könnten sie ihre Kinder noch nach dem alten System nach Klasse 4 entweder auf ein Gymnasium oder eine Stadtteilschule schicken.
Umgekehrt wird jetzt ein Schuh daraus: Nun müssen die Schulen, die am ursprünglichen Zeitplan festhalten wollen, Hürden überwinden, damit der frühe Start überhaupt möglich wird. Entscheidende Voraussetzung ist, dass so viele Eltern von Drittklässlern für diesen Weg sind, dass mindestens zwei Parallelklassen zustande kommen. Nach positiven Voten von allen Drittklässler-Eltern, der Lehrerkonferenz und des Elternrats muss sich die Schulkonferenz mit Zweidrittelmehrheit für den Start 2010/11 aussprechen. Diese Vorgaben hat die Schulbehörde jetzt gemacht. Mehr
Schulgesetz: Senatorin Christa Goetsch legt Referentenentwurf vor
Im sogenannten Eckpunktepapier der Schulbehörde ist eine Höchstgrenze von 28 Schülern vorgesehen.
Von Peter Ulrich Meyer
Vermutlich wird auch für die Gymnasien eine Höchstgrenze der Klassengrößen im neuen Schulgesetz festgeschrieben. Auf die Frage, warum für die Gymnasien anders als für Primar- und Stadtteilschulen in ihrem Gesetzentwurf eine solche Regelung fehlt, sagte Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) gestern mit entwaffnender Ehrlichkeit: “Das kann ich auch nicht sagen.”
Der GAL-Koalitionspartner CDU hatte, wie berichtet, die Ausnahme für die Gymnasien moniert und Nachverhandlungen zum Schulgesetz-Entwurf gefordert. “Wir sehen uns jetzt gemeinsam mit der CDU an, inwieweit eine derartige Regelung in die Schulgesetzgebung übernommen werden kann”, sagte Christa Goetsch gestern bei der offiziellen Präsentation des Referentenentwurfs für das neue Schulgesetz. Mehr
Künftige Schulstruktur spiegelt soziale Verhältnisse in Hamburgs Quartieren wider – Kritiker: “Reform verfestigt die Spaltung” – Erste Regionalkonferenz legt bereits Ergebnis vor
Während in den meisten Hamburger Regionen noch emsig über die künftige Schulstruktur beraten wird, hat die erste der 21 Regionalen Schulentwicklungskonferenzen (RSK) jetzt bereits ein Ergebnis vorgelegt. So übergaben die Mitglieder der RSK 2, zuständig für Billstedt, Horn und Mümmelmannsberg, ihre Empfehlungen für die künftigen Schulstandorte an die Behörde. Demnach soll es nur ein Gymnasium in der Region geben. Die Gesamtschulen Horn, Öjendorf und Mümmelmannsberg sollen ebenso zu Stadtteilschulen werden wie das frühere Gymnasium St. Georg in Horn. Zudem befürworten die Mitglieder 14 Primarschulen. Mehr
Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach (CDU) will heute im Senat die Ergebnisse der Arbeitsgruppen vorstellen, die sich mit dem Thema Verlagerung der Universität in die HafenCity beschäftigt haben. Nach Abendblatt-Informationen ist ein kompletter Umzug der Hochschule vom Grindelviertel an den Hafenrand vom Tisch. Denkbar ist allenfalls die Verlagerung einzelner Fakultäten. Entscheiden wird die schwarz-grüne Landesregierung in der Sache ebenso wenig wie im Fall des Entwurfs für ein neues Schulgesetz, den Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) heute, wie berichtet, einbringt.
Pilotprojekt: Gemeinsamer Unterricht mit Christen, Juden und Muslimen
Im Leistungskurs am Gymnasium Kirchdorf/Wilhelmsburg lernen 31 Schüler aus 20 Glaubensgemeinschaften.
Von Friederike Ulrich
Ein kunstvoll gezeichneter Buddha an der Tür des Klassenzimmers fordert mit grüßend erhobener Hand zum Eintreten auf. Wer ihm folgt, betritt den Unterrichtsraum für Religion am Gymnasium Kirchdorf/Wilhelmsburg, kurz KiWi genannt. Bunte Mandalas und die Symbole der Weltreligionen schmücken die Wände – jüdischer Davidstern und christliches Kreuz, das arabische Wort für Gott, das verschlungene Om-Zeichen der Hindus und das an ein Wagenrad erinnernde Symbol der Buddhisten. Rechts und links der Wandtafel sind kleine Altäre aufgebaut: ein Kruzifix neben einer Buddha-Figur, ein Büchlein des Dalai Lama zwischen Koran und Rosenkranz. Mehr
Liebe Hamburgerinnen und Hamburger,
liebe Eltern und Großeltern,
liebe Schulleitungen,
liebe Lehrkräfte,
liebe Schülerinnen und Schüler,
die Zeit ist reif: Wir Bürger und Eltern wollen endlich unseren Unmut über die Schulreformpläne des GAL/CDU-Senates in Hamburg lautstark äußern!
Die Primarschul-Reform bringt nicht nur Nachteile für eine Schulform, sondern sie betrifft mit der Verkürzung der weiterführenden Schulen um 2 Jahre und dem Entzug des Elternwahlrechts hinsichtlich der Schulform alle Schulen und letztlich alle Klassenstufen!
Wir gehen für die Zukunft der Hamburger Schulen, für unsere Kinder und unsere Überzeugung auf die Straße und demonstrieren!
Treffpunkt: Samstag, den 18. April 2009, 11.00 Uhr, auf dem Gänsemarkt!
Demokratie lebt von und entscheidet sich durch Willensäußerungen, nicht durch Debattierrunden! Wir finden, für bessere und gerechtere Bildung lohnt es sich immer auf die Straße zu gehen.
Wir fordern Qualitätsverbesserung – statt Strukturchaos! – und die Erhaltung der Bildungsvielfalt im Hamburger Schulsystem!
Nähere Informationen sowie Tipps zur Demo-Vorbereitung finden Sie auf der Website zur Demonstration, die Sie unter den Links: http://www.gute-schulen-fuer-hamburg.de/ und http://www.primarschule-nein-danke.de/ erreichen.
Wir freuen uns auf eine tolle Großveranstaltung mit Ihnen!
Wer, wenn nicht wir?
Wo, wenn nicht hier?
Wann, wenn nicht jetzt?
Herzliche Grüße,
Walter Scheuerl
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Dr. Walter Scheuerl
Volksinitiative „Wir wollen lernen!“
Tel.: +49 (0)40 359 22-270
Mobil: +49 (0)172 43 53 741
Fax: +49 (0) 40 359 22-234
E-mail: walter.scheuerl@wir-wollen-lernen.de
Internet: www.wir-wollen-lernen.de
Begeisterung sieht anders aus, aber die GAL wird mit dem Koalitionspartner CDU über den Schulgesetzentwurf nachverhandeln. “Wir fangen jetzt mit der Beratung an. Alle vernünftigen, guten und kritischen Einwände prüfen wir und werden dann sehen, an welchen Stellen wir nachsteuern”, sagte Armin Oertel, Büroleiter von Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL).
Wie berichtet, hatte der CDU-Bildungspolitiker Marcus Weinberg am Wochenende angekündigt, für die CDU Nachbesserungen erreichen zu wollen. Kernpunkt ist der Wunsch der Union, auch für die Klassengrößen an Gymnasien Höchstgrenzen im Gesetz festzuschreiben. Der Entwurf, den Goetsch heute in den Senat einbringt, sieht eine solche Deckelung lediglich für die Primar- und Stadtteilschulen vor. Der GAL-Schulpolitiker Michael Gwosdz zeigte sich “ein bisschen verwundert” darüber, dass die CDU erst jetzt mit ihrem Ansinnen komme. Immerhin habe es intensive Vorgespräche mit dem Koalitionspartner in Sachen Schulgesetz gegeben. “Wir werden selbstverständlich mit der CDU sprechen”, sagte Gwosdz. “Wir haben nur für Primar- und Stadtteilschulen Höchstgrenzen im Gesetzentwurf festgeschrieben, weil dies neue Schulformen sind, die noch kein Standing haben.” Man müsse sich genau überlegen, ob dieser Weg auch für die Gymnasien richtig sei. Mehr
Am Samstag, den 4. April 2009 um 10.00 Uhr stehen die Liberalen wieder mit zahlreichen Info-Ständen von der Eppendorfer Landstraße bis zum Winterhuder Marktplatz und informieren die Bürgerinnen und Bürger über Probleme und Risiken der geplante CDU/GAL Schulreform.
Dazu Sylvia Canel, bildungspolitische Sprecherin der FDP Hamburg:
„Mit dem Slogan – Christa nimm den Fuß vom Gas! – machen die Liberalen auf die Probleme, die die Zwangseinführung der Primarschule verursachen wird, aufmerksam.
Es sind zu viele Reformen, die zu viel auf einmal wollen. Wieder wird in Räume und Beton investiert, statt endlich bessere Rahmenbedingungen in den Schulen zu schaffen, Eltern müssen zukünftig schon in der ersten Klasse entscheiden, welche Schule ihre Kinder weiter besuchen sollen und für das große Sterben der Gymnasien werden die Weichen gestellt.
Die FDP Hamburg fordert eine behutsame und nachhaltige Schulentwicklung, die unsere Kinder nicht zu Versuchskaninchen macht und Schulen endlich die Freiheit gibt, sich selbst zu entwickeln.“
GAL-Bildungssenatorin Christa Goetsch und Tobias Jacobsen, Vorstandsvorsitzender der Jungen Presse Hamburg (JPH), zeichneten gestern 18 Hamburger Schülerzeitungsredaktionen im Auditorium des Verlagshauses Gruner+Jahr (G+J) aus. Die Gewinner des Wettbewerbs der Länder 2009 wurden in fünf Kategorien (Grundschulen, Haupt- und Realschulen, Gesamtschulen, Gymnasien und Sonderschulen) gekürt.
Der erste Preis je Kategorie, dotiert mit 500 Euro, ging an: Schule Weidemoor mit der Schülerzeitung “Die Moorratte”, Schule Schulkamp mit “Spinne”, Jugendzeitung Hamburger Waldorfschulen mit “Blickwechsel”, Julius-Leber-Schule mit “Lampe” und Schule Sachsenweg mit “Sächstase.”
“Eure Zeitungen sind das Sprachrohr der Schülerschaft. Kein anderes Medium ist so nah dran an den Gedanken, den Fragen und Themen der Schülerinnen und Schüler wie ihr”, sagte Senatorin Christa Goetsch vor den rund 130 Schülern. Auch Tobias Jacobsen ermutigte die Schüler: “Wenn Schülerzeitung neben Deutsch, Mathe und Sachkunde auf dem Stundenplan steht, bewegen wir uns in die richtige Richtung.”
Aus 50 teilnehmenden Schülerzeitungen hatte eine Jury aus engagierten Jugendlichen, Journalisten und Pädagogen die prämierten Schülerzeitungen ausgewählt. Der Schülerzeitungswettbewerb fördert somit Talente, die bei der Schülerzeitung ihre ersten journalistischen Erfahrungen sammeln.
Die „Schwimmer-Gruppe“ aus der 3. Klasse der Gesamtschule Am Heidberg kurz vor einer Übung. Sie sollen der Reihe nach ins Wasser gleiten, das Schwimmbrett gibt zusätzliche Sicherheit
Foto: Sybill Schneider
Von OLAF SCHIEL und SYBILL SCHNEIDER (Fotos)
Wie kann so etwas angehen? Der Senat will die Schwimm-WM 2013 nach Hamburg holen – dabei schafft die Stadt es nicht einmal, ihren Schülern das Schwimmen beizubringen.
Über 43 Prozent der Jungen und Mädchen können am Ende der Grundschulzeit nicht schwimmen. Und das, obwohl alle Kinder in der 3. oder 4. Klasse ein halbes Jahr Schwimmunterricht haben. Nach der 6. Klasse sind es immer noch 16 Prozent Nichtschwimmer.
Morgen beschäftigt sich sogar eine Fachtagung mit den Schock-Zahlen. Die Schwimm-Experten werden viel zu besprechen haben. Schon jetzt steht fest: Mit kleinen Verbesserungen ist es nicht getan. Mehr
Die ersten Eltern boykottieren die Mitarbeit an der schwarz-grünen Schulreform: Die Elternräte der Erich-Kästner-Gesamtschule in Farmsen und des Gymnasiums Hochrad in Othmarschen haben ihre Mitarbeit in der Regionalen Schulentwicklungskonferenz (RSK) aufgekündigt. “Wir fühlen uns ausgenutzt, etwas zu legitimieren, das wir nicht wirklich beeinflussen dürfen”, schreiben die Farmsener Eltern.
Ganz ähnlich begründen auch die Othmarscher Väter und Mütter ihren Rückzug. “Der als angeblich demokratisch deklarierte Prozess der Beteiligung von Eltern in den RSK wird seinem Anspruch nicht gerecht. Denn es geht in den RSK lediglich um die Umsetzung einer längst im Koalitionsvertrag zwischen GAL und CDU beschlossenen Entscheidung”, schreibt der Elternratsvorsitzende Walter Scheuerl, der auch Sprecher der Volksinitiative gegen die Primarschule ist. Mehr
Heutige 3. Klassen können nächstes Schuljahr starten
Bereits im kommenden Schuljahr 2009/10 können Hamburger Grundschulen mit ihren heutigen 3. Klassen Elemente der Primarschule umsetzen und damit deren Übergang in die 5. Klasse der Primarschule 2010/11 vorbereiten.
Heute informierte die Schulbehörde Schulen und Eltern in einem Brief über die Rahmenbedingungen, unter denen die interessierten Schulen starten können. Dieser Jahrgang kommt damit als erster in den Vorteil des längeren gemeinsamen Lernens. Alle Kinder, deren Eltern sich für diesen Weg entschieden haben, gehen im Anschluss an die Jahrgangsstufe 4 gemeinsam in die Jahrgangsstufe 5 der neuen Primarschule über. Der Übergang in eine weiterführende Schule erfolgt im Anschluss an die Jahrgangsstufe 6.
Im Folgenden werden die Rahmenbedingungen dargestellt, unter denen Primarschulen bereits zum Schuljahr 2010/11 5. Klassen und damit das längere gemeinsame Lernen einführen können. Diese Rahmenbedingungen gelten nur für diesen Jahrgang.
1. Welche Voraussetzungen müssen auf Seiten der Grundschule erfüllt werden?
Die wichtigste Voraussetzung für die Einführung des längeren gemeinsamen Lernens bereits zum Schuljahr 2010/11 ist, dass eine hinreichend große Zahl von Eltern der jetzigen Drittklässler einer Grundschule dies wünscht. Darum ist zunächst das Interesse dieser Eltern zu erkunden.
Es sollten so viele Eltern ihr Interesse am gemeinsamen Lernen ihrer Kinder bis einschließlich Klasse 6 bekunden, dass die Bildung von mindestens zwei Parallelklassen möglich ist. Für Grundschulen mit dem Sozialindex 3 bis 6 wird eine Klassenfrequenz von mindestens 23 Schülerinnen und Schülern zugrunde gelegt, für Grundschulen mit dem Sozialindex 1 und 2 eine Klassenfrequenz von mindestens 18 Schülerinnen und Schülern. Sollten diese Zahlen unterschritten werden, ist im Einzelfall zu prüfen, ob ein Start zum kommenden Schuljahr dennoch sinnvoll sein kann.
Parallel zur Meinungsbildung in der Elternschaft der Drittklässler werden die Lehrerkonferenz und der Elternrat befasst.
Auf der Grundlage der Voten der Eltern aller Drittklässler einer Grundschule, der Lehrerkonferenz und des Elternrats entscheidet die Schulkonferenz über die Einführung des längeren gemeinsamen Lernens an dieser Schule. Spricht sich die Schulkonferenz mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit für die Einführung aus, richtet die Schulleitung einen entsprechenden Antrag an die Behörde für Schule und Berufsbildung.
2. Welche Rahmenbedingungen gelten für das längere gemeinsame Lernen?
Die jetzigen Drittklässler lernen im nächsten Schuljahr – also in der vierten Klasse – nach Maßgabe des derzeit gültigen Bildungsplans für die Grundschule, allerdings mit einer wichtigen Ausnahme: Zum Schulhalbjahr gibt es keine Empfehlung der Zeugniskonferenz für den Besuch der weiterführenden Schulform. Vielmehr rücken die Schülerinnen und Schüler von Klasse 4 ohne Versetzung in die Klasse 5 auf.
In den Jahrgangsstufen 5 und 6 gelten dieselben curricularen Grundlagen wie für diejenigen Schülerinnen und Schüler, die in eine Gesamtschule oder in ein Gymnasium übergegangen sind. Sowohl die Stundentafel als auch die Rahmenpläne für die Fächer und Aufgabengebiete werden so festgelegt, dass die Schülerinnen und Schüler nach der Jahrgangsstufe 6 unter den gleichen Voraussetzungen in die Jahrgangsstufe 7 der weiterführenden Schulen eintreten wie die Schülerinnen und Schüler, die in den Jahrgangsstufen 5 und 6 eine Gesamtschule, die Beobachtungsstufe der Haupt- und Realschule oder die Beobachtungsstufe des Gymnasiums besucht haben. Der Übergang in die Jahrgangsstufe 7 der weiterführenden Schulen erfolgt für alle Schülerinnen und Schüler also unabhängig von der in den Jahrgangsstufen 5 und 6 besuchten Schulform nach denselben leistungsbezogenen Kriterien.
Alternativ können die Grundschulen, die sich für das längere gemeinsame Lernen entschieden haben, bereits in Klasse 4 Elemente der neuen Primarschule umsetzen. So können sie den Englischunterricht dreistündig vorsehen und bereits in die Schriftsprache (Lesen und Schreiben) einführen – bisher ist der Englischunterricht zweistündig und auf die mündlichen Sprachkompetenzen beschränkt. Ebenso können sie bereits in Klasse 4 den Sachunterricht in die Lernbereiche Naturwissenschaften und Gesellschaft ausdifferenzieren. Und schließlich können sie bereits in der Jahrgangsstufe 5 in die zweite Fremdsprache einführen. Diese Option basiert auf den Grundlagen, die im Rahmen des Hamburger Schulversuchs „Sechsjährige Grundschule“ in den zurückliegenden Jahren entwickelt und erfolgreich erprobt worden sind.
Auch in diesem Fall erfolgt der Übergang in die Jahrgangsstufe 7 der weiterführenden Schulen unabhängig von der in den Jahrgangsstufen 5 und 6 besuchten Schulform nach denselben leistungsbezogenen Kriterien.
3. Weitere Rahmenbedingungen
Grundschulen, die bereits zum Schuljahr 2010/11 das längere gemeinsame Lernen einführen, stellen auch in den Jahrgangsstufen 5 und 6 feste Anfangs- und Schlusszeiten sicher: In der Jahrgangsstufe 4 beginnt der Unterricht um 8:00 Uhr und endet um 13:00 Uhr, in den Jahrgangsstufen 5 und 6 beginnt der Unterricht um 8:00 Uhr und endet um 13:30 Uhr. Die Schulen werden mit den für die Verlässlichkeit erforderlichen Personalmitteln ausgestattet.
Als zweite Fremdsprache können bei Zweizügigkeit der Schule bis zu drei Sprachen, bei Dreizügigkeit bis zu vier Sprachen, bei Vierzügigkeit bis zu fünf Sprachen usw. angeboten werden. Die hierfür erforderlichen zusätzlichen Personalmittel werden den Schulen rechtzeitig zum Schuljahr 2010/11 zugewiesen. Welche Sprachen als zweite Fremdsprache unterrichtet werden, richtet sich nach den Wünschen der Schülerinnen und Schüler (im Einvernehmen mit ihren Eltern). Der Unterricht in der zweiten Fremdsprache erfolgt zeitgleich in klassenübergreifend gebildeten Kursen. Über die Mindestfrequenz für die Einrichtung eines Kurses entscheidet die Schule im Rahmen der ihr für den Fremdsprachenunterricht zugewiesenen Ressourcen. Beispiel: Haben sich 10 Schülerinnen und Schüler einer zweizügigen Grundschule für Latein entschieden, 16 Schülerinnen und Schüler für Französisch und 20 Schülerinnen und Schüler für Spanisch, dann können alle drei Kurse eingerichtet werden.
Sollten sich Schulen mit Integrationsklassen und/oder Integrativen Regelklassen für die Einführung des längeren gemeinsamen Lernens bereits zum Schuljahr 2010/11 entscheiden, so erfolgt die Ausstattung mit zusätzlichen Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen bzw. Erzieherinnen und Erziehern in den Jahrgangsstufen 5 und 6 nach Maßgabe der geltenden Bemessungsgrundlagen für die Jahrgangsstufen 1 bis 4.
Entsprechendes gilt für alle anderen Grundschulen mit einem besonderen pädagogischen Profil wie z. B. Ganztagsschulen oder bilinguale Schulen: Sie erhalten die nach Maßgabe der geltenden Bemessungsgrundlagen für die Jahrgangsstufen 1 bis 4 vorgesehenen zusätzlichen Sach- und Personalmittel auch für die Jahrgangsstufen 5 und 6.
4. Leistungsbewertung und Übergang in die weiterführende Schulen
Die Grundschulen können in Klasse 4 an den bereits eingeführten Formen der Leistungsbewertung festhalten. Spätestens in den Jahrgangsstufen 5 und 6 werden verbindlich Lernentwicklungsberichte eingeführt, die um ein Punktesystem ergänzt werden. Mit dem herkömmlichen sechsstufigen Notensystem lässt sich das Leistungsspektrum der Schülerinnen und Schüler in heterogenen Klassen bzw. Lerngruppen nicht angemessen abbilden. Um Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern regelmäßig differenzierte Leistungsrückmeldungen geben zu können, wird in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch zwischen grundlegenden und erweiterten Anforderungen unterschieden. Die Leistungsanforderungen werden für jedes Fach auf der Grundlage der Rahmenpläne konkretisiert und erlauben so eine differenzierte Einschätzung des Leistungsstandes der Schülerin bzw. des Schülers.
Schülerinnen und Schüler, die aus welchen Gründen auch immer ihre Leistungsmöglichkeiten nicht ausschöpfen oder die die grundlegenden Anforderungen noch nicht erfüllen können oder große Unsicherheiten im Bereich der grundlegenden Anforderungen zeigen, erhalten eine gezielte Förderung auf der Grundlage eines Förderplans. Hierfür werden den Schulen zusätzliche Fördermittel bereitgestellt, die in ihrem Umfang den Kosten von Klassenwiederholungen entsprechen, die es künftig nur noch in begründeten Ausnahmefällen geben soll.
5. Wie werden die Grundschulen bei der Einführung des längeren gemeinsamen Lernens unterstützt?
Alle Grundschulen, die sich für die Einführung des längeren gemeinsamen Lernens zum kommenden Schuljahr entschieden haben und die dargestellten Voraussetzungen erfüllen, machen sich unter besonderen Bedingungen auf den Weg und bedürfen daher auch einer besonderen Unterstützung und Begleitung. Dementsprechend erhalten sie zum einen zusätzliche Mittel für die Vorbereitung und Umsetzung ihres pädagogischen Programms ab dem Schuljahr 2009/10 im Umfang von 10 WAZ (Wochenarbeitszeit) für die Mitglieder ihrer Steuergruppe. Zum anderen werden sie vom Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) bei der Entwicklung ihrer schulbezogenen pädagogischen Programme unterstützt und begleitet.
Darüber hinaus trägt die Behörde für Schule und Berufsbildung dafür Sorge, dass die Schulen die für die Umsetzung ihrer Programme erforderlichen Lehrkräfte rechtzeitig einstellen können.
6. Zeitplan
Die Anträge der Grundschulen sollten bis zum 26. Mai in der Behörde für Schule und Berufsbildung eingegangen sein. Das bedeutet, dass die Eltern der jetzigen Drittklässler im Verlaufe des Aprils zunächst über die Möglichkeit der vorzeitigen Einführung des längeren gemeinsamen Lernens informiert werden. Es werden offene Fragen gesammelt, die entweder im Rahmen der Informationsveranstaltungen in der Schule geklärt werden können oder die der Behörde für Schule und Berufsbildung zugeleitet und zeitnah schriftlich oder auch vor Ort beantwortet werden. Bis Ende April werden die Eltern aller 3. Klassen schriftlich befragt, ob sie sich unter den gegebenen Rahmenbedingungen für ein längeres gemeinsames Lernen ihrer Kinder an ihrer Grundschule aussprechen. Parallel wird die Lehrerkonferenz und der Elternrat befasst. In der ersten Maihälfte werden die Schulkonferenzen der Grundschulen auf der Grundlage der Elternvoten und des Votums der Lehrerkonferenz und des Elterntrats über einen Antrag zur Einführung des längeren gemeinsamen Lernens an ihrer Grundschule entscheiden. Entscheiden sich zwei Drittel der stimmberechtigten anwesenden Mitglieder für die Einführung, leitet die Schulleitung den entsprechenden Antrag an die Behörde für Schule und Berufsbildung weiter. Nach Prüfung der Genehmigungsvoraussetzungen wird die Behörde innerhalb von 14 Tagen der Schule mitteilen, ob der Antrag genehmigt wird.
Im Falle der Genehmigung des Antrags wird gemeinsam mit der Schulleitung festgelegt, in welcher Schrittfolge die Einführung unterstützt und begleitet wird. Diese Ziel-Leistungs-Vereinbarung wird schriftlich fixiert und der Schulöffentlichkeit zugänglich gemacht.
Rückfragen
Jan Bruns
stellv. Pressesprecher der Behörde für Schule und Berufsbildung
Hamburger Straße 31
22083 Hamburg
T: (040) 428 63 – 3634
F: (040) 427971 – 434
E: jan.bruns@bsb.hamburg.de
10 gute Gründe, um an der
Demonstration am 18.04.2009 (11:00 Uhr Gänsemarkt)
gegen die in Hamburg geplante Schulreform teilzunehmen
1) Fehlende Räumlichkeiten
Um die bislang 4jährigen Grundschulen um zwei Jahre zu verlängern, bedarf
es erheblicher Baumaßnahmen. Keine Grundschule in Hamburg hat genügend
Platz, um die Jahrgänge 5 und 6 aufzunehmen. Dieser Platz müsste in
Form von Neubauten oder Containern geschaffen werden. Gleichzeitig werden
in den weiterführenden Schulen aufgrund der dort dann fehlenden Jahrgänge
5 und 6 viele Räume leer stehen. Diese paradoxe Situation wird Millionen
an Steuergeldern verschlingen, die an anderer Stelle für notwendige
inhaltliche Maßnahmen fehlen werden. Strukturänderungen bringen jedoch
keine inhaltlichen Verbesserungen.
2) Abschaffung von Klassengemeinschaften und Klassenlehrern/innen
In den Klassenstufen 1-6 sollen Klassengemeinschaften und Klassenlehrer(
innen) abgeschafft werden. Statt dessen werden schon Erstklässler einem
Kurssystem mit ständig wechselnden Mitschülern und Jahrgangsteams von
7-10 (in Schulen mit jahrgangsübergreifendem Unterricht auch mehr) Lehrkräften
ausgesetzt. Die für junge Schüler so wichtige emotionale Bindung zu
einem/r Klassenlehrer(in) und zu einer festen Klassengemeinschaft wird auf
diese Weise nicht möglich sein.
3) Alle Leistungsniveaus gemeinsam in den Klassenstufen 1-6
In den Klassenstufen 1-6 sollen Schüler(innen) aller Leistungsstufen vom
Hauptschul- bis zum Gymnasialniveau gemeinsam lernen. Von der Schulbehörde
nicht beantwortet ist allerdings die Frage, wie dem erheblichen Leistungsunterschied,
der in der 4. Klasse schon bis zu 1 ½ Jahre betragen
kann, Rechnung getragen werden soll. Dazu bedürfte es eines stark binnendifferenzierten
Unterrichts mit einer dafür besonders geschulten Lehrerschaft,
der Einstellung von weiteren qualifizierten Lehrkräften, der Bereitstellung von
zusätzlichen Räumlichkeiten (für Gruppen- bzw. Förder-/Forderunterricht)
und der Erstellung von geeignetem Unterrichtsmaterial. Diese Voraussetzungen
werden jedoch bis zum Sommer 2010 nicht geschaffen worden sein.
Sowohl die Fortbildung aller ca. 17.000 Lehrerkräfte in Hamburg, als auch die
Schaffung von zusätzlichen Räumlichkeiten und die Entwicklung von geeignetem
Unterrichtsmaterial würde Jahre dauern. Zusätzliche Lehrkräfte werden
aufgrund des Lehrermangels in Deutschland in absehbarer Zeit nicht zur
Verfügung stehen. Ohnehin könnten sie entsprechend den Ausbildungszyklen
des Lehrernachwuchses nur nach und nach eingestellt werden und nicht
auf einmal im Sommer 2010. Ohne die Schaffung der oben genannten Rahmenbedingungen
werden die Lehrkräfte keinen Unterricht anbieten können,
der auf die erhebliche Leistungsbreite zugeschnitten ist. Die sich zwangsläufig
verschlechternde Unterrichtsqualität wird eine Absenkung des Schulbildungsniveaus
zur Folge haben wird.
4) Reduzierung der Bildungsvielfalt
Die besonderen Profile der weiterführenden Schulen (musisch, sportlich,
bilingual, humanistisch) sollen im Rahmen der Schulreform nunmehr in den
Primarschulen angeboten werden. Viele weiterführende Schulen bekommen
ihre Schüler jedoch von bis zu 25 Grundschulen. Es ist personell unmöglich,
ein Profil, das bislang an einer weiterführen Schule angeboten wurde, nun2
mehr an 25 Primarschulen anzubieten. Es wird daher zu einer Reduzierung
der Bildungsvielfalt in Hamburg kommen. Darüber hinaus werden Profile an
einer Primarschule nur dann angeboten, wenn eine entsprechend große
Schülerzahl sie wählt. Damit kann sich das Profilangebot von Jahrgang zu
Jahrgang ändern, je nachdem, wie die Interessenlage ist. Eltern können
daher nicht sicher sein, dass an der Primarschule ihres Kindes tatsächlich
das von ihnen gewünschte Profil angeboten wird. Damit wird u.U. eine
Umschulung in der 4. Klasse in eine Primarschule mit dem gewünschten Profil
notwendig sein, bevor es in der 7. Klasse einen weiteren Wechsel gibt.
5) Pendeln der Lehrkräfte
Die Lehrer, die bisher an den weiterführenden Schulen die Jahrgänge 5 und
6 unterrichtet haben, sollen dies zukünftig an verschiedenen Primarschulen
tun. Sie werden dabei einen erheblichen Anteil ihrer Arbeitszeit auf der
Straße beim Pendeln zu den verschiedenen Primarschulen verbringen. Diese
Zeit geht den Schulkindern verloren und bedeutet eine weitere Verschwendung
von Steuergeldern.
6) Abschaffung des Elternwahlrechts
Das Elternwahlrecht hinsichtlich der weiterführenden Schulen soll abgeschafft
werden. Statt dessen sollen
- Lernentwicklungsberichte (in deren Erstellung die Hamburger Lehrkräfte
bis zum Sommer 2010 nicht alle geschult werden können),
- Kompetenzfeststellungsverfahren (die noch nicht entwickelt und damit
noch nicht auf ihre Praxistauglichkeit erprobt worden sind) und
- Einschätzungen der Lehrkräfte aufgrund von standardisierten Instrumenten
(die ebenfalls noch nicht entwickelt und erprobt worden sind)
bindend darüber entscheiden, ob ein Kind nach Klasse 6 eine Gymnasialempfehlung
erhält.
Ab dem Sommer 2010 sollen also Verfahrensweisen über den weiteren
Schulweg der Hamburger Schüler(innen) entscheiden, die es noch nicht gibt,
die demnach in der Praxis nicht erprobt sind und in deren Anwendung die
Hamburger Lehrkräfte in der Kürze der Zeit nicht ausreichend geschult werden
können. Damit werden Zufälligkeit und Willkür Tür und Tor geöffnet werden,
die durch die Eltern nicht mehr korrigiert werden können.
7) Beschränkung der Gymnasiasten auf 30% eines Jahrgangs
Die Zahl derjenigen Schüler, die nach den Regeln der Schulreform eine
Gymnasialempfehlung erhalten werden, soll auf 30% eines Jahrgangs
begrenzt werden. Dies steht im krassen Gegensatz zu den über 50% der
Grundschüler(innen), die 2009 auf den Hamburger Gymnasien angemeldet
worden sind. Frau Senatorin Goetsch begründet die von ihr geplante
Beschränkung damit, dass die Stadtteilschulen erfolgreich werden müssen,
wozu auch ein Gutteil gymnasialer Schüler benötigt werde. Statt die Eltern
mit guten Stadtteilschulen zu überzeugen, greift die Senatorin zu Zwangsmaßnahmen. Schwächung und schließlich Zerstörung der erfolgreichen Schulen
Im Rahmen der Schulreform werden auch die erfolgreichen weiterführenden
Schulen in Hamburg geschwächt und etliche von ihnen kaputt gemacht.
Zum einen werden verschiedene Schulen aufgrund der fehlenden Jahrgänge
5 und 6 (und die Gymnasien darüber hinaus noch aufgrund der Reduzierung
der Gymnasiasten-Quote) zu wenig Schüler haben, um einen eigenständigen
Betrieb zu rechtfertigen und es wird als Folge dessen etliche Schließungen
geben.
Zum anderen werden die besonderen Profile (musisch, bilingual, sportlich,
humanistisch) nur noch zwei Jahre kürzer angeboten werden und zu einem
Zeitpunkt beginnen (in der 7. Klasse), in der sich viele Kinder zumindest in
der Vorpubertät befinden und damit stark mit sich selbst beschäftigt sind. In
dieser Phase ist es sehr schwierig, sie beispielsweise für musische oder
humanistische Inhalte zu begeistern. Darüber hinaus werden die weiterführenden
Schulen zukünftig in der 7. Klasse Kinder bekommen, die in den
Klassenstufen 5 und 6 nicht im besonderen Profil der jeweiligen weiterführenden
Schule unterrichtet worden sind. Es ist abzusehen, dass es zu einer
starken Verwässerung der etablierten und erfolgreichen Profile kommen wird.
Die Schwächung und Zerschlagung der weiterführenden Schulen, insbesondere
der Gymnasien, ist letztendlich das Ziel von Frau Senatorin Goetsch, die
die Einheitsschule von der 1. bis zur 9. Klasse propagiert.
9) Schulreform nach Legislaturzeitplan
Sowohl Kritiker als auch Befürworter bemängeln unisono die Eile, mit der die
geplante Schulreform umgesetzt werden soll. Nach den Gründen für diese
Eile befragt, erklärt Frau Senatorin Goetsch immer wieder, dass sie die
Reform auf jeden Fall bis 2010 durchsetzen will, sonst werde es in dieser
Legislaturperiode nichts mehr. Machtpolitische Ambitionen haben also Vorrang
vor einer sauberen inhaltlichen Arbeit – zum Nachteil der Hamburger
Schulkinder.
Die Hamburger Lehrkräfte und Grundschulen sollen nach dem Willen von
Frau Senatorin Goetsch innerhalb nur eines Jahres bis zum Sommer 2010:
- zwei Einschulungstermine pro Jahr organisatorisch und inhaltlich ermöglichen;
- binnendifferenzierten und individualisierten Unterricht durchführen;
- jahrgangsübergreifenden Unterricht über drei Altersklassen hinweg
methodisch entwickeln und umsetzen;
- Lernentwicklungsberichte und schriftliche Lernvereinbarungen erstellen;
- Kompetenzfeststellungsverfahren (die weder entwickelt noch auf ihre Praxistauglichkeit
erprobt worden sind) anwenden;
- standardisierte Instrumente (die ebenfalls weder entwickelt noch erprobt
sind) für ihre Einschätzung im Rahmen der Feststellung der Übergangsberechtigung
nach Klasse 6 einsetzen;
- ein Punktesystem (das ebenfalls weder entwickelt noch erprobt ist) in den
Klassenstufen 4-6 anwenden.
Dass dieses Mammutprogramm nicht innerhalb eines Jahres umzusetzen ist,
ist offensichtlich. Gleichwohl will Frau Senatorin Goetsch an ihrem Zeitplan
festhalten – aus politischen und ideologischen Gründen.
10) Versuchskaninchen
Die jetzigen Zweit- und Erstklässler sowie die Erstklässler des Schuljahres
2009/2010 werden aus ideologischen und machtpolitischen Gründen als Versuchskaninchen
missbraucht. Sie wurden und werden als Grundschüler eingeschult
und sollen ab dem nächsten Jahr Primarschüler sein, obwohl das
Primarsystem dann weder räumlich noch inhaltlich stehen wird.
Eingereicht von
Julia Sasse
Liebe Eltern, liebe Lehrkräfte, liebe Schulleitungen,
das Hamburger Abendblatt berichtet heute über die gestern von führenden Unternehmerverbänden verabschiedete Stellungnahme, mit der u. a. die Erhaltung der Gymnasien ab Klasse 5 und die Erhaltung des Elternwahlrechts zur Schulform gemäß der Empfehlung der Enquete-Kommission fordern (die vollständige Stellungnahme von AGA, CDH, Chemie Nord und DEHOGA finden Sie zum Download unter: http://www.wir-wollen-lernen.de/primarschule_aktuelle_presse.html):
Mit wenig Weitblick hat gleichzeitig Senator Freytag die CDU-Fraktion zur Königstreue notfalls bis in den Untergang aufgefordert:
Hamburger Abendblatt v. 6.4.2009: Zum Erfolg verdammt http://www.abendblatt.de/daten/2009/04/06/1112935.html
Senator Freytag vergisst offenbar, dass – spätestens – in wenig mehr als 1.000 Tagen, im Februar 2012, die nächste Bürgerschaftswahl ansteht und sich jeder Abgeordnete der CDU-Bürgerschaftsfraktion Sorgen um sein Mandat machen muss, wenn die CDU-Fraktion ihre bisherige Linie bei der Unterstützung der Primarschul-Pläne von Senatorin Goetsch (GAL) nicht aufgibt.
Herr Meyer vom Abendblatt bringt es auf den Punkt, wenn er schreibt: “Bei allem Verständnis für parteipolitische Profilierung: Das Schlimme ist, dass dies alles – noch dazu unter großem Zeitdruck – auf dem Rücken der Schüler, Lehrer und Eltern ausgetragen wird.”
- Im Mittelalter hätte es noch als unfein gegolten, bei einer Belagerung der Stadt die Kinder der Stadt dem Belagerer zu überlassen, um seine eigene Macht zu erhalten.
Gelesen bei:
In den vergangenen Wochen ist immer wieder der Wunsch an mich herangetragen worden, eine Wählergemeinschaft zu gründen.
Nun haben einige „Mitstreiter“ und ich folgendes Programm für eine mögliche Wählergemeinschaft erarbeitet:
Die „Wählergemeinschaft“ wird gegründet, um vorrangig auf dem Gebiet der Bildungspolitik ein von den Rathausparteien unabhängiges inhaltliches und personelles Angebot zu schaffen. Sie will die Interessen von Eltern, Kindern und anderen an Bildung Interessierten, unabhängig von parteipolitischen Vereinnahmungen, vertreten und ihre Ziele in die politische Entscheidungsfindung einbringen.
Oberstes Ziel der Wählergemeinschaft ist eine eltern– und kindgerechte Schul– und Bildungspolitik, die sichan den Erfordernissen einer optimalen, individuellen, modernen und chancen-gleichen (Aus)Bildung orientiert.
Die Wählergemeinschaft versteht sich als politische Gruppierung, die sich bewusst offen für Anregungen, konstruktive Kritik und innovative Gedanken zeigt und diese Punkte ggfs. in ihrem Programm berücksichtigt.
Nähere Einzelheiten enthält das Programm der Wählergemeinschaft:
-kleinere Klassengrößen
-Erhalt der Gesamtschulen
-Wahlmöglichkeit der Eltern zwischen verschiedenen Schulformen d.h.: Erhalt der
Gymnasien ab Klasse 5
-Verbesserung der Ausstattung bestehender Schulen
-Erhöhung der Lehrerzahl; Entlastung von einem Teil der in den letzten Jahren
enorm angestiegenen Verwaltungsarbeiten; insbesondere an Gymnasien
-individuelle Förderung langsamer lernender Schüler (z.B. durch besondere berufsvorbereitende Massnahmen)
-individuelle Förderung schnell lernender Schüler
-Erhaltung kurzer Schulwege
-Abschaffung des Büchergeldes
-freies Elternwahlrecht
-Einbeziehung der Lehrerschaft in Reformprozesse
-Bereitstellung ausreichender Ausbildungsplätze für die Jugendlichen, die eine
Ausbildung anstreben
-Bereitstellung qualitativ geeigneter Angebote für Jugendliche, denen die für eine Ausbildung erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse fehlen
Erweiterung des Angebotes und der Möglichkeiten zur beruflichen Weiterbildung
Für Erwachsene !?
-Schaffung besonderer Angebote für Migranten und Personen mit Behinderung
-Optimierung der Infrastruktur von Universität und HochschuleAlternativ: Schaffung guter Studienbedingungen an den Hochschulen
-Vergleichbarkeit schulischer Ansprüche und Abschlüsse zwischen den Bundesländern (ggf. bundeseinheitliche Lehrpläne)
Alternativ: Gegen bildungspolitische Alleingänge in Hamburg, die den Umzug in ein anderes Bundesland wesentlich erschweren.
Wie in der Präambel angeführt, verstehen wir uns als „offen“, d.h. Strukturen anderer Schulformen werden fachlich und sachlich geprüft, Diskussion bzgl. Optimierungen zugelassen und eventuell notwendige Schulreformen eingeleitet.
Wer hieran Interesse hat aktiv mitzuwirken, ist recht herzlich eingeladen am 23.04. um 19.00 Uhr Worte Taten folgen zu lassen und eine Wählergemeinschaft zu gründen.
Natürlich freue ich mich hier über Feedbacks, was sie sich, auch wen sie nicht aktiv mitwirken können, sich von einer Wählergemeinschaft wünschen würden. Auch Ideen für einen Namen sind hier herzlich willkommen.
Protest: Der Widerstand gegen die Schulreform wächst
Sie organisieren die Großdemonstration
Kernforderungen sind unter anderem: Keine Einführung der Primarschule, keine Abschaffung des Elternwahlrechts.
Von Hanna-Lotte Mikuteit
Die Zahl besorgter Eltern, die sich aktiv gegen die geplante Schulreform zur Wehr setzen, wächst. Zum zweiten Treffen des überregionalen Zusammenschlusses Networking 22 in dieser Woche kamen mehr als 100 Interessierte. “Das zeigt uns, wie groß der Bedarf ist”, sagt Mitinitiatorin Marina Stürken (42) aus Othmarschen. Sieben Arbeitsgemeinschaften haben sich inzwischen gebildet, unter anderem wurden Info-Mappen erstellt, eine Internetplattform ist im Aufbau. Schwerpunkt des Widerstands ist im Moment eine für den 18. April angekündigte Großdemonstration in der Innenstadt. Mehr
Am Mittwoch, 08.04.2009 trafen sich Vertreter der Elterninitiative „zweizügige Primarschule“ mit Frau Schulsenatorin Goetsch, Herrn Oertel (Büroleiter Senatorinnenbüro) und Herrn Rosenboom (Senatsdirektor Amt für Bildung)in der Schulbehörde zu einem gemeinsamen Gespräch.
Als Ergebnis aus diesem Gespräch möchten wir Sie zu einer weiterführenden Veranstaltung am
20.04.2009um 18:00h
an der Grundschule Bandwirkerstraße
(Bandwirkerstraße 56-58, 22041 Hamburg)
einladen und Ihnen dort die Möglichkeit geben, Ihre Argumente und Fragen hinsichtlich zweizügiger Primarschule zu äußern.
Herr Rosenboom und weitere BSB-Vertreter (aus dem Planungsteam „Schulreform“ ) stehen als Ansprechpartner zur Verfügung.
Wir hoffen, Ihnen damit eine lohnenswerte, informative Veranstaltung anbieten zu können und freuen uns auf Ihr Erscheinen.
Mit freundlichen Grüßen,
Jeannine Stangenberg
Elterninitiative „zweizügige Primarschule“
So erreichen Sie die Grundschule Bandwirkerstraße:
·S1 bis „Friedrichsberg“. Stormarnstraße geradeaus, rechts abbiegen in den „Wasserstieg“. Sie gehen dann direkt auf die Schule zu.
·U1 bis „Straßburger Straße“, Ausgang „Eulenkamp/Stormarnstraße“. Wandsbeker Allee(Ring 2) geradeaus, rechts abbiegen in die „Kirchhofstraße“. Am Ende der Kirchhofstraße stehen Sie schräg gegenüber der Schule.
·Mit dem Auto erreichen Sie die Schule am einfachsten über den „Ring 2“, Waldörferstraße, Stormarner Straße. Parkplätze stehen Ihnen auf dem Schulhof (Zufahrt über „Litzowstraße“) zur Verfügung
(Die Anmeldung ist unverbindlich und dient der besseren organisatorischen Planung)
Die Zahl der Architekten, Unternehmer, Ärzte und Juristen dürfte am Sonnabend in der City erheblich höher sein als an anderen Wochenenden. Denn die Primarschul-Gegner haben zu einer Demonstration unter dem Motto “Hamburger Eltern für gute Schulen” aufgerufen. Und viele Eltern gerade aus den feineren Regionen wie Blankenese und den Walddörfern gehen zum ersten Mal für ihre Ziele auf die Straße. Ob wie angemeldet 1000 Reformgegner mobilisiert werden oder gar 10000 oder 20000, das vermag bisher niemand einzuschätzen. Mehr
Liebe Eltern, liebe Schulleitungen, liebe Lehrkräfte,
als Presse-Nachlese nach diesem wunderschönen Osterwochenende und als Start in die Woche vor der Demo gegen die Primarschul-Pläne am kommenden Samstag, 11.00 Uhr, auf dem Gänsemarkt, finden Sie hier einige Links zu der aktuellen Presseberichterstattung über Primarschul-Pläne und die bevorstehende Groß-Demo:
BILD v. 13.4.2009: Initiative sieht gute Chancen für Schulreform-Stopp http://www.bild.de/BILD/regional/hamburg/dpa/2009/04/13/initiative-sieht-gute-chancen-fuer-schulreformstopp.html
WELT v. 12.4.2009: Das Bürgertum geht auf die Straße http://www.welt.de/wams_print/article3543583/Das-Buergertum-geht-auf-die-Strasse.html
Hamburger Abendblatt v. 11./12./13.4.2009: Protest: Der Widerstand gegen die Schulreform wächst – Sie organisieren die Großdemonstration http://www.abendblatt.de/daten/2009/04/11/1118936.html
… und noch eine gute Nachricht zum Start in die Woche:
Ole von Beust will unseren Volksentscheid akzeptieren:
Hamburger Abendblatt v. 11./12./13.4.2009: “Aufschwung kommt frühestens Ende 2010 (Interview mit dem Ersten Bürgermeister” http://www.abendblatt.de/daten/2009/04/11/1118938.html
Auszug:
ABENDBLATT: Es gibt ein Volksbegehren gegen die Primarschule und Proteste. Wann würden Sie die Reißleine ziehen, um Schaden von der Stadt abzuwenden?
VON BEUST: Auf hypothetische Fragen antworte ich nicht. Ich gehe davon aus, dass wir die Menschen überzeugen können. …. Im Übrigen: Im Koalitionsvertrag steht, dass wir Volksentscheide akzeptieren.
Herzliche Grüße,
Walter Scheuerl
hinter diesem Link gibt es Bastelanleitungen für Transparente,
Zusammenstellung von Gründen gegen die Primarschulreform
und, vor allem, den DinA4-Handzettel mit der Demo-Information
zum Ausdrucken und Verteilen!:
Die Elternkammer führt den 4. Elterntag erneut zusammen mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) durch:
Prima Schulen -
Wege zu einer guten Bildung
Samstag, 25. April 2009, 11:00 Uhr bis ca. 16:30 Uhr
im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung,
Felix-Dahn-Str. 3, 20357 Hamburg
Themenräume:
Kompetenzorientierter Unterricht – was bedeutet das für mein Kind?
Binnendifferenzierung, individualisiertes Lernen, kooperative Lernformen: Schluss mit den Begriffen – erleben Sie modernen Unterricht selbst.
Fächerübergreifender Unterricht in den Profilen der gymnasialen Oberstufe
Interdisziplinäres Arbeiten gilt als zentrale Herausforderung für eine erfolgversprechende Bildungs-, Berufs- und Lebensgestaltung. In der neuen Profiloberstufe werden mehrere Fächer unter einer zentralen Fragestellung zusammengeführt, so dass im Unterricht vernetztes und problemorientiertes Denken gefördert wird. Wie solch ein zukunftsorientierter Unterricht in der Praxis gestaltet werden kann, soll hier vorgestellt und diskutiert werden.
Vermittlung interkultureller Kompetenzen als Schlüsselqualifikation
Wie können unverzichtbare Potentiale und Chancen der kulturellen Vielfalt bereits frühzeitig für eine integrationsfördernde Wertebildung im lokalen und globalen Zusammenleben genutzt werden? Austausch von Gelingensbedingungen anhand von Beispielen aus der Praxis.
Eltern.mit.Wirkung
Schulentwicklung positiv auf verschiedenen Ebenen mitgestalten: Was bedeutet eigentlich Erziehungspartnerschaft, wie gelingt sie, wo gibt es Hindernisse, was müsste verändert werden? Wir stellen Ihnen gute Beispiele vor – entwickeln Sie neue Ideen mit!
Downloads: Flyer und Fax-Anmeldeformular http://www.elternkammer-hamburg.de/uploads/media/Elterntag09_flyer_sw_20090425.pdf http://www.elternkammer-hamburg.de/uploads/media/Elterntag09_anm_20090425.pdf
Anmeldeschluss: 15. April 2009
Bitte benutzen Sie die Online-Anmeldung (unten) für Ihre Rückmeldung
In vier verschiedenen Themenräumen werden von 13.00 bis 15.00 Uhr Informationen und Diskussionsmöglichkeiten zum Thema: „Prima Schulen – Wege zu einer guten Bildung“ angeboten.
Bitte geben Sie unbedingt Ihr Wunschthema an. Wir versuchen, Ihre 1. Wahl zu berücksichtigen, müssen ggf. aber auch auf Ihre 2. Wahl ausweichen. (Die Raumkapazität ist begrenzt)
Es besteht die Möglichkeit, gegen einen Unkostenbeitrag von 5 EUR ein Mittagessen einzunehmen. Wahlmöglichkeit:
Die Keimzelle des Protests liegt im Hamburger Westen. Bei der Demo sind Anwälte, Architekten und Unternehmensberater dabei. Sprechchöre werden zum Einüben per E-Mail verschickt.
Von Peter Ulrich Meyer
Es verspricht eine Demonstration der eher ungewöhnlichen Art zu werden: Wenn morgen um 11 Uhr auf dem Gänsemarkt die Kundgebung gegen die schwarz-grüne Schulreform startet, dann wird der Protest nicht zuletzt von denen getragen, die sich sonst von diesen Dingen eher fernhalten: Anwälte, Ärzte, Architekten und Unternehmensberater.
“Schulreformchaos? Nein danke” steht auf den Aufklebern mit grünem Grund, die die Organisatoren seit Wochen eifrig verteilen. Nicht zufällig erinnert die Aufmachung an die “Schulreform führt zur Zweiklassengesellschaft”
“Atomkraft? Nein danke”-Aufkleber, mit denen gerade die Grünen vor Jahrzehnten als “Bürgerschrecks” für Furore sorgten. Nun sind die Rollen vertauscht: Der bürgerliche Protest richtet sich heute gegen die Politik von Schulsenatorin Christa Goetsch von der GAL, dem Hamburger Ableger der Grünen. Mehr
Masaniello 18.04.2009 22:05 Themen: Bildung Soziale Kämpfe
Lediglich 4000 Menschen folgten heute einem Aufruf, gegen die die Einführung der Primarschule auf die Straße zu gehen. Die InitiatorInnen hatten vorher mit 10 000 TeilnehmerInnen gerechnet und darauf gehofft, an die größeren Bildungsdemos der vergangenen Jahre anknüpfen zu können. Zu der Demo aufgerufen hatte (neben der Hamburger NPD, die auf ihrer Homepage zum Demobesuch aufrief, aber auf der Demo nicht sichtbar in Erscheinung trat) das „Netzwerk aller Schulreformkritiker“, ein Zusammenschluss, der maßgeblich ins Leben gerufen wurde von der Initiative “Wir wollen lernen!” um den Rechtsanwalt Walter Scheuerl.
Ziel dieser Initiative ist die Erhaltung des dreigliedrigen Schulsystems. Hintergrund ist die vom Schwarz-Grünen Senat beschlossene Schulreform, nach der bis einschließlich zur sechsten Klasse alle SchülerInnen auf eine Schule gehen. letztenendes geht es darum, die Gymnasien zu erhalten und damit das in hohem Maße selektive Schulsystem zu bewahren – um zu gewährleisten, dass der Zugang zu höherer Bildung ein Privileg für Kinder aus der Mittel- und Oberschicht bleibt
Die Initiative arbeitet mit dem “Tönissteiner Kreis” zusammen, der sich selbst definiert als “Gesprächskreis von Führungskräften aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik mit Auslandserfahrung” und wurde in den 50ger Jahren von der Bundesregierung gegründet um “qualifizierten Nachwuchs auf die Übernahme von internationalen Führungsaufgaben” vorzubereiten. Der Kreis hat seinen Sitz im Haus der deutschen Wirtschaft in Berlin und ist angebunden u.a. an den Deutschen Industrie und Handelskammertag (DIHK) und den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).Die Initiative um Walter Scheuerl richtete unter anderem Schulungsveranstaltungen mit dem Tönissteiner Kreis aus. Bei einer dieser Veranstaltungen wurde u.a. gefordert:”Konzentration der freien Mittel und Lehrerstellen auf weniger sozialen Brennpunkten” und ein “Erhalt exzellenter staatlicher Schulen um die Abwanderung in Privatschulen zu vermeiden” (für die, die sich die Privatschulen leisten können).
Wenig verwunderlich war auch die Zusammensetzung der Demonstration: Mit Transparenten wie “Eppendorf gegen die Primarschule” machte Hamburgs Oberschicht klar, dass sie ihren Nachwuchs vor dem gemeinsamen Lernen mit sogenannten “Bildungsfernen” bewahren will. Mehr
In Hamburg gingen gestern 5000 Demonstranten gegen die Einführung der Primarschule auf die Straße. Es ist der erste größere Protest bürgerlicher Wähler gegen die Politik des CDU-geführten Senats in der Hansestadt
Es ist die erste große Demonstration gegen die Bildungspolitik des schwarz-grünen Senats: Rund 5000 Demonstranten haben sich am Sonnabend in der Hamburger Innenstadt versammelt, um gegen die geplante Einführung der sechsjährigen Primarschule zu protestieren. “Jetzt müssen wir etwas üben, was viele von uns noch nie gemacht haben”, ruft Frank Solms Nebelung von der Bühne auf dem Gänsemarkt in die Menge. “Wir müssen skandieren.” Die Demonstranten lernen schnell. “Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut”, schallt es durch die City, in der die ersten Wochenend-Einkäufer unterwegs sind. Mehr
Hamburg (dpa/lno) – Eltern, Lehrer und Schüler haben heute in der Innenstadt gegen die geplante Hamburger Schulreform demonstriert. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich rund 3000 Menschen an dem Protestzug vom Gänsemarkt zum Rathaus. Die Veranstalter hatten mit bis zu 10 000 Teilnehmern gerechnet. Organisiert wurde die Demo von einem Bündnis aus Reformkritikern. Sie fürchten unter anderem, dass die vom schwarz-grünen Senat geplante Einführung einer sechsjährigen Primarschule zu einem «Schulchaos» führen und negative Folgen für weiterführende Schulen – insbesondere Gymnasien – haben wird. Regierungs-Politiker widersprechen dem.
Eltern, Lehrer und Schüler haben gegen die geplante Schulreform Hamburgs demonstriert. Insgesamt 5000 Menschen gingen auf die Straße.
Der Protestzug führte vom Hamburger Gänsemarkt zum Rathaus. Organisiert wurde die Demo von einem Bündnis aus Reformkritikern. Auf einigen T-Shirts war der Slogan “Wir sind keine Versuchskaninchen” zu sehen.
Die Demonstration richtet sich gegen die geplante Bildungsreform Hamburgs. Der schwarz-grüne Senat will eine sechsjährige Primarschule einführen. Die Reformgegner fürchten ein Chaos sowie negative Folgen vor allem für Gymnasien. Auf Kritik stößt außerdem, dass künftig alleine die Lehrer entscheiden dürfen, welches Kind eine weiterführende Schule besuchen darf. (mm, dpa)
Unter dem Eindruck der Demonstration am letzten Samstag und der allgemeinen großen Unsicherheit erlauben wir uns, noch einmal auf die anstehende Gründung unserer Wählerinitiative hinzuweisen.
Neben den Forderungen und Zielen, die ich schon in meiner ersten Email dargelegt habe, sei noch einmal auf einige Punkte hingewiesen, die uns nachhaltig von den etablierten Parteien und Gruppierungen unterscheiden.
Konkrete Verbesserung jetzt!
Wir fordern eine Verbesserung und Erweiterung funktionierender Strukturen für Schüler jeglicher Schulform anstatt nicht durchsetzbarer ideologisch gefärbter Visionen!!
Mehr Geld für Bildung – nicht nur für Banken!
Wir investieren in Köpfe und Kinder, nicht in ein unsinniges Schulchaos!!
Keine Experimente mit unseren Kindern!
Unsere Kinder dürfen nicht Opfer eines fehlgeleiteten politischen Geltungsbedürfnisses sein!!
Kleinere Klassen – mehr Zeit für Förderung!
Wir beenden eine unhaltbare Politik, die sich immer weiter von pädagogisch sinnvollen Zielen entfernt!!
Freies Wahlrecht für freie Bürgerinnen und Bürger!
Die Diktatur einer kleinen Minderheit, die über die Laufbahnen unserer Kinder entscheidet, darf keine Realität werden!!
Für uns stehen die Schüler im Vordergrund!
Wir werden nicht erlauben, dass parteipolitisches Kalkül die Schullandschaft in Hamburg zerstört!
Unser Ziel wird sein, auch nach einem evtl. Volksentscheid oder dem Ende der grünen „Reform“pläne die Schulen zu fördern und ebenso Ausbildung und das Niveau der Universitäten in Hamburg auf einen angemessenen Standard zu heben.
Desweiteren sehen wir es als Aufgabe auch die Bildungsangebote u.a. für Berufs-Wiedereinsteiger, Migranten und gehandicapte Personen deutlich zu verbessern.
Werden Sie aktiv!
Sollten Sie an einer Mitarbeit Interesse haben, laden wir Sie gerne zu unserem Gründungstreffen ein.
Gabriele Paulis bayerische Gruppe gründet Hamburger Ableger – Reformgegner legen Streitschrift vor – CDU justiert nach
Der Widerstand gegen die Schulreformpläne des schwarz-grünen Senats formiert sich weiter. Nach der großen Bildungsdemonstration gehen in dieser Woche gleich zwei Wählergemeinschaften in Hamburg an den Start, die sich gegen die geplante Einführung der Primarschule richten. So haben die in Süddeutschland beheimateten Freien Wähler (FW) der früheren CSU-Landrätin Gabriele Pauli in der Hansestadt einen Landesverband gegründet. “Wir wollen als unabhängige Wählervereinigung an der Elbe parlamentarisch mitwirken”, kündigt der Gründungsvorsitzende Roland Nussbaumer an. Der 48-jährige Telekommunikationsunternehmer aus St. Pauli ist Mitglied des CDU-Wirtschaftsrates. Anlass für die Gründung sei die “gefahrvolle Schulpolitik des schwarz-grünen Senats”. Die Freien Wähler unterstützen das Netzwerk “Eltern für gute Schulen”, das die Demonstration vom Wochenende organisiert hatte.
Für Donnerstagabend plant eine weitere Wählergemeinschaft ihr Gründungstreffen. Die Gruppierung “Pro Bildung Hamburg” von Tjalf Nienaber, einem Eventmanager und Vater zweier Kinder aus Sasel, will ein von den Rathausparteien unabhängiges inhaltliches und personelles Angebot schaffen. Die Wählergemeinschaft setzt sich für kleinere Klassen und die individuelle Förderung schwächerer Schüler, aber auch für den Erhalt der Gesamtschulen sowie der Gymnasien ab der fünften Klasse ein. Nienaber betreibt seit Längerem einen Weblog zum Thema. “Wir lehnen die Primarschule nicht grundsätzlich ab, aber in der Geschwindigkeit ihrer Umsetzung sind die Pläne nicht zu Ende gedacht”, sagt Nienaber. Deshalb hat sich diese Wählergemeinschaft ebenfalls zum Ziel gesetzt, die Reformpläne des schwarz-grünen Senats zu stoppen.
Gestern wurde die Wählergemeinschaft “PRO Bildung Hamburg” gegründet.
Die „Wählergemeinschaft „PRO Bildung Hamburg“ wurde gegründet, um vorrangig auf dem Gebiet der Bildungspolitik ein von den etablierten Parteien unabhängiges personelles Angebot zu schaffen. Sie wird die Interessen von Eltern, Kindern und anderen an Bildung Interessierten, unabhängig von parteipolitischen Instrumentalisierungen, vertreten. Sie vertritt die Bevölkerung in den maßgeblichen Gremien und bringt ihre Ziele in die politische Entscheidungsfindung mit ein.
Oberstes Ziel der Wählergemeinschaft ist eine eltern– und kindgerechte Schul– und Bildungspolitik, die sich an den Erfordernissen einer optimalen, individuellen, modernen und chancen-gleichen (Aus)Bildung orientiert.
Die „PRO Bildung Hamburg“ versteht sich als politische Gruppierung, die sich bewußt offen für Anregungen, konstruktive Kritik und innovative Gedanken zeigt und diese Punkte ggfs. in ihrem Programm berücksichtigt oder aufnimmt.
Nähere Einzelheiten enthält das Programm der „PRO Bildung Hamburg“.
Als ersten Vorstitzenden wurde Tjalf Nienaber, Vater 2er Kinder, verh., gewählt.
Weiteres zum Programm und die nächsten Schritte auf diesen Blog….
Von OLAF SCHIEL
Für Politik hat er sich nie groß interessiert. Dann kam die schwarz-grüne Schulreform – da war für Tjalf Nienaber (41) das Maß voll. Seit gestern ist der zweifache Vater Partei-Chef!
Tjalf Nienaber (41) will mit „Pro Bildung Hamburg“ bei der Bürgerschaftswahl 2012 antreten
Seine Wählerinitiative „Pro Bildung Hamburg“ soll die Primarschul-Pläne von Bürgermeister Ole von Beust (CDU) und Senatorin Christa Goetsch (GAL) durchkreuzen. Das Bündnis will zur Bürgerschaftswahl 2012 antreten, hofft vor allem auf Stimmen enttäuschter CDU-Wähler.
Nienaber: „Meine Kinder sind 3 und 7 Jahre alt. Sie müssten die mit heißer Nadel gestrickte Reform ausbaden.“ Ein Schnellschuss sei die Gründung jedoch nicht gewesen: „Wir haben zwei Monate am Wahlprogramm gearbeitet.“
Statt auf Fundamental-Widerstand setzt der Unternehmensberater mit etwa einem Dutzend Gründungsmitgliedern auf Wirtschafts-Know-How, kritisiert vor allem das Reform-Tempo: „Das Konzept ist nicht durchdacht. Herr von Beust und Frau Goetsch wollen den Schulen im Hauruck-Verfahren eine neue Struktur überstülpen. Die Umsetzung überlassen sie Eltern und Lehrern.“ Mehr
SCHULSTREIT Die Gegner der Primarschule sollen durch Desinformation für ihre Sache geworben haben. Die taz hat sich drei Argumente genauer angesehen Ihr Demo-Aufruf enthalte nicht belegte und unwahre Behauptungen, diesen Vorwurf mussten sich die Primarschulgegner von mehreren Seiten anhören. Die taz ging mit Walter Scheuerl von “Wir wollen lernen” und Schulbehördensprecherin Brigitte Köhnlein drei Punkte durch: Abschaffung der Klassengemeinschaften: Scheuerl beruft sich hier unter anderem auf den Schulgesetzentwurf. Heißt es bisher unter Paragraf 11 “der Unterricht wird im Klassenverband oder in Kursen erteilt”, heißt es dort künftig “jede Schülerin und jeder Schüler gehört einer Lerngruppe oder Klasse an”. “Der Begriff Klassenverband wurde entfernt”, sagt Scheuerl. “Ob man von ,Klasse’ oder ,Klassenverband’ spricht, ist etwas anderes.” Die Kinder würden nicht weiter in einer Klasse a, b oder c hochwachsen, sondern in einem individualisierten System “jede Woche in unterschiedlichen Lerngruppen sitzen”. Mehr
Jetzt hat sich auch der Deutsche Altphilologenverband (DAV) in die Diskussion über die Primarschule eingeschaltet. “Der DAV beobachtet mit allergrößter Sorge, in welcher Weise durch den schwarz-grünen Senat Vielfalt, Anspruch und ganzheitliche Bildung an erfolgreichsten Schulen missachtet und durch ein inhaltsfernes und funktional chaotisches Konstrukt ersetzt werden”, heißt es in einer Erklärung des Verbandes.
Aus “einem gewissen Interesse am Machterhalt heraus” ließen die CDU und Bürgermeister Ole von Beust Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) “mit ihren Zerschlagungsplänen gewähren”. Der Fachverband für Latein und Griechisch an Schulen und Universitäten sieht vor allem die ungehinderte Wahl des Bildungsgangs und die Abiturstandards durch die Primarschulreform in Gefahr. Mehr
Es hat etwas von einem Fackellauf. Ein Fackellauf der Worte, der Botschaften, des Rufes nach Bildung. Des Wunsches, lesen und schreiben zu lernen: Am gestrigen internationalen Tag des Buches, dem 23. April, war der Auftakt des weltweiten Lesemarathons “Das Große Lesen”, einer Aktion, bei der die Forderung nach “Bildung für alle” im Fordergrund steht. In Hamburg im Curio-Haus wurde die Kampagne für Deutschland eröffnet, bei der noch bis zum 31. Mai Prominente, Politiker, Schüler und andere Interessierte Geschichten aus dem “Großen Lesebuch” lesen, das eigens für das Lesemarathon erstellt wurde. Es enthält Geschichten unter anderen von Nelson Mandela, Günter Grass, Cornelia Funke, Paulo Coelho und Otfried Preußler, aber auch von Schülern aus armen Ländern und Erwachsenen, die erst kürzlich lesen und schreiben gelernt haben. Weltweit gibt es nach Angaben der Trägerin der Aktion, der Globalen Bildungskampagne, 776 Millionen Erwachsene, die nicht lesen und schreiben können. 75 Millionen Kinder können demnach keine Schule besuchen. Mehr
Bürgermeister Ole von Beust bekennt sich zur Primarschule, sagt aber immerhin, dass der Teufel im Detail stecke. In der Tat: Für das, was zugesagt worden ist, fehlen in der Praxis Zeit und Geld, und vieles kann nicht funktionieren, da Widersprüchliches gleichzeitig versprochen wird. Hier einige Details mit Teufeln darin.
1. Seit zehn Jahren haben die weiterführenden Schulen ihre Schulprogramme mit Profilen entwickelt, (zwei-)sprachliche, sportliche, musische. Die Reform verspricht, dass hierfür auch in den Primarschulen durch Fachlehrer vorgearbeitet werden kann. Das kann nicht gehen. Ein Beispiel: Ein altsprachliches Gymnasium mit knapp 120 Anmeldungen erhält 40 % seiner Anmeldungen von elf Grundschulen, also etwa fünf Kinder pro Schule, die restlichen 60 %, also etwa 70 Kinder, aus 20 anderen Grundschulen, jeweils etwa drei bis vier Kinder. So kleine Kurse an jeder Primarschule werden weder finanzierbar noch organisierbar sein.
2. Kein Problem, so die behördliche Entgegnung , wir richten regional an einigen Primarschulen Lateinkurse ein. Dies bedeutet aber ein Abgehen von der Regel der kurzen Wege für die kurzen Beine, Eltern müssten sich für besondere Profile und weitere Wege schon vor der ersten Klasse entscheiden. Dies Dilemma ist an sich nicht lösbar.
3. Aber für engagierte Eltern wird die Lösung in einem Schulwechsel nach der dritten Klasse in die Unterstufe einer anderen Primarschule mit Lateinangebot liegen. Das gemeinsame Lernen wird unterbrochen, es wird Wanderungsbewegungen geben, denn an dieser Stelle haben Eltern noch ein Wahlrecht. Mehr
Liebe Schüler/ Studenten, Eltern, Lehrer sowie alle Bildungsinteressierte,
nachfolgend stellen wir Ihnen unseren derzeitigen Stand des Programmes vor. Über Feedback und konstruktiven Input freuen wir uns. Dieses Programm wird ständig mit Ihrer Hilfe optimiert und auf die Bedürfnisse der Hamburger angepasst:
Die Wählergemeinschaft setzt sich ein für
• Qualität vor Tempo: die Entwicklung einer breit getragenen Schulreform mit der Hauptzielsetzung, jedes Kind optimal zu fördern, aber auch nicht zu überfordern. Nicht jede Form der inneren oder äußeren Differenzierung ist Diskriminierung. Dies bedeutet, die Verbesserung der Qualität von Schule an die erste Stelle zu setzen und hieran die Form auszurichten; nicht umgekehrt. Dazu bedarf es bereits jetzt
• kleinerer Klassengrößen,
• individuelle Förderung langsamer, aber auch der schneller lernenden Schüler/innen;
• der Entwicklung der bisherigen Ganztagsschulen „light“ aller Schulformen hin zu echten Ganztagsschulen,
• Erhalt der Langform-Schulen,
• der Anschlussfähigkeit der Schulformen, die Spätentwicklern und Aufsteigern zu gute kommt,
• der Unterstützung von Schule, Schüler/innen und Eltern durch stärkere Etablierung von Schulsozialarbeit (Sozialarbeiter/innen, Schulpsychologen/innen in Hamburg),
• der Verbesserung der äußeren und inneren Ausstattung vieler Schulen, die zu einem großen Teil in den 60er und zu Beginn der 70er Jahre erbaut wurden und häufig einen erheblichen Renovierungsbedarf aufweisen,
• dem Erhalt der Gymnasien ab Klasse 5; keine weitere Schulzeitverkürzung,´
• der Erhöhung der Lehrerzahl; Entlastung von einem Teil der in den letzten Jahren stark gestiegenen Verwaltungsarbeiten; insbesondere an Gymnasien,
• der Erhaltung kurzer Schulwege,
• der Abschaffung des Büchergeldes,
• dem freien Elternwahlrecht,
• der wirklichen Einbeziehung der Eltern, der Lehrkräfte und Schüler/innen in die Reformprozesse; Wechsel vom Objektsein zum Subjekt-Status im Umsetzungsprozess, da deren Wissen und Motivation für den Erfolg aller Bemühungen wichtig sind,
• der Bereitstellung ausreichender Ausbildungsplätze für die Jugendlichen, die eine Ausbildung anstreben und der Bereitstellung qualitativ geeigneter Angebote für Jugendliche, denen die für eine Ausbildung erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse noch fehlen,
• der Verbesserung der Angebote für Migranten und Personen mit Behinderung,
• die Vereinheitlichung schulischer Ansprüche und Abschlüsse zwischen den Bundeländern (ggf. bundeseinheitliche Lehrpläne), um adäquate Schulwechsel bei Umzügen zu ermöglichen,
• des Schutzes der Kinder und dem Kindsein in der Schule vor verantwortungslosen
politischen Instrumentalisierungen und Kuhhändeln. Die Schule kann und muss einen großen Beitrag zur Erreichung von Chancengleichheit leisten, aber sie wird derzeit damit überfordert, zentrale Probleme der Gesellschaftspolitik (allgemeine Gleichheitsforderung, sog. Scherenentwicklung) stellvertretend und in einem Kraftakt ohnegleichen lösen zu sollen.
Ferner sehen wir
• die Optimierung der Infrastruktur von Universitäten und Hochschulen in Hamburg,
u.a. die Schaffung guter Studienbedingungen an den Hochschulen generell und
bereits für die doppelten Abiturjahrgänge und
• u.a. die Schaffung guter Studienbedingungen an den Hochschulen generell und bereits für die doppelten Abiturjahrgänge und
• die Erweiterung des Angebotes und der Möglichkeiten zur beruflichen Weiterbildung für Erwachsene als notwendig an.
Der Widerstand gegen die Hamburger Schulreform wird heftiger – und organisierter. Die erste Wählervereinigung hat sich gegründet.
”Pro Bildung Hamburg” will zur Bürgerschaftswahl 2012 antreten, um die vom schwarz-grünen Senat geplante sechsjährige Primarschule zu verhindern.
Initiator Tjalf Nienaber ist nach eigener Aussage keineswegs gegen Änderungen am Schulsystem. Aber das gegenwärtige Tempo ist dem Vater zweier Kinder (3 und 7) viel zu hoch. “Das Konzept ist nicht durchdacht. Den Schulen soll im Hauruck-Verfahren eine neue Struktur übergestülpt werden.” Ausbaden müssten die übereilte Umsetzung die Kinder und Eltern, sagt der Eventmanager.
Zu viel in zu kurzer Zeit
Der CDU/GAL-Senat will die vierjährige Grundschule durch die Primarschule ersetzen, in der alle Kinder sechs Jahre gemeinsam lernen. Den Starttermin hat Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) zwar de facto um ein Jahr auf 2011 verschoben, gleichwohl geht es den Kritikern immer noch viel zu schnell. Nicht zuletzt, weil parallel weitere tief greifende Veränderungen am Schulsystem zu bewältigen sind. So werden Haupt- und Realschulen gerade zu Stadtteilschulen zusammengelegt. Die Gymnasien, die das zwölfjährige Turbo-Abitur noch kaum verdaut haben, müssen zudem ihre Klassenstufen 11 und 12 zu Profiloberstufen weiterentwickeln. Mehr
DGB-Chef Erhard Pumm will sich klar zur schwarz-grünen Schulreform bekennen
Der Graben zwischen Gegnern und Befürwortern der Primarschule in der Hamburger SPD wird immer tiefer. Erhard Pumm, Vorsitzender des DGB und langjähriger SPD-Bürgerschaftsabgeordneter, will sich beim traditionellen Mai-Empfang des Senats im Rathaus klar zur Schulreform bekennen. In seiner Rede (der Text liegt dem Abendblatt vorab vor) attestiert Pumm Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL), sie habe „viel Mut bewiesen und als Präses der Behörde für Schule und Berufsbildung der Hamburger Schulpolitik eine neue Richtung gegeben“.
Eine verlässliche und anspruchsvolle Betreuung für jedes Kind an der nächstgelegenen Primarschule, schulische und Freizeitangebote, verschmolzen zu einem Konzept aus einem Guss, und das Ende aller Betreuungsprobleme für Tausende von Eltern – das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Doch genau diese Versprechen will der schwarz-grüne Senat mit seinen gestern vorgestellten Plänen einlösen. Dafür gebührt ihm an dieser Stelle einmal ein großes, uneingeschränktes Lob. Es ist, um ein leicht abgedroschenes Wort des Finanzsenators Michael Freytag (CDU) zu bemühen, tatsächlich mal ein richtig guter Tag für Hamburg. Mehr
Kluge Kinder liegen im Schnitt nicht wegen, sondern trotz des Gymnasiums vorne. Foto: dpa
Deutschlands schlechteste Schule Eine Studie vergleicht, was Grundschulen und Gymnasien ihren Schülern beibringen: Gymnasien bekommen das meiste Geld, die teuersten Lehrer, die besten Schüler – aber machen nichts draus. VON CHRISTIAN FÜLLER Kluge Kinder liegen im Schnitt nicht wegen, sondern trotz des Gymnasiums vorne. Jürgen Baumert ist ein Meister der Untertreibung. Er hat noch nie viel Aufhebens darum gemacht, dass er einer der bedeutendsten Wissenschaftler der letzten zehn Jahre ist. Der Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung hat den Deutschen die bittere Pille der Pisa-Ergebnisse verabreicht. Er warnte stets vor voreiligen Schlüssen. Er gab den Kultusministern viel Zeit, sich in den Korrelationen und verdeckten Zusammenhängen von Pisa zurechtzufinden. Zugleich erfand Baumert aber Begriffe, die Maßstäbe setzten. Mehr
abendblatt.de Von Peter Ulrich Meyer 5. Mai 2009, 02:46 Uhr
Senatorin Christa Goetsch (GAL) spricht von einem “interessanten Prozess”. Die Christdemokraten sorgen sich um die Profile der Gymnasien. Die spannende Frage lautet: Wer bestimmt eigentlich, welche speziellen Bildungsangebote oder Profile die neuen Primarschulen machen sollen? Die Primarschulen selbst oder die weiterführenden Schulen? Primarschule: SPD völlig uneinsHinter der scheinbar harmlosen Frage steckt schulpolitischer Sprengstoff. Einerseits: Der schwarz-grüne Koalitionsvertrag sieht die neuen Primarschulen als eigenständige Einheiten. Andererseits: Damit Gymnasien und künftige Stadtteilschulen ihre musischen, sportlichen oder naturwissenschaftlichen Profile künftig ab Klasse sieben anbieten können, müssen die Kinder schon in den Klassen fünf und sechs der Primarschulen darauf vorbereitet werden. Was passiert aber, wenn sich selbstbewusste Primarschulen solche Profile nicht vorschreiben lassen wollen? “Ich habe den Eindruck einer vertieften Unklarheit”, bekennt Hans-Norbert Hoppe, Schulleiter des Christianeums in Othmarschen. “Es gibt eine Ahnung, aber keine klare Vorstellung davon, wie zum Beispiel unser Chor erhalten werden kann”, sagt Hoppe. Der Chor des Christianeums ist der größte Schulchor Deutschlands und eines der Markenzeichen des Gymnasiums. “Wir haben die große Befürchtung, dass es nach der Reform eine deutlich verschlechterte Situation geben wird”, sagt der Schulleiter. Mehr
Neues Konzept der Hortbetreuung bereitet Kita-Trägern Sorge Viele Eltern werden sich freuen: Die Primarschulen der Hansestadt sollen ihren Schülern vom Sommer 2011 an kostenlos eine tägliche Hortbetreuung bis 16 Uhr anbieten, sofern ausreichender Bedarf an der Schule besteht. Die Kita-Träger begrüßen diese Ankündigung zwar im Grundsatz. Doch sie haben Sorge, dass die Ausweitung der Betreuung mit einer Verschlechterung der Standards erkauft wird, also beispielsweise mit größeren Gruppen, wie der Geschäftsführer der Freien Wohlfahrtsverbände, Michael Edele, sagt. Auch das Diakonische Werk, das 156 evangelische Kindergärten in Hamburg betreibt, begrüßt die Initiative, teilt aber die Sorge. In Verhandlungen mit der Behörde wollen alle Träger um eine gute Lösung ringen. Mehr
Bundespräsident Horst Köhler begeisterte die Zuhörer im Festsaal des Rathauses mit seiner Rede. Foto dpa
abendblatt. de Von Matthias Schmoock 8. Mai 2009, 03:03
Uhr Mit gesellschaftskritischen Worten hat Bundespräsident Horst Köhler mehr als 500 Gäste im Rathaus elektrisiert. “Von Chancengleichheit ist man hierzulande weit entfernt”, sagte Köhler.
“Von Chancengleichheit ist man hierzulande immer noch weit entfernt”, sagte Köhler. Immer noch hätten Menschen aus bildungsfernen Milieus viel zu geringe Aufstiegschancen, weil diese zu häufig “sozial vererbt” würden. “Beim Aufstieg in Führungspositionen muss es darum gehen, was einer kann, nicht, wen er kennt”, so Köhler. Und jeder sollte sich fragen, ob er genug dafür tue, den weniger Privilegierten gute Startchancen zu geben.
Anlass für Köhlers Worte war der Überseetag, den der renommierte Übersee-Club gestern zum 60. Mal feierte – mit dem Bundespräsidenten als Gastredner. Deutlich war im Rathaus zu spüren, dass hier Traditionsbewusstsein auf modernes Politikverständnis traf. Mehr
Wir treffen uns kommenden Donnerstag, den 14.05. in kleiner Runde um 19.00 h in Ottensen, um das Thema und Profil der Wählergemeinschaft “PRO Bildung Hamburg” weiter zu schärfen.
Sofern Sie Zeit und Interesse haben teilzunehmen, mailen wir Ihnen gern weitere Infos. Bitte senden Sie eine Mail an bildunghh@gmail.com
Gewerkschaft fordert mehr Lehrer und bessere Räume – Pädagogen sollen entlastet werden – CDU-Bezirkspolitiker wollen mitreden
Aus Sicht der Bildungsgewerkschaft GEW gelingt die Hamburger Schulreform nur, wenn sich die Rahmenbedingungen an den Schulen deutlich verbessern. “Ohne massive Verbesserungen bei der räumlichen und personellen Ausstattung der Schulen ist diese Reform nicht umsetzbar”, sagt Klaus Bullan, Landesvorsitzender der GEW in Hamburg. So müssten die Lehrer spürbar entlastet, die Klassen noch stärker als bisher verkleinert und mehr Gruppenräume sowie Einzelarbeitsplätze geschaffen werden, damit die erforderliche Individualisierung des Unterrichts tatsächlich möglich sei. Auch die angekündigte Fortbildungsoffensive für Lehrer sei nicht ausreichend, um die Pädagogen genügend auf die neuen Herausforderungen vorzubereiten. Mehr
Hamburgs Schulsenatorin Christa Goetsch begründet im FR-Interview, warum sie die Primarschule für eine angemessene Lösung hält. Den Protesten in ihrer Stadt begegnet sie gelassen. Proteste vorm Hamburger Rathaus (Bild: dpa) Frau Goetsch, der Wissenschaftler Rainer Lehmann hatte in einer Studie 2008 angeblich nachgewiesen, dass Kinder am Gymnasium erfolgreicher sind als Gleichaltrige, die länger gemeinsam lernen. Ihren Kritikern, die die Primarschule in Hamburg ablehnen, kam das sehr gelegen. Jetzt zeigt sich: Lehmann hatte unrecht. Wasser auf Ihre Mühlen, oder? Ich freue mich über die Versachlichung durch die Studie. Sie macht ja deutlich, dass Schüler, die etwas langsamer sind, vom längeren gemeinsamen Lernen profitieren. Gleichzeitig bestätigt sie, dass die Leistungsstarken nicht von den Schwächeren behindert werden. Das unterstützt natürlich unsere Arbeit. Mehr
Von Per Hinrichs 17. Mai 2009, 02:43 Uhr Der schwarz-grüne Senat macht der SPD das Opponieren schwer. Da werden Erfolge beim Kita-Ausbau verkündet und das längere gemeinsame Lernen auf den Weg gebracht. Klingt wie aus dem SPD-Wahlprogramm abgeschrieben. Aber wie die Genossen das finden sollen, wissen sie selbst nicht: Aus Prinzip schlecht? Oder einfach nicht weitgehend genug? Bald wird sich die Partei zumindest in der Schulfrage eine Position erarbeiten müssen, sonst droht das Dauer-Chaos. Stoff für zwei bis drei Parteitage …Mehr
Harburg/Hamburg. Die Hamburger Schulreform geht in die nächste Runde. Schulsenatorin Christa Goetsch hat gestern die Empfehlungen der Regionalen Schulkonferenzen (RSK) vorgestellt, bei denen in 22 Hamburger Schulregionen in insgesamt 108 Sitzungen fast 2000 Personen Vorschläge für die Umsetzung der Reform erarbeitet haben. Goetsch sagte unter anderem, dass demnach alle 62 Gymnasialstandorte bestehen bleiben.
Relevant für den Hamburger Süden sind drei RSK-Bereiche: Die RSK 3 umfasst Wilhelmsburg, die RSK 22 das Süderelbe-Gebiet und die RSK 21 den Rest des Bezirks Harburg. Die Empfehlungen des letztgenannten Schulbezirks sind noch nicht veröffentlicht. Die Elbinsel-RSK hat unter anderem empfohlen, die Oberstufe aller Stadtteilschulen Klassen 11 bis 13 in der Schule Kirchdorf zusammenzufassen, um die Forderung nach einer mindestens dreizügigen sogenannten SII zu entsprechen.
Die Süderelbe-RSK hat zwei Varianten ausgearbeitet: Bei Vorschlag A sollen die Gesamtschulen (GS) Fischbek sowie die aktuelle Haupt- und Realschule Am Falkenberg in der Oberstufe als Stadtteilschule zusammengelegt werden, und die GS Süderelbe behält eine eigene Oberstufe beide jeweils 1,5-zügig. Bei Variante B ist ein Oberstufenzentrum aller drei Standorte an der Schule Falkenberg vorgesehen. Im Juli zeigt sich, welche RSK-Empfehlungen die Schulbehörde übernommen hat: Dann sollen die künftigen Schulstandorte bekanntgegeben werden.
Von Peter Ulrich Meyer 16. Mai 2009, 03:38 Uhr Nicht Triumph, aber schon ein wenig Stolz lag im Blick von Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL), als sie Freitagmittag im Rathaus Bilanz zog.
Hamburg. Eine weitere Etappe ihres Schulreform-Marathons ist erreicht: Die 22 Regionalen Schulentwicklungskonferenzen (RSK) haben ihre Vorschläge zu den künftigen Standorten von Primarschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien eingereicht.
Alle 210 Grundschulen bleiben erhaltenEs gibt einen weiteren Grund dafür, dass sich Goetsch derzeit etwas entspannter zurücklehnen kann. Die Senatorin hat mit ihrem Projekt der sechsjährigen Primarschule, das die Stadt spaltet wie kein zweites politisches Thema, derzeit eher Rückenwind. Es begann mit der Demonstration der 5000 Reformgegner vor einem Monat auf dem Rathausmarkt. Im Christa-Goetsch-Lager hatte man durchaus befürchtet, dass weitaus mehr Kritiker auf die Straße gehen würden.
Seitdem wird mit süffisantem Unterton darauf hingewiesen, dass gegen die Politik des früheren Schulsenators Rudolf Lange (FDP) 2002 viel mehr (50 000) und die seiner Vorgängerin Rosemarie Raab (SPD) 1998 noch viel mehr (80 000) protestiert haben. Doch da vergleichen die Goetsch-Unterstützer Äpfel mit Birnen. Der aktuelle Protest wurde im Wesentlichen organisiert und getragen von Vätern und Müttern, hinter denen, anders als früher, gerade keine der großen, Demo-erfahrenen Gruppierungen stand. Und genau das ist ein wichtiger Grund für die Einschätzung von Grünen und den Wohlwollenden in der CDU, dass es derzeit ganz gut läuft für die Reform.
Die GEW steckt in einer strategischen Falle
Da ist zum einen die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die über ein hohes Maß an Mobilisierungsfähigkeit verfügt und üblicherweise keine Gelegenheit auslässt, um machtvoll für deutlich mehr Lehrerstellen zu demonstrieren. Die GEW, das zeigte sich in dieser Woche, steckt in einer strategischen Falle. GEW-Chef Klaus Bullan hält durchaus 1000 zusätzliche Lehrerstellen für erforderlich, damit die Schulen die absehbare Mehrarbeit infolge der Reform bewältigen können.
Doch andererseits unterstützt die GEW das Projekt sechsjährige Primarschule ihres prominenten Mitglieds Christa Goetsch. Der Gewerkschaft geht das gemeinsame Lernen zwar nicht weit genug, aber sie spricht von einem richtigen Schritt. Und genau das erzeugt eine Beißhemmung bei der Durchsetzung eigener Interessen. Bullan kündigt, gewohnt markig, eine “harte Auseinandersetzung” um die Wiedereinführung der Altersentlastung für Lehrer an. Wenn die Pädagogen vom 55. Lebensjahr an eine Unterrichtsstunde weniger und vom 60. Lebensjahr an zwei Stunden weniger geben, müssten 300 Lehrerstellen zum Ausgleich neu geschaffen werden. Doch GEW und Schulbehörde führen Gespräche über Wege, die Altersentlastung kostenneutral einzuführen. Nach großem Konflikt klingt auch das nicht. Mehr
Von Per Hinrichs 17. Mai 2009, 02:43 Uhr
Berichte der Schulentwicklungskonferenzen zeigen große Unterschiede zwischen Stadtteilen
Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) hat ein kleines Ungeheuer geschaffen – rein sprachlich jedenfalls: “Regionale Schulentwicklungskonferenz” nennen ihre Bürokraten das große Ringen um die Ausgestaltung der Primarschule, bei der Eltern, Lehrer und Schulräte zusammen diskutieren. Und zum Wortungetüm gehört eine behördliche Abkürzung, hier: RSK.
Sie ist schon stolz auf die Regionalen Schulkonferenzen, die jetzt ihre Arbeit beendet haben. Und da stört es die Senatorin nicht, dass ihre Gegner die RSK für eine echte Fehlgeburt halten: “Ein demokratisches Feigenblatt” seien die Veranstaltungen gewesen, hinter der Goetsch freie Hand für ihre eigene Planung habe, stichelt die Initiative “Wir wollen lernen”, die mit einer Volksabstimmung gegen die umstrittene Reform antreten will.
Nun liegen die Ergebnisse der Konferenzen vor, und sie sind für jedermann im Internet unter www.hamburg.de/schulreform abrufbar. Ein transparentes Verfahren, immerhin. Mehr
Für manche Kinder soll das letzte Kita-Jahr demnächst umsonst sein, für andere nicht. (Archivfoto)
ndr.de
Für manche Kinder soll das letzte Kita-Jahr demnächst umsonst sein, für andere nicht. (Archivfoto)In Hamburg profitieren nicht alle Eltern von der Gebührenfreiheit für das letzte Kita-Jahr vor der Einschulung. Laut einem Bericht des “Hamburger Abendblatts” (Sonnabendausgabe) sind all die Kinder von der Regelung ausgenommen, die nach dem 30. Juni eines Jahres sechs Jahre alt werden und im selben Jahr eingeschult werden. Diese “Kann-Kinder” müssen für ihr letztes Kita-Jahr voll zahlen. Davon betroffen sind nach Angaben der Sozialbehörde rund 1.000 Kinder pro Jahrgang. Sozialsenator Dietrich Wersich (CDU) hatte vor zehn Tagen die Gebührenfreiheit für das letzte Kita-Jahr vorgestellt – aber nicht deutlich auf die Ausnahme für “Kann-Kinder” hingewiesen.
Die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Carola Veit spricht dem Zeitungsbericht zufolge von einer “Täuschung der Öffentlichkeit”. Die SPD-Fraktion sei über die Einschränkung nicht informiert gewesen, sagte Veit. Ähnlich äußerte sich Die Linke.
“Stichtag-Regelung ist üblich”
Die Sozialbehörde wehrt sich gegen die Vorwürfe. Es sei klar und üblich, dass es für ein solches Gesetz eine Stichtag-Regelung gebe, sagte eine Behördensprecherin laut dem “Hamburger Abendblatt”. “Kann-Kinder” würden nicht von den Kita-Beiträgen befreit, weil nicht klar sei, ob sie tatsächlich bei der nächsten Gelegenheit eingeschult werden. Falls nicht, müssten die Beiträge im Nachhinein eingefordert werden, was laut Behörde “erfahrungsgemäß zu Problemen führen” würde.
Es geht um Hunderte Euro
Eltern müssen in Hamburg – gestaffelt nach Einkommen – bis zu 2.300 Euro pro Jahr für den Kita-Besuch ihres Kindes überweisen. Die Sozialbehörde wies darauf hin, dass der Besuch der Vorschulklasse für alle Kinder gebührenfrei ist. Nach Angaben des Landeselternausschusses Kindertagesbetreuung (LEA) können Eltern in diesem Jahr aber nicht mehr auf die Vorschule ausweichen. “Die Anmeldefrist ist schon seit Monaten abgelaufen”, sagte LEA-Vorstand Bodo Heuer im Gespräch mit NDR Online. Heuer forderte, dass der Senat die “Ungleichbehandlung” der Kinder aufhebt. Ein Weg sei, dass die Eltern von “Kann-Kindern” für das letzte Kita-Jahr vor der Einschulung zunächst bezahlen und die Behörde ihnen dann die Gebühren gegebenenfalls zurückerstattet.
Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) will den Eindruck vermeiden, die Schulreform werde von oben durchgepeitscht.(Foto dpa)
Die Schulentwicklungskonferenzen beenden ihre Arbeit. Alle Gymnasien in Hamburg bleiben erhalten. Auch die 210 Grundschulstandorte sollen bestehen bleiben. Die Grundschulen sollen künftig jedoch in 170 Primarschulen mit teilweise zwei Standorten organisiert werden. Zudem haben die Konferenzen insgesamt 57 Stadtteilschulen vorgeschlagen. Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) will den Eindruck vermeiden, die Schulreform werde von oben durchgepeitscht. Die Senatorin achtet darauf, die Schlüsselwörter immer wieder einzustreuen: Transparenz. Beteiligung. Diskussion. Wenn Christa Goetsch (GAL) von den Regionalen Schulentwicklungskonferenzen (RSK) spricht, klingt stets höchster Respekt mit; auf keinen Fall soll der Eindruck entstehen, hier würde eine Reform von oben durchgepeitscht. Und in der Tat hat sie einen Meilenstein erreicht: Gestern konnte Goetsch mitteilen, dass die 22 RSKs, die Empfehlungen für die Umsetzung der Schulreform geben, ihre Ratschläge und Wünsche abgeliefert haben. Alle Ergebnisse sind im Internet unter www.hamburg.de/schulreform abrufbar. Mehr
Grundsätzlich soll es keine Ausnahmeregelungen für einzelne Schulen zu der geplanten Schulreform geben. Das hat Schulsenatorin Christa Goetsch am Mittwoch klargestellt. “Es gibt keine Ausnahmen”, sagte die Grünen-Politikerin der WELT. Damit dürfte der Schulversuch, den das Johanneum zum Erhalt seines humanistischen Profils beantragen will, ohne Chance sein. Die Schule wollte mit diesem Kniff seine fünften und sechsten Klassenstufen erhalten. Der Vorschlag erfülle nicht den schulgesetzlichen Anforderungen an einen Schulversuch, wonach innovative pädagogische Konzepte erprobt werden müssten, sagte GAL-Fraktionschef Jens Kerstan. Mehr
Von Uwe Bahnsen Uhr Direktor bestätigt: Das humanistische Gymnasium will als “Schulversuch” die fünften und sechsten Klassen beibehalten – Senatorin Goetsch muss entscheiden Hamburgs traditionsreichste Schule, die 1529 gegründete Gelehrtenschule des Johanneums, ist entschlossen, aus der Schulreform der schwarz-grünen Koalition auszuscheren. Das geht aus den Empfehlungen der Regionalen Schulentwicklungskonferenz 12 hervor, die die Bildungsregion Eppendorf, Winterhude, Alsterdorf und Groß Borstel umfasst. Sie enthalten eine ausführliche Stellungnahme der Schulkonferenz des Johanneums. Darin beantragt dieses altsprachliche Gymnasium die Beibehaltung der Klassenstufen 5 und 6, und zwar als “Schulversuch zum Erhalt des humanistischen Profils” nach Paragraf 10 des Hamburgischen Schulgesetzes, der “Schulversuche und Versuchsschulen” regelt. Mehr
“Leistungsstarke Kinder setzen sich überall durch”
Unterfordert die sechsjährige Grundschule gute Schüler? Nein, sagt einer der wichtigsten Bildungsforscher Deutschlands. Im Interview erklärt Jürgen Baumert, wieso kluge Kinder nicht nur am Gymnasium gut aufgehoben sind – womit er einem prominenten Kollegen widerspricht.
SPIEGEL ONLINE: Herr Baumert, wie ist Ihr Verhältnis zu Ihrem Kollegen, dem Bildungsforscher Rainer Lehmann von der Humboldt Uni in Berlin?
Baumert: Freundlich, warum?
SPIEGEL ONLINE: Vor einem Jahr veröffentlichte Lehmann die sogenannte Element-Studie, die einschlug wie eine Bombe. Der Tenor: Die sechsjährige Grundschule bremst leistungsstarke Kinder; am besten schickt man sein Kind schon nach der vierten Klasse aufs Gymnasium. Jetzt haben Sie dieselbe Datenbasis noch einmal analysiert – und kommen zum gegenteiligen Ergebnis. Was stimmt denn nun? Mehr
In Hamburg blieben zahlreiche Kitas geschlossen. (Archivfoto)Erzieherinnen und Sozialarbeiter in Hamburg haben nach dem Scheitern der Tarifgespräche am Dienstag ihre Streiks fortgesetzt: Rund 2.000 Kita-Mitarbeiter legten nach Angaben der Gewerkschaft ver.di ihre Arbeit nieder und kamen zu einer Kundgebung im Stadtpark. In den Kitas werde professionelle Arbeit geleistet, die nicht nur verbale Anerkennung verdiene, sondern eine angemessene Bezahlung und gesundheitsverträgliche Arbeitsbedingungen, sagte ver.di-Landeschef Wolfgang Rose. Zahlreiche Kitas in Hamburg geschlossen In der Hansestadt blieben ver.di zufolge in rund 50 Kitas die Türen geschlossen, einige boten einen Notdienst. Betroffen waren die Einrichtungen der Vereinigung Hamburger Kindertagesstätten, des Arbeiter Samariter Bundes, der Rudolf Ballin Stiftung sowie des Hamburger Schulvereins. Die Beschäftigten fordern mehr Geld sowie einen Tarifvertrag zum betrieblichen Gesundheitsschutz. Der Streik soll am Mittwoch weitergehen. Mehr
Die SPD befürchtet, dass durch die Schulreform zahlreiche Gymnasien in der Hansestadt schließen müssen. Gerade kleinere Schulen und Gymnasien in sozial belasteten Stadtteilen seien mangels ausreichender Schülerzahlen gefährdet, sagte der SPD-Bildungsexperte Ties Rabe. Der Grund: Nach der Reform entfällt das Elternwahlrecht. Mehr
Eltern müssen sich weiterhin nach Alternativen für die Betreuung ihrer Kinder umsehen. Schwerpunkt des Ausstands der Erzieher und Sozialarbeiter ist diesmal NRW
11.000 Erzieher und Sozialarbeiter befinden sich im Ausstand, davon allein 7000 im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen, 2000 in Hamburg. “Ziel ist es, den Druck auf die Politik zu erhöhen”, sagte der Sprecher der Gewerkschaft ver.di in Düsseldorf, Günter Isemeyer.
Auch in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Bremen blieben vereinzelt Kindergärten geschlossen. In den kommenden Tagen sollen die Streiks dort ausgeweitet werden. Weitere Aktionen und Kundgebungen sind in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg geplant. Rheinland-Pfalz bleibt nach ver.di-Angaben in dieser Woche von den Ausständen verschont. Mehr
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PAPIERLOSE KINDER Behördenbrief stellt klar: Schulen müssen keine Meldebestätigung verlangen
Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) hat in einem Brief allen Schulleitungen mitgeteilt, dass bei der Aufnahme eines Kindes die Vorlage einer Meldebestätigung nicht zwingend erforderlich ist. “Der Schulbesuch in Hamburg darf nicht verwehrt werden, weil eine Meldebescheinigung nicht vorgelegt wird”, heißt es in dem Schreiben. Die Schulpflicht betreffe alle Kinder, die in Hamburg wohnen. Das setze nicht voraus, auch gemeldet zu sein. Mehr
Reiche und Prominente gingen in Hamburg auf die Straße, um gegen die sechsjährige Grundschule, die Primarschule, zu demonstrieren. Was ist ihr Motiv? Haben sie Angst davor, dass ihre eigenen Kinder ihre Zukunftschancen mit besser geförderten Schmuddelkindern teilen müssen? Geht es also um den Erhalt von Privilegien? Oder liegt es daran, dass Kinder, die länger integriert unterrichtet werden, später mehrheitlich dazu neigen, links zu wählen?
Schule hat auch die Aufgabe, gesellschaftliche Integration zu schaffen. Nichtbehinderte, die mit Behinderten zusammen lernen, haben wesentlich mehr Verständnis für Behinderte als solche, die keine Behinderten kennen; das lehrt uns die Montessori-Oberschule in Potsdam, in der in jeder Klasse zwei Schwerbehinderte sitzen. Schüler, die mit Migrantenkindern in Klassen sitzen, sind weniger ausländerfeindlich als solche, die keine Migranten kennen. Mehr
Bildungsbehörde, Gewerkschaften, Kammern und Verbände wollen Übergang von Schule in den Beruf grundlegend reformieren
Hamburgs Schüler sollen deutlich besser als bisher auf den Übergang in Ausbildung und Beruf vorbereitet werden. “Es ist das erste Mal, dass alle Akteure in diesem Bereich an einem Strang ziehen”, sagte Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) bei der Vorstellung eines Rahmenkonzeptes, das sie zusammen mit Handels- und Handwerkskammer, mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund, dem Unternehmensverband Nord sowie der Agentur für Arbeit entwickelt hat. Bisher gebe es sehr viele, teilweise sehr teure Maßnahmen der Berufsvorbereitung, die viel zu wenig aufeinander abgestimmt seien. “Viele Jugendliche, die nicht sofort einen Ausbildungsplatz finden, drehen lange Warteschleifen – dies soll sich ändern”, so Goetsch. Das Übergangssystem Schule-Beruf wird grundlegend reformiert. Mehr
In Norddeutschland haben Schüler und Studenten am Mittwoch gegen die Bildungspolitik demonstriert. In Hamburg versammelten sich nach
Angaben des Bündnisses “Bildungsstreik 2009″ mehr als 15.000 Demonstranten, die vom Uni-Campus in Richtung Innenstadt zogen. Die Polizei sprach von 11.000 Teilnehmern in Spitzenzeiten. In Niedersachsen beteiligten sich nach ersten Schätzungen der Veranstalter mehrere Zehntausend Schüler und Studenten an dem Protest. In Rostock waren es mehr als 1.500 Schüler und Studenten, wie die Polizei mitteilte. In Heide und Flensburg gingen knapp 2.000 Menschen auf die Straße. Die Veranstaltungen verliefen zum Großteil friedlich. Lediglich in Hamburg wurden sechs 14- und 15-Jährige wegen kleinerer Verstöße kurzzeitig in Gewahrsam genommen. Mehr
Von Insa Gall 162 Primar- und 52 Stadtteilschulen geplant – Alle Gymnasien bleiben erhalten – Reformgegner planen Demo Die Eckdaten für die künftige Schullandschaft der Hansestadt stehen fest. Schulsenatorin Christa Goetsch präsentierte gestern ihren Entwurf für den Schulentwicklungsplan 2010 bis 2017, das Kernstück der schwarz-grünen Bildungsreform. Danach sollen aus den 210 Grundschulen der Stadt 162 sechsjährige Primarschulen werden. Alle 61 Hamburger Gymnasien blieben erhalten, versicherte die Grünen-Politikerin. Die bisherigen Gesamt-, Haupt- und Realschulen werden zu 52 Stadtteilschulen verschmolzen. Als einziger Standort wird die Schule Grellkamp aufgegeben. Mehr
Zum Schulentwicklungsplan, den die Behörde heute vorgestellt hat, stellt der Vorsitzende der GEW Hamburg, Klaus Bullan, fest: “Die GEW begrüßt, dass mit dem Schulentwicklungsplan längeres gemeinsames Lernen in Primarschulen bis zum Ende der Klasse 6 flächendeckend für Hamburg vorgesehen ist.
Ebenso ist es positiv, dass auch die Stadtteilschulen alle eine eigene bzw. gemeinsame Oberstufe haben und so zum Abitur führen. Viele Probleme auch der organisatorischen Umsetzung der Reform hätten vermieden werden können, wenn auf die Trennung der SchülerInnen ab Klasse 7 verzichtet worden wäre. Die räumliche Anbindung von Primarschulen an Gymnasialstandorte, die Trennung der Grundstufe der Primarschule (Klasse 1-3) von der Unterstufe (Klasse 4-6), die Profilbildung an diesen Schulen könnten in Gegensatz zum längeren gemeinsame Lernen geraten.
Die GEW wird in der Ausgestaltung der Reform genau darauf achten, dass dies nicht geschieht. Außerdem ist aus unserer Sicht keineswegs hinreichend geklärt, ob die Ressourcen für Personal und Sachaufwendungen in ausreichendem Maß zur Verfügung gestellt werden, um die Reform erfolgreich durchführen zu können. Wir brauchen mindestens eintausend zusätzliche Lehrerstellen dafür.”
Senatorin plant 162 Primar- und 52 Stadtteilschulen. Gymnasien bleiben, nur eine Schule schliesst
Von CHRISTIAN KERSTING
Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) kann durchatmen. Die Lehrergewerkschaft GEW und die Elternkammer stimmen ihren Reformplänen grundsätzlich zu, für die sie gestern das Gerüst vorlegte – den Entwurf des Schulentwicklungsplans 2010 bis 2017.
Bemerkenswert: Je mehr sich die Reform, gegen die im Frühjahr tausende Eltern auf die Straße gegangen waren, konkretisiert, desto leiser wird die politische Kritik. CDU und GAL stellten sich hinter die Goetsch-Pläne. Lediglich die Initiative „Wir wollen lernen“, die die Schulreform mit einem Volksentscheid kippen will, lehnt sie ab. Sie kündigte für den 19. September eine weitere Groß-Demo an. Mehr
Tarifverhandlungen für bundesweit 220 000 Erzieherinnen und Sozialarbeiter gehen nächste Woche weiter
Achim Meerkamp ist Mitglied im ver.di-Bundesvorstand und Verhandlungsführer der Gewerkschaft im Kita-Streit. Die nächste Tarifrunde mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) ist für den 16. und 17. Juli in Frankfurt am Main angesetzt. Mit ihm sprach Ina Beyer.
ND: Was war der letzte Stand bei den Tarifverhandlungen für die Erzieherinnen und Sozialarbeiter?
Meerkamp: Die kommunalen Arbeitgeberverbände und wir sind am 19. Juni ohne Ergebnis auseinandergegangen. Die Arbeitgeber hatten zuletzt ein Angebot vorgelegt, in dem Neuregelungen zur Entlohnung für eine einzige Beschäftigtengruppe enthalten waren. Wir hatten dagegen errechnet, dass wir über 50 neue Eingruppierungen brauchen. Mehr
“Wer nicht mit weniger Geld auskommt, sollte die Politik verlassen”
Sozialsenator Dietrich Wersich im Sommergespräch über die Krise des Sozialstaats und die Folgen auch für sein Ressort Leichte Winde streichen über die Dachterrasse der WELT-Redaktion, die im 9. Stock des Axel-Springer-Verlags an der Caffamacherreihe beheimatet ist. Sozialsenator Dietrich Wersich (CDU) legt angesichts der Wärme lieber das dunkle Sakko ab. Im Gespräch mit Insa Gall und Per Hinrichs führt er auch weiter aus, wieso die Sparzwänge auch vor seinem Ressort keinen Halt machen werden – seine Aussagen zu Kostenreduzierungen im Kindergartenbereich sorgten in der vergangenen Woche für Wirbel. Mehr
Geschrieben von: André Freudenberg Samstag, den 18. Juli 2009 um 19:10 Uhr Es muss schon viel passieren, bevor in bürgerlichen Kreisen Protest öffentlich in Erscheinung tritt, zumal in Deutschland. Doch in Hamburg, einer Stadt mit breiten und schnell mobilisierbaren bürgerlichen Mittelschichten gelang es in der Vergangenheit, so manche rot-grüne Missstände – vor einigen Jahren ging es um die Innere Sicherheit – zum Thema zu machen. Derzeit ist es die Bildungspolitik, die wenigstens Teile der „Volksseele“ zum Kochen bringt. Doch die „Fronten“ verlaufen dieses Mal wegen der schwarz-grünen Koalition etwas anders. Mehr
“Die Zustimmung wächst, der Widerstand wird weniger”
Ein turbulentes Schuljahr ist zu Ende. Zum Ferienbeginn zieht Schulsenatorin Christa Goetsch eine Zwischenbilanz ihrer Reform und erklärt, warum Schulfrieden aus ihrer Sicht greifbar ist. Mehr
NDR: Die Schulreform-Kritiker in der CDU fürchten vor allem um den Bestand der Gymnasien.
Vier Stunden lang hat die Hamburger CDU am Dienstagabend auf einem kleinen Parteitag über die Zukunft der Hamburger Schulen diskutiert. Dabei gab es erneut harsche Kritik am derzeit größten Reformprojekt der Hansestadt. Am Ende segneten die CDU-Mitglieder jedoch trotz des parteiinternen Unmutes die im Koalitionsvertrag vereinbarten Primarschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien ab. Voraussetzung sei jedoch, dass die Profile und Standorte der Schulen gesichert, die Primarschulen fachlich gestärkt und die Finanzierung notwendiger An- und Umbauten garantiert würden. Zudem stimmten die Delegierten für einen Antrag, dass Schüler nach der dritten Klasse noch einmal die Primarschule wechseln können, wie NDR 90,3 berichtete. Mehr
Ein äußerst gelungener Parteitag war das für die Hamburger CDU, zumindest aus Sicht der Parteiführung. Nach einer gut inszenierten Regie wurden die Delegierten erst mit positiven Stimmen zur Schulreform überhäuft, bevor sie ihre Kritik vorbringen durften. Die kam dann deutlich und überraschend laut und dauerte so lange, dass gar nicht mehr alle kritischen Redner im Saal des CCH zu Wort kamen. Am Ende ging die Rechnung dennoch auf, als fast alle Delegierten der Schulreform zustimmten. Der vermeintlich kritische Änderungsantrag auf einen Rechtsanspruch auf Wechsel der Primarschule steht übrigens so schon im Koalitionsvertrag.
hh-heute.de: Der Vorstand des Landeselternausschuss Kindertagesbetreuung (LEA Hamburg) zeigt sich empört über die Überlegungen, die Haushaltslöcher des Senates über Einsparungen im Kita-Bereich zu füllen.
“Es kann nicht sein, dass der Senat ernsthaft überlegt, den geplanten Kita-Ausbau auf Eis zu legen während Erzieher und Eltern seit Wochen bundesweit für Verbesserungen in den Kitas auf die Straße gehen“, so Bodo Heuer, Vorstandsmitglied des LEA zu den heute über die Medien bekannt gewordenen Überlegungen des Senates, Einsparungen im Haushalt im Kita-Bereich vorzunehmen. „ Wir werden es nicht hinnehmen, dass Prestigeobjekte wie die Elbphilharmonie oder die Stadtbahn unangetastet bleiben und Bankvorständen die Portemonnaies mit Millionenzahlungen geflutet werden, während für die Kinder am Ende nur ein Rinnsal übrig bleibt“, so Heuer weiter.
Ein Struktur- und Entwicklungsplan soll der Hochschule in den nächsten vier Jahren vor allem international Renommee verschaffen.
Ein Struktur- und Entwicklungsplan soll der Hochschule in den nächsten vier Jahren vor allem international Renommee verschaffen.
Hamburg. Die Uni Hamburg will künftig ihre Forschungsbereiche effizienter miteinander verknüpfen und attraktiver werden für Forscher aus aller Welt. Außerdem sollen in Zukunft frei werdende Lehrstühle schneller besetzt werden als zuletzt. Dies geht aus dem ehrgeizigen Struktur- und Entwicklungsplan der Universität Hamburg (STEP) hervor, der gestern vorgestellt wurde. Ob die Zahl der Hochschullehrer steigen soll, wird in dem Konzept, an dem zwei Jahre gearbeitet wurde, allerdings nicht deutlich. Mehr